Dax auf Vier-Jahres-Hoch: Der Börsentrend stimmt - kurzfristig

Dax auf Vier-Jahres-Hoch: Der Börsentrend stimmt - kurzfristig

von Anton Riedl

Der Dax hat eine gute Chance, seine aktuellen Kursgewinne weiter auszubauen. Zunächst sollte bis Mitte Januar freie Bahn sein. Erst dann dürfte sich entscheiden, ob der Markt in eine längere Korrektur übergeht oder zum alten Hoch durchstartet.

Die Warnungen vor einer Überhitzung des Aktienmarkts nehmen zu, die Angst vor einem unsicheren Italien sowieso – und dennoch steigen die Kurse weiter. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass die meisten Anleger für ihren Geschmack zu wenig investiert sind: Sie sitzen auf reichlich Liquidität, die entweder zu kurzfristigen Magerzinsen geparkt ist oder in Anleihen steckt, die immer weniger abwerfen.

Dax-Aktien im Check: A bis D

  • Adidas

    Mit Abstand europäischer Marktführer, seitdem Konkurrent Puma ins Straucheln gekommen ist. Stabile Geschäftsentwicklung, weiteres Wachstum in Sicht. Analytisch nicht billig, aber stabile Halteposition.

    Quelle: Wiwo.de, Anton Riedl, 12.10.2012

  • Allianz

    Operative Fortschritte im klassischen Versicherungsgeschäft, allerdings bleibende Unsicherheiten durch aktuelle Schuldenkrise. Kurstechnisch zuletzt vielversprechende Entwicklung – große Aufwärtswende bis nächstes Jahr möglich.

  • BASF

    Durch breites Produktspektrum immer weniger anfällig vom reinen Chemiezyklus; strategisch vielversprechender Ausbau der Agrarchemie. Bewertung akzeptabel, Dividende gut, bei Schwäche kaufen.

  • Bayer

    Starke Kursentwicklung trotz gemischter Nachrichtenlage. Gleicht Schwäche im Pharma-Kerngeschäft zunehmend besser aus; strategischer Ausbau in Richtung Pflanzenschutz aussichtsreich. Kurzfristig Rücksetzer möglich, dann interessant als Basisinvestment.

  • Beiersdorf

    Sehr trendstarke Aktie, oft gegenläufige Entwicklung zum Dax, analytisch nicht billig, aber durch neues Management und Strategie wieder interessant, Dauerinvestment.

  • BMW

    Zuletzt wieder merklich stabilisiert, auch durch gute Absatzzahlen. Bewertung günstig, Dividende gut, Kaufsignal bei Kursanstieg über 63 Euro.

  • Commerzbank

    Nach heftigem Absturz hohes, aber sehr spekulatives Erholungspotenzial. Analytische Zahlen je Aktie durch Rettungsaktionen verwässert, deshalb fundamental keineswegs billig. Kurstechnisch riskant, aber Wende nach oben durchaus möglich; heißeste Aktie im Dax.

  • Continental

    Nach jüngstem Kursanstieg erst Beruhigung abwarten. Aktie keineswegs günstig, starke Konkurrenz durch neue Offensive von Bridgestone. Wenig Dividende, kein Kauf.

  • Daimler

    Derzeit schwächster Autowert, kurstechnisch angeschlagen. Modellpolitik schwierig, wird immer stärker von Konkurrenten bedrängt. Hat mit zyklischem Lastwagengeschäft dazu eine offene Flanke. Kein Kauf.

  • Deutsche Bank

    Chance auf Turn-around besteht, doch große Unsicherheit durch die Umwälzungen der Branche. Bewertung nicht überzogen, substanziell und operativ deutlich stärker als Commerzbank.

Der Dax steht so hoch wie seit vier Jahren nicht mehr, der Euro Stoxx arbeitet sich gerade durch die wichtige Zone um 2600, der der MDax hat sogar ein neues All-Time-High ausgebildet. Dieser Gleichlauf der Märkte unterstützt die allgemeine Aufwärtsbewegung, macht sie stabiler und verlässlicher. Dass mittelgroße deutsche Aktien hier besonders gut abschneiden, unterstreicht wieder einmal deren langfristige Favoritenstellung: Der MDax ist und bleibt ein Basisinvestment – auch 2013.

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Dax-Aktien im Check: D bis I

  • Deutsche Börse

    Nach Fehlschlag der Fusion mit Nyse Euronext Wachstum aus eigener Kraft. Langfristig stabiles Geschäftsmodell mit nachhaltigen Gewinnen; kurzfristige Entwicklung eher unsicher. Indifferentes Kursbild.

    Quelle: Wiwo.de, Anton Riedl, 12.10.2012

  • Deutsche Lufthansa

    Anfällig für Schwankungen der Treibstoffpreise und konjunkturbedingter  Auslastungen. Kurstechnisch in der Bodenbildung, fundamental noch keine Zeichen einer Erholung erkennbar.

  • Deutsche Post

    Geschäftliche Entwicklung zuletzt erstaunlich stabil, gute Dividende, Bewertung nicht überzogen. Daueranlage mit eher begrenzten Kurschancen.

  • Deutsche Telekom

    Zuletzt sogar auf dem schwierigen US-Geschäft Fortschritte, in Deutschland läuft die Offensive gegen Dauerrivalen Vodafone. Kurstechnisch in großer Bodenbildung, Dividende sollte auch nach Auslaufen der bisherigen Garantie überdurchschnittlich hoch bleiben. Für langfristige Anleger.

  • Eon

    Gewinner der abermaligen Energiewende. Umstrukturierung durch neues Management kommt voran, Schuldenabbau muss noch weiter gehen. Bleibt großer Spieler auf dem Energiemarkt, operative Erfolge sollten weiterhin ansprechende Dividende ermöglichen. Kurstechnisch vielversprechende Aufwärtswende.

  • Fresenius Medical Care

    Weltweiter Marktführer bei Dialyse, stabile Wachstumsraten. Expansion in Asien sollte weiteres Potenzial erschließen. Als Daueranlage eignet sich mittlerweile die Muttergesellschaft eher.

  • Fresenius SE

    Tritt schrittweise aus dem Schatten der dominierenden Tochter FMC. Durch breiteres Geschäft weniger risikoanfällig, dennoch Profiteur des weltweiten Wachstumsmarkts Gesundheit. Bewertung noch angemessen, Daueranlage.

  • HeidelbergCement

    Aktie und Unternehmen mit hoher Volatilität – also hohem Risiko. Analytisch keineswegs billig, geringe Dividende.

  • Henkel

    Konnte sich in den vergangenen Jahren durch strategische Weiterentwicklung schrittweise von der Anfälligkeit eines zyklischen Chemiekonzerns lösen. Gutes, margenstarkes Produktportfolio. Aktie technisch und fundamental in fortgeschrittener Entwicklung, bei Schwäche aber weiterhin interessant.

  • Infineon

    Schwierige, hochzyklische Branche, deren Aussichten derzeit eher verhalten sind. Kurstechnisch schwer angeschlagen, meiden.

Lösung in den USA in Sicht?

Natürlich, immer noch offen ist die Haushaltsfrage in den USA. Dass nun aber auch US-Aktien langsam an Stärke gewinnen und der Dow Jones die wichtige Hürde bei 13000 Punkten genommen hat, ist durchaus als ein Indiz für eine Lösung zu werten. Ob die dann wirklich kommt und wie sie gestaltet ist, kann im Moment kein Mensch sagen. Doch die Wahrscheinlichkeit einer Einigung ist ganz klar größer als die eines Scheiterns (selbst wenn es zum Schluss noch etwas knapp werden sollte).

Dass nicht nur der Dow, sondern auch immer mehr US-Einzelwerte in Bewegung kommen, stimmt zuversichtlich. Abgestürzte Ikonen wie Intel stabilisieren sich, defensive Klassiker wie Cola haben gedreht. Fundamental ist die Bewertung der US-Aktien nicht übertrieben. Von der Konjunkturseite hat die Notenbank ohnehin weitere Anleihenkäufe angekündigt. Das Niedrigzinsniveau dürfte noch Jahre anhalten.

Ein Markt, der bald abstürzt, sieht anders aus.

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