Dax: Aufwärts mit Angst

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Sell in may and go... no way!

von Anton Riedl und Hauke Reimer

Sell in may and go away - die Börsenregel war noch nie so falsch wie in dieser Woche. Der Dax knackt neue Rekordmarken, in den USA nimmt der Dow Jones die eindrucksvollen 15.000 Punkte. Warum Aktien steigen und  die Rally weiter laufen wird.

8.000 genommen, 8.200 genommen, die 8.600 im Visier: Der Dax ist nicht zu halten. Die meisten Privatanleger sind nicht dabei - oder haben Sie schon mal wieder jemanden im Bus oder auf der Party über seine Aktiengewinne reden hören? In der letzten richtig großen Hausse vor dem Jahr 2000 war das so. Profis, Banken und Fonds sind an der Börse noch weitgehend unter sich. Sie spielen den Draghi-Bernanke-Put. Ein Put erlaubt einem Spekulanten, seinem Kontrahenten Papiere aufs Auge zu drücken. Will heißen: Wenn es eng wird für Börsen und Weltwirtschaft, dann werden die Chefs der Notenbanken Fed und EZB schon Papiere kaufen, also Geld in die Märkte pumpen. Assistiert werden sie neuerdings auch von Japans Notenbankchef Haruhiko Kuroda, der jede Woche seine geldpolitische Bazooka abfeuert - also die Märkte mit billigen Yen flutet. Hedgefonds und Banken machen den Carry-Trade: In Japan billig Geld leihen und es lukrativ in Risikopapieren, vor allem Aktien, anlegen. Nirgendwo auf der Welt aber kommen sie so komfortabel rein und raus wie in die Dax-Aktien.

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Geldschwemme und sinkende Gewinne

Das billige Geld treibt die Börse. "Der starke Rückenwind der Liquidität gibt den Märkten genug Impulse, um den laufenden Trend fortzusetzen, trotz fundamentaler Zweifel", schreibt Roger Peeters, Chefanalyst des Brokers Close Brothers Seydler, im Morning-Report an seine Investoren. "Trotz fundamentaler Zweifel" - das ist der Schlüssel, der die Hausse erklärt: Denn die Konjunkturdaten sind durchwachsen - bestenfalls¸ die Stimmung in der Wirtschaft ist alles andere als euphorisch. Das ist das Beruhigende an dieser Hausse: Niemand flippt aus, der Dax schafft es zwar wieder in die Nachrichten und auf Seite eins der "Bild-Zeitung", aber nur klein, nicht als brüllender Aufmacher.

Selbst die notorisch optimistischen Aktienanalysten schrauben ihre Prognosen darüber, was die Unternehmen in diesem  Jahr verdienen werden, ständig zurück, bei BASF zum Beispiel seit Dezember um zehn Prozent, bei Lanxess sogar um rund ein Drittel. Die Kurse aber steigen trotzdem. Höhere Kurse, weniger Gewinn: Gemessen an ihren Kurs-Gewinn-Verhältnissen werden Aktien dadurch teurer, aber im Schnitt noch längst nicht so teuer wie vor den letzten Einbrüchen.

Die Angst schwingt mit

Seit der Dax die magischen 8.000 - erstmals im März, dann mit Anlauf  jetzt im Mai - geknackt hat, denken alle mit etwas mehr Börsenerfahrung an die Jahre 2000 und 2007, als es jedem, der nach 8.000 Punkten nicht verkaufte, ganz übel erging. Und: "Diesmal ist alles anders" zu sagen, hat sich an der Börse schon immer gerächt. Crash-Gründe gibt es tatsächlich zuhauf; wenn in China wieder ein Sack Reis umfällt, das nächste Zypern aufpoppt oder die USA mit ihren kruden Statistiken wieder mehr Arbeitslose melden, werden viele einen Grund finden, Gewinne mitzunehmen.

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