Dax-Ausblick: Alle Blicke richten sich auf die EZB

Dax-Ausblick: Alle Blicke richten sich auf die EZB

, aktualisiert 18. November 2011, 20:33 Uhr
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Händler an der Frankfurter Börse: Anleger hoffen auf die EZB.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Notenbanker sollen es richten. Wenn die EZB den Geldhahn öffnet, könnte es zu einer Kurs-Bonanza kommen. Wenn nicht drohen hohe Verluste. In jedem Falle drohen hektische Kursbewegungen. Womit Anleger rechnen müssen.

Rettet die EZB die Eurozone oder nicht? Diese Frage wird Aktienanleger in den kommenden Tagen auf Trab halten. Denn die Angst vor einem Übergreifen der Schuldenkrise auf starke Euroländer ist massiv gestiegen. Und damit auch die Angst vor einem finanziellen Kollaps. „Für eine Lösung der Schuldenkrise geht es inzwischen nicht mehr um die Mittel des EFSF, diese Diskussion ist abgehakt. Es geht nur noch um die Rolle der EZB“, sagt Aktienstratege Jörg Rahn vom Vermögensverwalter Marcard, Stein & Co.

Der europäische Rettungsfonds EFSF wird am Markt wegen seiner komplizierten und immer noch unklaren Ausgestaltung schon lange äußerst skeptisch gesehen. Sollten tatsächlich auch Italien, Spanien oder gar Frankreich auf Hilfe angewiesen sein, reichen dessen Mittel bei weitem nicht. „Die Zentralbank ist letzten Endes die einzige Instanz mit genügend Macht und Power, um das Ruder noch herumzureißen“, so Rahn.

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Der Vertrauensschwund in die Eurozone hat sich in den vergangenen Tagen vor allem am Anleihemarkt manifestiert. Die Risikoaufschläge auf Schuldenpapiere starker Euroländer wie Frankreich oder Österreich zogen deutlich an. Der Dax hat im Wochenverlauf vier Prozent verloren und lag am Freitagmittag 0,1 Prozent niedriger bei 5842 Punkten. Die Wochenverluste des EuroStoxx50 beliefen sich auf 3,5 Prozent.

In Griechenland und in Italien haben inzwischen neue Regierungen ihre Arbeit aufgenommen und tiefgreifende Reformen in Aussicht gestellt. Zur Beruhigung der Finanzmärkte reiche das aber nicht, konstatiert die Landesbank Berlin. Zu viel Vertrauen sei verspielt. „Der Druck auf die EZB wächst, deutlich mehr Anleihen der Peripherieländer zu kaufen und so die Staatsschuldenkrise zu bekämpfen“, schlussfolgert auch Volkswirt Michael Schubert von der Commerzbank. Die Bilanzrisiken für die Zentralbank hält er für überschaubar. Langfristige Risiken seien allerdings nicht wegzudiskutieren: „Der Patient lebt, aber der Arzt ist tot“, umschreibt Schubert das absehbare Problem der EZB.


Die wichtigsten Termine für Anleger

Die Aussichten für den Aktienmarkt stehen also unter keinem guten Stern. Die Experten rechnen daher mit einem weiter stark schwankenden Geschäft. Generell erwarten Börsianer in den nächsten Tagen einen recht dünnen Handel. Am Donnerstag wird in den USA Thanksgiving gefeiert, die Wall Street bleibt dann geschlossen. Traditionell nutzen viele Anleger diese Gelegenheit zu einem verlängerten Wochenende. Am Mittwoch ist zudem ein Feiertag in Japan.

Da in der neuen Woche nur noch wenige Geschäftszahlen von Unternehmen auf dem Terminplan stehen, richtet sich die Aufmerksamkeit eher auf Konjunkturdaten. Die ballen sich am Mittwoch, wenn neben den Erstanträgen zur US-Arbeitslosenhilfe auch Zahlen zum US-Konsum vorgelegt werden. Analysten rechnen im Schnitt mit einer Halbierung des Wachstums auf 0,3 Prozent. Auf deutscher Seite wird es am Donnerstag interessant: Dann gibt das Ifo-Institut seinen Geschäftsklimaindex für November bekannt.

Unter den deutschen Unternehmen wollen Sixt (Dienstag), CTS Eventim (Donnerstag) und KWS Saat (Freitag) aus dem Kleinwerte-Index SDax ihre Bücher öffnen. Am Dienstag will zudem Continental -Großaktionär Schaeffler Geschäftszahlen vorlegen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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