Dax-Ausblick: Anleger fürchten politische Hiobsbotschaften

Dax-Ausblick: Anleger fürchten politische Hiobsbotschaften

, aktualisiert 13. November 2011, 13:03 Uhr
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Nachrichten aus den EU-Krisenländern werden die Märkte auch in der kommenden Woche fest im Griff haben.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Aktienmärkte sind fest im Griff der Politik, Konjunkturnachrichten und Quartalsberichte finden kaum Beachtung: Für Spannung ist gesorgt, politische Nachrichten dürften den Dax weiter auf Berg- und Talfahrt schicken.

Frankfurt, DüsseldorfÜber Wohl und Wehe an den europäischen Aktienmärkten wird wohl auch in der neuen Woche einzig und allein die Politik entscheiden. Vor allem die immer noch schwelende Angst vor einem Kollaps Italiens und die sich hinziehende Misere Griechenlands dürften in den Köpfen der Anleger kaum Raum für andere Themen lassen.

Analysten sehen sich deshalb derzeit kaum in der Lage, Prognosen für die Entwicklung an den Börsen abzugeben. „Es wird am Markt weiter sehr volatil bleiben, je nachdem wie Italien sich gerade fühlt. Wenn die Zinsen dort wieder hoch gehen, wird es am Aktienmarkt auch wieder runter gehen“, sagte Markus Wallner, Aktienstratege bei der Commerzbank. In der zu Ende gehenden Woche war die Rendite der zehnjährigen italienischen Papiere zeitweise bis auf die kritische Marke von 7,5 Prozent gestiegen - das war der höchste Stand seit der Einführung des Euro und zudem das Niveau, auf dem Portugal und Irland unter den Rettungsschirm schlüpfen mussten.

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Die Lage am Rentenmarkt entspannte sich etwas, als sich abzeichnete, dass der frühere EU-Kommissar Mario Monti als Favorit für die Nachfolge des Noch-Regierungschefs Silvio Berlusconi gilt. Bauchschmerzen bereitete den Anlegern zudem das Gezerre um die Bildung einer neuen Regierung in Griechenland.

Nach einem wilden Auf und Ab an den Börsen verzeichnete der Dax bis Freitagnachmittag ein Plus von knapp einem Prozent. Es ist beachtlich, wie stabil die Märkte auf die Zuspitzung der Schuldenkrise bislang reagierten, schreiben die Analysten der Landesbank Berlin in einem Kommentar. Für die Experten ist ein stärkerer Rücksetzer, auch bis zu den Jahrestiefs, bei anhaltender Sorge um Italien durchaus im Bereich des Möglichen. Die Aktienstrategen bringen die Lage auf den Punkt: „Das Umfeld für die Aktienmärkte stellt sich demnach weiter fragil und sehr anfällig dar.“ Auch sie rechnen nach wie vor mit starken Schwankungen. Spannend dürfte es daher am Montag werden, wenn Italien neue Anleihen begibt. Die Fragen, die sich die Börsianer derzeit stellen, sind: Finden diese Papiere Abnehmer - und zu welchem Preis?


Konjunkturdaten und Quartalszahlen werden fast ignoriert

Weder Konjunkturdaten noch Unternehmensergebnisse können dem Markt in der neuen Woche wohl deutliche Impulse liefern. Zum Bedauern der Analysten, denn die tatsächliche Lage sei längst nicht so schlimm wie die Stimmung. Selbst die Quartalsergebnisse der Creme de la Creme der Dax-Konzerne schafften es nicht, den Fokus der Anleger von der Politik auf den tatsächlichen Zustand der Unternehmen zu lenken. „Die Unternehmensergebnisse für das dritte Quartal waren gut“, sagt Aktienstratege Wallner. Im Schnitt habe der Gewinn der Dax-Konzerne um gut 20 Prozent zugelegt. Die meisten Investoren hätten aber 2011 schon abgehakt. „Für sie ist nur noch der Ausblick der Unternehmen auf 2012 interessant.“ Und Prognosen zu geben, sei für die Unternehmen im Moment sehr schwer

Ohnehin neigt sich die Bilanzsaison für das dritte Quartal in Deutschland dem Ende zu. Vor allem Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe warten noch mit ihren  Zwischenberichten auf, darunter Hochtief, BilfingerBerger, Q-Cells und Solarworld (alle Montag).

Aufschluss über die Stimmungslage der Börsenprofis dürfte am Dienstag der ZEW-Konjunkturbericht für Deutschland geben. Wie es der Konjunktur in Deutschland und in der Euro-Zone geht, dürften ebenfalls am Dienstag die Zahlen zum Wirtschaftswachstum zum dritten Quartal zeigen. Von Reuters befragte Analysten rechnen mit einem Zuwachs des deutschen Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent. „Dies ändert aber nichts an den trüben Aussichten für den Euroraum, dessen Wirtschaft in den kommenden Quartalen in eine Rezession abgleiten dürfte“, stellt Ulrike Rondorf von der Commerzbank fest.

Auch aus den USA stehen in der neuen Woche eine Reihe von Konjunkturdaten an, wie etwa der Einzelhandelsumsatz (Dienstag), die Industrieproduktion (Mittwoch) und der  Industrieindex der Fed von Philadelphia (Donnerstag).

Quelle:  Handelsblatt Online
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