Dax-Ausblick: Anleger lechzen nach Lösung der Schuldenkrise

Dax-Ausblick: Anleger lechzen nach Lösung der Schuldenkrise

, aktualisiert 27. November 2011, 09:13 Uhr
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Die Aussichten für die kommende Börsenwoche sind trüb.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Aktienmarkt dümpelt weiter in unruhigem Fahrwasser: Börsianer fürchten sich vor einem Übergreifen der Krise auf starke Euro-Länder und hoffen auf den Masterplan der Politik. Auch US-Daten rücken in den Fokus.

Frankfurt, DüsseldorfDie Euro-Krise zieht immer weitere Kreise, doch auf ein umfassendes Lösungspaket zur Bekämpfung der ausufernden Schulden in einigen südeuropäischen Staaten warten die Anleger weiter vergebens. Entsprechend vorsichtig dürften sich die Investoren auch in der neuen Woche am deutschen Aktienmarkt zeigen. „Das nervöse Auf und Ab im Dax sollte uns erhalten bleiben“, sagt Aktienstratege Jörg Rahn vom Vermögensverwalter Marcard, Stein & Co. Der schleichende Abwärtstrend in den letzten Wochen verheiße jedenfalls nicht Gutes.  Allein an den vergangen fünf Handelstagen hat der Dax bis Freitagnachmittag gut sechs Prozent auf 5448 Punkte verloren, seit Monatsbeginn summiert sich das Minus auf mehr als elf Prozent.

Für Unruhe sorgt vor allem, dass der Vertrauensverlust zunehmend auch auf die starken Länder Europas überzugreifen droht. So blieb Deutschland am Mittwoch überraschend auf mehr als einem Drittel seiner angebotenen Bonds mit zehn Jahren Laufzeit sitzen. Die Analysten der Landesbank Berlin warnten allerdings davor, das geringe Interesse zu hoch zu bewerten. Das Kapitalmarktumfeld sei derzeit schwierig und die Renditen hätten mit knapp zwei Prozent eine Rekordtiefe erreicht, hieß es ein einem Kommentar.

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EZB oder Euro-Bonds – das ist die große Frage?
Aus Sicht von Aktienstratege Rahn hat nur noch die Europäische Zentralbank (EZB) die Macht, dem Negativtrend entgegenzuwirken, indem sie Bonds aus den europäischen Kernstaaten inklusive Italien und Spanien ab einem bestimmten Zinssatz ohne Mengenbeschränkung ankauft. Die derzeit wieder aufgeflammte Diskussion über die Einführung von Euro-Bonds hält er für wenig zielführend. „Euro-Bonds wären nur bei einer flankierenden Vereinheitlichung und Kontrolle der Fiskalpolitik dauerhaft stabil und damit hilfreich“, sagte er.

„EZB oder Euro-Bonds - die Anleger lechzen nach einer Lösung für die Schuldenkrise, aber es ist kaum absehbar, dass uns dazu in der nächsten Woche etwas präsentiert wird“, sagte ein Händler. Bislang wehrt sich vor allem Deutschland gegen die Einführung europäischer Gemeinschaftsanleihen, weil es derzeit die niedrigsten Zinsen bezahlen muss und ein gemeinsamer Zins wohl höher ausfallen würde.

Etwas mehr Klarheit erhoffen sich die Anleger in der neuen Woche dagegen in puncto Griechenland: Auf ihrem Treffen am Dienstag wollen die Euro-Finanzminister entscheiden, ob das von der Pleite bedrohte Land die letzte Tranche aus dem ersten Hilfspaket überwiesen bekommt. Dafür sei es notwendig, dass alle relevanten Parteien in Griechenland sich zu dem vereinbarten Reformkurs bekennen, betonte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Ebenfalls auf der Agenda stehen die Hebelungsmodelle des EFSF, die festgezurrt werden sollen. Die Euro-Staats- und Regierungschefs hatten Ende Oktober grünes Licht dafür gegeben, die Schlagkraft des Euro-Rettungsfonds über zwei Modelle zur Hebelung durch Mittel externer Geldgeber zu erhöhen.


Anleger behalten US-Daten im Blick

Neben der Euro-Krise haben die Investoren auch die monatlichen US-Arbeitsmarktdaten am Freitag im Blick. Analysten sagen den Aufbau von 117.000 Stellen außerhalb der US-Landwirtschaft voraus, nach einem Plus von 80.000 im Oktober. Zwei Tage zuvor legt die private Arbeitsagentur ADP ihren Monatsbericht vor. Hier rechnen Experten mit einem Zuwachs von 130.000 Stellen (Vormonat: 110.000).

Am Dienstag stehen zudem einige Stimmungsindikatoren aus der Euro-Zone auf dem Terminplan. Anleger warten gespannt darauf, zu erfahren, ob und wie stark die Schuldenkrise Unternehmen und Konsumenten die Lust am Geldausgeben verdirbt. Beim Index des Verbrauchervertrauens sagen von Reuters befragte Analysten für November im Schnitt einen Rückgang auf minus 20,4 Punkte von minus 19,9 Zählern voraus.

Am selben Tag soll auch das US-Verbrauchervertrauen veröffentlicht werden. Hier erwarten Experten eine Verbesserung auf 43 Punkte von 39,8 Stellen. „Während die Wirtschaft im Euroraum auf eine Rezession zusteuert, hält sich die US-Konjunktur wacker“, urteilt Commerzbank-Experte Christoph Balz.

Zu den wenigen Unternehmen, die Geschäftszahlen präsentieren wollen, gehört die Immobilienfirma GSW (Mittwoch) aus dem Nebenwerteindex MDax. Am Dienstag will sich die im Kleinwerte-Segment SDax gelistete österreichische Ölbohrfirma Cat Oil in die Bücher schauen lassen.

 

 

Quelle:  Handelsblatt Online
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