Dax-Ausblick: Das nervöse Ringen um die 10.000 Dax-Punkte

Dax-Ausblick: Das nervöse Ringen um die 10.000 Dax-Punkte

, aktualisiert 21. Mai 2016, 13:03 Uhr
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Anleger werden in der kommenden Woche Konjunkturdaten und mögliche Notenbankentscheidungen diskutieren.

von Reiner ReichelQuelle:Handelsblatt Online

Globale Konjunkturprogramme? Der G7-Gipfel beschließt: Nein, danke! Baldige US-Zinsanhebung? Die Analysten sagen: Jein! Brexit? Die Vorhersagen verwirren. Drei Themen und drei Gründe, warum Anleger unsicher bleiben.

DüsseldorfDas fing doch gut an nach Pfingsten. Der Deutsche Aktienindex (Dax) ging über 10.000 Punkte. Doch dabei blieb es nicht, und so erwarten die Aktienanalysten der Helaba für diese Woche: „Das Ringen mit der magischen Grenze von 10.000 Punkten geht in die nächste Runde.“ Ob die Optimisten oder Pessimisten gewinnen, wird auch von Signalen vom G7-Gipfel in Japan abhängen, der erst am kommenden Freitag zu Ende geht.

An diesem Freitag hatten die Japaner unter den anderen führenden Industrienationen für finanzielle Konjunkturanreize geworben – vergeblich. Es sei aber Einigkeit erzielt worden, das Wachstum weltweit zu stärken. Aber eben nicht mit Geld vom Staat.

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Dagegen wehrte sich vor allem Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble. Der interpretiert die Nervosität an den Finanzmärkten als Folge der weltweit hohen Staatsverschuldung und der ultralockeren Geldpolitik der Notenbanken. Die bescherte Deutschland eine rasant wachsende Nachfrage nach Sachwerten.

Die US-Notenbank Fed will künftig eine etwas weniger lockere Geldpolitik betreiben. Dass die Fed im Laufe des Jahres widersprüchliche Signale zum Zeitpunkt einer Zinserhöhung aussandte, sorgt auch nicht für Stabilität. Nun soll die Zinsanhebung doch wieder etwas früher kommen als bisher erwartet – vielleicht sogar schon im Juni.

Aus Sicht der DZ Bank scheint eine baldige Zinsanhebung in den USA gerechtfertigt, weil die US-Industrie die negativen Auswirkungen der Dollar-Aufwertung und des Rohölpreisrückgangs scheinbar verarbeitet habe.


Spekulationen über Zinsanhebung in den USA treiben den Dollar hoch

Die Spekulationen über eine frühe Zinsanhebungen der Fed halfen und helfen dem Dollar nach oben gegenüber dem Euro. Zumal die Europäische Zentralbank (EZB) ganz anders als die Fed tickt. Die Helaba interpretiert die jüngsten EZB-Sitzungsprotokolle so, dass die Geldpolitik der Notenbank noch expansiver werden könnte, wenn sich die Konjunktur eintrübt.

Das spricht für weiterhin sehr niedrige Bundesanleihe-Renditen. Aus Sicht der Commerzbank-Analysten hat sich für die zehnjährigen Bundesanleihen 0,10 Prozent als Unter- und 0,20 Prozent als Obergrenze herauskristallisiert.

Zu den wichtigsten Veröffentlichung von Konjunkturdaten in der laufenden Woche in Deutschland zählt der Ifo-Geschäftsklimaindex. Nach Helaba-Erwartungen wird der Index zeigen, dass Deutschland das hohe Wachstumstempo seit Jahresanfang nicht durchhalten wird. Aber das Geschäftsklima werde trotzdem so gut sein, dass Deutschlands wichtigster Aktienindex die Marke von 10 000 Punkten erneut ins Visier nehmen wird.

Am Freitag bewegte sich das Aktienbarometer bereits von Beginn an in diese Richtung und schloss mit einem Plus von 1,2 Prozent bei 9.916 Punkten.

Für Nervosität sorgt aber ein weiteres näherrückendes Ereignis. Am 23. Juni entscheiden die Briten, ob sie in der Europäischen Union bleiben wollen. Eine gängige Parole an den Märkten: Selbst wenn die Briten aussteigen wird es nicht so schlimm werden, wie es auf den ersten Blick aussieht, weil Assoziierungsabkommen die Folgen abmildern werden.

Die Aktienstrategen der DZ Bank sehen die Auswirkungen für den Dax dennoch deutlich vor Augen. Zwar bewege sich der Dax in der Nähe ihres Kursziels von 9.800 Punkten zur Jahresmitte und auch ihre Jahresendprognose von 10.300 sieht das Institut nicht gefährdet. Doch der Brexit könne ihrer Vorhersage „einen gehörigen Strich durch die Rechnung machen und zu erhöhten Turbulenzen an den Aktienmärkten führen“.

Und nicht nur dort, wie die Commerzbank meint: Würde die britische Bevölkerung für einen Ausstieg votieren, würde insbesondere der Dollar aufwerten, meinen die Commerzbank-Strategen.


Chemiekonzern Bayer bewegt mit Monsanto-Übernahme weiter den Dax

Aber der deutsche Aktienmarkt wird auch in der nächsten Woche nicht allein von Konjunkturdaten und bevorstehenden Notenbankentscheidungen bewegt werden. Und obwohl die Quartalszahlen weitgehend publiziert sind, werden einige spannende Prozesse Einzeltitel bewegen.

Ganz oben im Dax werden sich die Anleger mit dem Übernahmeangebot von Bayer für Monsanto weiter beschäftigen. Nachdem die Bayer-Aktionäre am Freitag noch gar keinen Gefallen an der Offerte zu finden schienen, erholte sich die Aktie des Leverkusener Chemiekonzerns am Freitag wieder etwas.

Eine Etage tiefer, im MDax, geht es um die Zukunft von Kuka. In der nächsten Woche wird die Hauptversammlung des Roboterherstellers ein Stimmungsbild zur beabsichtigten Übernahme durch die chinesische Mieda-Gruppe liefern. Am Freitag zählte Kuka zu den Gewinnern.

Wie schnell fremdes Geld Kurse heftig bewegen kann erlebten Börsianer am Freitag noch einen Stock tiefer, im SDax. Als Michael Kühne, Milliardär und HSV-Mäzen mit seiner Holding als Großaktionär beim Waggonvermiet- und Schienenlogistikunternehmen VTG einstieg schnellte der Kurs um acht Prozent nach oben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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