
Frankfurt, DüsseldorfDer Dax wird in der neuen Woche zwischen positiven Konjunkturdaten und weiteren Sorgen um Griechenland stehen. Während die Konjunkturdaten die Kurse kräftig antreiben könnten, bleibt das griechische Schuldendrama ein Risiko. Die Entscheidung der Euro-Länder über das zweite Rettungspaket für Griechenland ist nun für den kommenden Mittwoch angesetzt.
Doch bereits Freitagnachmittag drückte die Sorge um weitere Streitereien rund um das griechische Sparpaket (nicht zu verwechseln mit dem Rettungspaket der Euro-Länder) den Dax deutlich ins Minus. Zeitweise büßte der Leitindex fast zwei Prozent ein. Damit endet die bisherige Gewinnserie des Dax, nach sieben Gewinnwochen in Folge ist Schluss. Zum Börsenschluss stand der Dax bei 6693 Punkten - rund 1,4 Prozent tiefer.
Den Anlegern am deutschen Aktienmarkt kommt das wenig gelegen. Sie wollen derzeit lieber die Sorgen um das taumelnde Griechenland endlich über Bord werfen und investieren. „Es wird Zeit für eine Einigung mit Griechenland“, sagt Aktienstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co. Wenn diese große Unsicherheitskomponente endlich raus sei, könnte der Dax auch die 7.000 Punkte-Marke nehmen. Doch das anhaltende Gezerre um das zweite griechische Rettungspaket strapazierte das Nervenkostüm der Anleger.
Der Schuldenpoker in Griechenland geht jedoch immer weiter. Immerhin hatten sich die drei griechischen Regierungsparteien am Donnerstag auf ein neues Sparpaket verständigt. Gelöst sind die Probleme damit jedoch nicht. Denn für das zweite Rettungspaket sind aus Sicht der Euro-Länder noch nicht alle Voraussetzungen erfüllt.
Ein endgültiger Beschluss über die Finanzhilfen könne erst fallen, wenn das griechische Parlament am Sonntag das mit der Troika von EU, EZB und IWF vereinbarte Programm beschlossen habe, erklärte Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker. Am Mittwoch will die Euro-Gruppe erneut tagen, um eine abschließende Entscheidung zu treffen.
Für weitere Unruhe könnte bis dahin der Parteichef der rechtsgerichteten griechischen LAOS-Partei sorgen, der erklärte, das Sparpaket im Parlament nicht mittragen zu wollen.
Anleger setzen auf moderates Wachstum
Sollte der langersehnte Durchbruch in der Griechenland-Frage in der nächsten Woche gelingen, dürfte dies die Türen für weiter steigende Kurse öffnen. Der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten sei intakt, schreibt Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp in einem Kommentar. „Während im November noch Risikofaktoren wie eine globale Rezession, ein Auseinanderbrechen des Euroraums und eine Kreditklemme im europäischen Finanzsektor im Fokus standen, erwarten mehr und mehr Investoren mittlerweile wieder ein anhaltendes, moderates Wachstum der Weltwirtschaft.“ Der Dax hat seit Jahresanfang bereits mehr als 13 Prozent zugelegt, nachdem er 2011 mit einem Minus von 14,7 Prozent eines der schwärzesten Börsenjahre seiner Geschichte verzeichnet hatte.
Hinweise darauf, ob der Konjunkturoptimismus vor allem mit Blick auf die US-Wirtschaft berechtigt ist, erhoffen sich Anleger von den am Dienstag anstehenden Einzelhandelsumsätzen. Von Reuters befragte Analysten rechnen für Januar im Schnitt mit einem Plus von 0,6 Prozent, nach einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent im Vormonat. Ebenfalls aufmerksam verfolgt werden dürften die Stimmungsindikatoren der Federal Reserve Banken von New York (Mittwoch) und Philadelphia (Donnerstag). Experten erwarten in beiden Fällen einen Anstieg.
Auf Unternehmensseite legen am Dienstag zwei Dax-Unternehmen ihre Geschäftszahlen vor: ThyssenKrupp und MAN. Bereits am Montag dürfte sich bei einer Sitzung des Deutsche-Börse-Aufsichtsrats zeigen, ob sich Reto Francioni nach der geplatzten Fusion mit der New Yorker Nyse an der Spitze von Deutschlands größtem Börsenbetreiber halten kann. Trotz Kritik der Arbeitnehmer und der Deutsche-Bank-Fondstochter DWS gehen Börsen-Insider und Experten davon aus, dass Francioni zumindest bis zum Ende seines Vertrages im November 2013 weitermachen darf. Erwartet werden auch die vorläufigen Zahlen des Unternehmens.
Spannend könnte es zudem bei Volkswagen werden. Dem „Spiegel“ zufolge soll dem Aufsichtsrat am Dienstag der Plan vorgestellt werden, den Sportwagen-Hersteller Porsche über eine Zwischenholdung zu übernehmen Damit will der Autobauer Steuern in Millionenhöhe sparen.








