Dax-Ausblick: Die Jahresendrally bleibt aus

Dax-Ausblick: Die Jahresendrally bleibt aus

, aktualisiert 16. Dezember 2011, 20:55 Uhr
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Die Weihnachtsgeschenke an der Börse dürften ausbleiben.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Euro-Schuldenkrise wird die Märkte weiter beschäftigen. Angesichts des Unsicherheitsfaktors glauben Analysten nicht an eine Jahresendrally. Impulse könnten Konjunkturdaten aus Europa und den USA bringen.

Frankfurt, DüsseldorfSollten sich die Anleger als Weihnachtsgeschenk eine deutliche Erholung an den Börsen gewünscht haben, werden sie wohl enttäuscht werden. Analysten erwarten bis zum Jahresende keine wirkliche Entspannung der Lage an den europäischen Aktienmärkten. „Die Schuldenkrise bleibt der Unsicherheitsfaktor, der den Markt in die eine oder andere Richtung bewegen kann“, sagt Tobias Basse, Marktstratege bei der NordLB. „Wir hoffen auf ein besseres Jahr 2012.“

Die verbleibenden beiden Handelswochen bis zum Jahresende dürften von Zurückhaltung geprägt sein, sagen Börsianer. Viele Investoren hätten das Jahr schon ad acta gelegt und seien nicht mehr bereit, sich noch am Markt zu engagieren. Der Dax hat in der zu Ende gehenden Woche gut vier Prozent verloren.

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„Die politische Weihnachtszeit hat schon begonnen“, stellt Jörg Rahn vom Vermögensverwalter Marcard, Stein & Co fest. Daher werde es zum Thema Euro-Schuldenkrise nicht viele Nachrichten geben, was den Markt wiederum stützen könnte. „Es ist zu stark nach unten gegangen, ohne dass es ökonomisch rationale Gründe dafür gegeben hat. Denn die Konjunkturdaten sind nicht so schlecht.“

Kommt 2012 der Befreiungsschlag?
Neues Jahr, neues Glück? Wohl kaum, denn auch im neuen Jahr dürfte das alles beherrschende Thema dasselbe wie 2011 sein. „Die Staatsschuldenkrise bleibt 2012 der alles dominierende Faktor“, prognostizieren die Analysten der Commerzbank. „Die Kurse europäischer Aktien werden kräftig schwanken, wegen der ungelösten Staatsschuldenkrise aber nicht nachhaltig steigen.“ Größtes Risiko sei, dass das Misstrauen auf die Europäische Zentralbank (EZB) übergreife.

Die Euro-Schuldenkrise machte schon in diesem Jahr den Anlegern in Europa das Leben schwer. Nach und nach schwand das Vertrauen der Investoren in die Fähigkeit der Politiker, die Probleme in der Euro-Zone zu lösen. „Die Politik tanzt bei der Euro-Schuldenkrise wie Rumpelstilzchen um das Feuer“, sagt NordLB-Analyst Basse. Die Bilanz in diesem Jahr an den europäischen Märkten sieht daher nicht gut aus: der Dax hat bisher 17 Prozent eingebüßt, der EuroStoxx50, der die wichtigsten Unternehmen der Eurozone enthält, 20 Prozent verloren.

Konjunkturdaten rücken wieder in den Hintergrund
Etwas Bewegung in die Kurse bis zum Jahresende könnten Konjunkturdaten aus Europa und den USA bringen. In Deutschland geben der GfK-Konsumklimaindex und der Ifo-Index (beide Dienstag kommender Woche) Aufschluss über die Stimmung der Verbraucher und der Unternehmen. Beim Ifo-Index rechnen Analysten mit einem Rückgang auf 106,1 von 106,6 Punkten im Vormonat.  

Auch aus den USA stehen bis zum Jahresende eine Reihe von Konjunkturdaten an, von denen sich die Börsianer Hinweise auf die Verfassung der weltgrößten Volkswirtschaft erhoffen. Unter anderem werden Zahlen zum Auftragseingang für langlebige Güter und die Privateinkommen und Konsumausgaben (alles Freitag kommender Woche) erwartet. Letztere gelten als besonders wichtiger Indikator, da der Konsum nach wie vor eine wichtige Stütze der US-Wirtschaft ist. Zwischen den Jahren steht dann noch der Einkaufsmanagerindex aus Chicago (Donnerstag 30.12) an.  

Gespannt warten die Anleger in der neuen Woche auf einige EZB-Termine und darauf, ob die Notenbank eine mögliche Kreditklemme in der Euro-Zone andeutet. So wird am Montag EZB-Präsident Mario Draghi beim Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments sprechen.

Auf Unternehmensseite stehen dagegen kaum Termine auf der Agenda. In den USA haben der Adidas – und Puma -Konkurrent Nike sowie der SAP -Erzrivale Oracle die Veröffentlichung von Quartalsergebnissen (jeweils am Dienstag nach US-Börsenschluss) angekündigt.

 

Quelle:  Handelsblatt Online
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