Dax-Ausblick: Die Schaukelbörse hält an – Anleger zwischen Himmel und Hellas

Dax-Ausblick: Die Schaukelbörse hält an – Anleger zwischen Himmel und Hellas

, aktualisiert 06. November 2011, 14:37 Uhr
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Die Schaukelbörse geht weiter - überraschende Ereignisse könnten dem Dax auch in der kommenden Woche zu schaffen machen

Quelle:Handelsblatt Online

Die Ungewissheit über den Fortgang der Schuldenkrise und konjunkturelle Risiken haben die Aktienmärkte im Griff. Anleger brauchen starke Nerven. Impulse könnten von der auf Hochtouren laufenden Berichtssaison ausgehen.

Frankfurt, Düsseldorf„Das griechische Drama wird dem Markt wohl auch in der kommenden Woche einen hohen Unterhaltungswert bieten.“ Aktienstratege Carsten Klude von MM Warburg bringt mit dieser Einschätzung die Erwartungen des Aktienmarkts auf den Punkt. Prognosen zum Kursverlauf wagt kein Experte mehr. Lediglich ein heftiges Auf und Ab scheint sicher. „Die Vergangenheit hat uns gelehrt, dass politische Entwicklungen nicht vorhersehbar sind und sich teilweise halbstündlich ändern“, so Klude. „Es ist inzwischen einfach abstrus, auf dieses ganze Hin und Her zu handeln, von daher haben viele einen Galgenhumor entwickelt.“

Die Einigung auf das neue Rettungspaket für Athen hatte nur für einen kurzen  Hoffnungsschimmer an den Märkten gereicht. Zweifel an der Umsetzbarkeit der Pläne und die überraschende Ankündigung einer griechischen Volksabstimmung hatten den Dax dann im Wochenverlauf wieder unter 6.000 Punkte absacken lassen.

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Inzwischen ist das Referendum vom Tisch, die griechische Regierung könnte zu Beginn der neuen Woche schon eine andere sein, und wie es mit der Eurozone weitergeht, weiß niemand zu sagen. Politiker arbeiten zunächst mit Hochdruck daran, zu verhindern, dass Italien und Spanien in den Abwärtsstrudel gerissen werden. „Während die chaotischen Zustände in Athen derzeit die Schlagzeilen bestimmen, könnte sich der Schwerpunkt der Berichterstattung schon bald nach Rom verlagern“, warnt Stratege Ulf Krauss von der Helaba. Immerhin hat Italien inzwischen der Überwachung seiner Reformschritte durch den Internationalen Währungsfonds zugestimmt.

Getrieben durch die Entwicklung in Griechenland dürften sich die Risikoprämien auf italienische und spanische Staatsanleihen weiter erhöhen. Zumal aus beiden Ländern nur zögerliche Reform- und Sparanstrengungen zu melden sind und sich die Wachstumsaussichten weiter eintrüben. Der jüngste Einbruch italienischer Frühindikatoren deutet auf akute Rezessionsrisiken in Italien hin. Ob Italien seine Probleme zügig angehen und den Reformstau lösen kann, erscheint angesichts der Zerstrittenheit der Regierung mehr als fraglich. Ministerpräsident Berlusconi sitzt alles andere als fest im Sattel - die Gefahr eines baldigen Regierungswechsels in Italien nimmt weiter zu.

Die gestiegenen Wachstumsrisiken haben die EZB auf ihrer letzten Sitzung zu einer überraschenden Leitzinssenkung veranlasst. Die Aktienmärkte haben die Senkung des Leitzinses auf 1,25 Prozent mit Erleichterung aufgenommen, doch die Rückschlagrisiken bleiben hoch. Erst wenn sich die Wachstumsperspektiven und die weltweiten Frühindikatoren wieder aufhellen, werden sich nach Ansicht der Helaba-Analysten die Aktienmärkte nachhaltig erholen. Bis dahin wird die Schwankungsbreite an den Aktienmärkten hoch bleiben.


Zahlen, Zahlen, Zahlen - die Bilanzsaison läuft auf Hochtouren

Hinweise darauf, wie sich die europäische Schuldenkrise auf die Geschäftsaussichten der deutschen Konzerne auswirkt, erhoffen sich Investoren von den anstehenden Geschäftszahlen. In der neuen Woche wollen unter anderem die beiden Versicherer Münchener Rück (Dienstag) und Allianz (Freitag) ihre Quartalsbilanzen vorlegen. Am Mittwoch und Donnerstag sind Eon und RWE an der Reihe. Hier interessieren sich Anleger unter anderem dafür, wie die Versorger mit den Folgen des deutschen Atomausstiegs umgehen. Aus dem Dax haben außerdem noch Siemens, K+S (jeweils Donnerstag), Henkel und Deutsche Post (jeweils Mittwoch) die Veröffentlichung ihrer Quartalsbilanzen angekündigt.

Den bisherigen Verlauf der Berichtssaison werten Analysten positiv. „Dabei haben  Unternehmen nicht nur erneut vergleichsweise erfreuliche Gewinne berichtet und Erwartungen nicht selten übertroffen, sondern auch noch mehrheitlich positive Ausblicke geliefert“, kommentiert MM Warburg die US-Saison. „Zwar ist bei den Unternehmen inzwischen auch angekommen, dass die Bäume im nächsten Jahr nicht in den Himmel wachsen werden, doch kann aus den Äu8erungen geschlossen werden, dass die Unternehmen im kommenden Jahr einen Gewinnrückgang gegenüber 2011 eher für unwahrscheinlich halten.“

Der Datenkalender ist übersichtlich, von daher sind von Konjunkturseite wenige Impulse zu erwarten. Am Montag stehen die Daten zur deutschen Industrieproduktion im September auf dem Terminplan. Experten rechnen im Schnitt mit einem Plus von 0,3 Prozent zum Vormonat. Zum Wochenschluss gibt der von Reuters und der Uni Michigan ermittelte Index Aufschluss über die Stimmung der US-Verbraucher. „Zwar sprechen die etwas niedrigeren Benzinpreise sowie der moderate Beschäftigungsaufbau für eine Aufhellung der Stimmung“, schreibt die WestLB. „Die kräftigen Kursverluste an den Aktienmärkten stehen einer deutlichen Stimmungsverbesserung aber entgegen.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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