Dax-Ausblick: Hoffnung auf EZB stirbt zuletzt

Dax-Ausblick: Hoffnung auf EZB stirbt zuletzt

, aktualisiert 09. Dezember 2011, 16:13 Uhr
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Die Schuldenkrise in Europa bereitet Börsianern weiter Kopfzerbrechen.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Euro-Gipfel hat nicht den ersehnten Durchbruch gebracht, die Finanzierungsprobleme für Italien und Spanien dürften die Märkte weiter belasten. Anleger hoffen auf ein Eingreifen der EZB und die Konjunktur aus Übersee.

Frankfurt, DüsseldorfTrotz Einigung der europäischen Staaten auf eine Verschärfung der Haushaltsregeln dürfte die große Stimmungswende am deutschen Aktienmarkt weiter auf sich warten lassen. Auch mit den Gipfelbeschlüssen seien die kurzfristigen Probleme, die Finanzierungsschwierigkeiten Italiens und Spaniens, nicht gelöst, schreiben die Experten der Commerzbank in einem Kommentar. Aus Sicht von MM Warburg-Stratege Carsten Klude sind in der neuen Woche im Dax keine großen Sprünge zu erwarten: „Für ein nachhaltiges Überschreiten der 6.000-Punkte-Marke sehe ich wenig Spielraum, denn die vielen Fragezeichen in Sachen Euro-Krise bleiben.“ An den vergangenen fünf Handelstagen hat der deutsche Leitindex knapp zwei Prozent auf 5.970 Zähler verloren. Seit Jahresbeginn kommt der Dax auf ein Minus von mehr als 13 Prozent.

Für Euphorie an den Märkten könnte laut Klude wohl nur die Europäische Zentralbank (EZB) sorgen. „Die Investoren hoffen noch immer darauf, dass die EZB mit unbegrenzten Staatsanleihenkäufen kurzfristig als großer Retter auftritt - auch wenn das inzwischen mehr als unwahrscheinlich ist.“ Am Donnerstag hatte EZB-Chef Mario Draghi massiven Aufkäufen von Staatspapieren erneut eine Absage erteilt. Statt dessen erleichterte die Notenbank überraschend deutlich die Refinanzierung der Banken. In den vergangenen Wochen waren vor allem in Frankreich und an den Finanzmärkten Forderungen laut geworden, die EZB solle durch unbegrenzte Staatsanleihenkäufe klammen Euro-Ländern zur Hilfe kommen.

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Nun setzen die Politiker darauf, mit dem Umbau der Euro-Zone zu einer Fiskalunion den goldenen Weg aus der Euro-Krise gefunden zu haben. Die 17 Euro-Staaten und neun Nicht-Euro-Länder der EU einigten sich auf einen Vertrag, der verschärfte Spar- und Kontrollauflagen für die Unterzeichner vorsieht.

Konjunkturdaten rücken in den Mittelpunkt
Nach dem EU-Schuldengipfel dürfte sich die Aufmerksamkeit der Anleger wieder verstärkt auf die Konjunkturaussichten richten. Besonders gespannt warten Investoren auf die US-Einzelhandelsumsätze am Dienstag. Von Reuters befragte Analysten rechnen für November mit einem erneuten Plus von 0,5 Prozent zum Vormonat.

Angesichts des enormen Umsatzwachstums am „Black Friday“, dem umsatzstärksten Tag des US-Einzelhandels im gesamten Jahr, hoffen einige Börsianer aber auf eine positive Überraschung. Nach Angaben der Forschungsgruppe ShopperTrak verbuchte der US-Einzelhandel am Tag nach dem Erntedankfest (Thanksgiving) Rekordeinnahmen in Höhe von 11,4 Milliarden Dollar.

Weitere Hinweise auf die Aussichten für die weltgrößte Volkswirtschaft liefern die Stimmungsindikatoren der Federal Reserve Banken von New York und Philadelphia am Donnerstag. Experten rechnen in beiden Fällen mit einem Anstieg auf plus 2,15 (von plus 0,61) beziehungsweise plus 5,0 (3,6) Punkte.

Fed-Sitzung im Blick
Auf deutscher Seite zeigt der ZEW-Index (Dienstag), wie optimistisch oder pessimistisch Finanzmarktprofis in die Zukunft schauen. „Der ZEW könnte sich zwar auf dem niedrigen Vormonatswert gehalten haben, der Trend zeigt bei ihm aber weiter nach unten“, prognostiziert Commerzbank-Experte Ralph Solveen. Im November waren die Konjunkturerwartungen überraschend stark um 6,9 auf minus 55,2 Punkte gefallen. Es war bereits der neunte Rückgang des Barometers in Folge.

Abseits der Konjunkturdaten richten die Anleger ihren Blick auf die Sitzung der US-Notenbank am Dienstag. Zuletzt hatte die Fed erklärt, das US-Wachstum in den vergangenen Wochen sei nur moderat ausgefallen und damit zu schwach gewesen, um die hohe Arbeitslosigkeit abzubauen. Dies dürfte der Notenbank Spielraum für eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik im kommenden Jahr geben, um die Wirtschaft anzukurbeln. Bei ihrem Zinsentscheid am 13. Dezember rechnen die meisten Experten aber noch nicht damit.

Quelle:  Handelsblatt Online
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