Dax-Ausblick: Neuer Gipfel, neue Unsicherheit

Dax-Ausblick: Neuer Gipfel, neue Unsicherheit

, aktualisiert 02. Dezember 2011, 21:12 Uhr
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Anleger hoffen auf Beschlüsse der Politik. Doch die Gefahr von Rücksetzern bleibt.

Quelle:Handelsblatt Online

Nach dem Abwärtstrend der vergangenen Wochen hat der Dax in den letzten fünf Handelstagen zweistellig zugelegt. Anleger hoffen auf die EZB - und Beschlüsse beim nächsten Euro-Gipfel. Die Gefahr von Rücksetzern bleibt.

Frankfurt, DüsseldorfVor den mit Spannung erwarteten Verhandlungen europäischer Spitzenpolitiker über die Zukunft der Euro-Zone müssen sich Anleger nach Einschätzung von Börsianern auf Kursrückschläge gefasst machen. „Der EU-Krisengipfel hat bereits einige „Vorschusslorbeeren' erhalten“, schreiben die Analysten der Landesbank Berlin (LBB) in ihrem Kommentar. Innerhalb von fünf Handelstagen legte der Dax rund elf Prozent zu. Dies ist sein bestes Wochenergebnis seit drei Jahren. Der markante Kursanstieg birgt nach Ansicht der Analysten die Gefahr von Rücksetzern: Trotz moderater Bewertungen und vorhandener Liquidität seien weitere Kursverluste im Dezember keineswegs überraschend.

Uneins sind sich Börsianer darüber, was vom Euro-Gipfel am kommenden Freitag zu erwarten ist. „Auf längere Sicht wird Deutschland den Zug in Richtung Fiskalunion nicht aufhalten können“, betont Commerzbank-Analyst Christoph Weil. „Den erhofften Befreiungsschlag wird es wohl auch diesmal nicht geben.“ Ähnlich sieht Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. Das Konflikt-Potenzial, zum Beispiel in der Frage von Anleihe-Käufen der Zentralbank, werde dies voraussichtlich verhindern. Folker Hellmeyer, Chef-Volkswirt der Bremer Landesbank, ist dagegen optimistisch. „Die Situation hat sich derart zugespitzt, dass die Wahrscheinlichkeit halbseidener Beschlüsse geringer geworden ist.“

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Weitere Entlastung durch die EZB?
Die europäische Schuldenkrise wird auch die zweite vom neuen Chef Mario Draghi geleitete Ratssitzung der Europäischen Zentralbank prägen. „Die EZB wird sicher versuchen, der Wirtschaft mit konventionellen Mitteln unter die Arme zu greifen“, sagt Aktienstratege Carsten Klude von MM Warburg. Auch die Bereitstellung langfristiger Refinanzierungsmöglichkeiten für die Finanzbranche würde ihn nicht überraschen. „Das sind aber alles nur begleitende Maßnahmen“, betont er. Die grundlegenden Probleme der Euro-Zone könnten nur von der Politik gelöst werden.

Von Reuters befragte Ökonomen sehen die Chancen für eine erneute Zinssenkung um 25 Basispunkte bei 60 Prozent. Außerdem rechnet die Mehrheit mit der Ankündigung weiterer Liquiditätsspritzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB in den kommenden Monaten dem Vorbild der britischen und US-Notenbank folgen und mit dem Kauf von Staatsanleihen in großem Umfang beginnen wird, taxieren die Experten auf 40 Prozent.

Nur wenige Geschäftszahlen auf der Tagesordnung
Auf Unternehmensseite ist der Terminkalender dünn. Am Donnerstag wollen TecDax -Mitglied Carl Zeiss Meditec und der Ingenieur-Dienstleister Bertrandt aus dem SDax Ergebnisse vorlegen. Daneben stehen die Luftfahrt-Werte im Rampenlicht. Für Mittwoch hat der Branchenverband IATA die Veröffentlichung seiner Umsatzprognose angekündigt. Außerdem wollen mehrere Fluggesellschaften wie Air Berlin (Dienstag) oder Lufthansa -Rivale Air France-KLM (Mittwoch) Verkehrszahlen vorlegen. Am Montag tritt außerdem der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse zu seiner vierteljährlichen Sitzung zusammen. Analysten rechnen nicht mit Veränderungen in Dax, MDax & Co.

 

Quelle:  Handelsblatt Online
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