Dax-Ausblick: Testet der Dax das Allzeithoch?

Dax-Ausblick: Testet der Dax das Allzeithoch?

, aktualisiert 19. März 2017, 07:46 Uhr
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Wann fällt das Allzeithoch?

von Jessica SchwarzerQuelle:Handelsblatt Online

Gerade mal 300 Punkte fehlten am Freitag noch, dann hätte der Dax seinen Rekord aus dem April 2015 eingestellt. Das Umfeld ist gut und sollte auch in der kommenden Woche so bleiben. Doch das reicht nicht aus.

DüsseldorfEs ist wie verhext: Seit Wochen pendelt der Dax um die Marke von 12.000 Punkten. So richtig durchstarten wollen die deutschen Standardwerte aber scheinbar nicht. Doch Experten sind optimistisch, dass zumindest der Dax-Rekord in greifbare Nähe rückt. Schließlich fehlten am Freitag zwischenzeitlich nur noch gut 300 Punkte.

„Das Allzeithoch im Dax dürfte in Kürze getestet werden“, ist Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers überzeugt. „Zum Überschießen wären aber wohl weitere ‚Good News‘ nötig.“ Auch Postbank-Stratege Heinz-Gerd Sonnenschein sieht mangels Impulsen in den kommenden Tagen keinen großen Schub nach oben. „Ich könnte mir vorstellen, dass der Handel nach Ablauf der Berichtssaison recht dröge abläuft“, sagt er.

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Gute Nachrichten gab es zumindest in der abgelaufenen Woche bereits. Mit dem Euro-freundlichen Ergebnis bei den Parlamentswahlen in den Niederlanden ist das Gespenst eines „Nexit“ – eines Austritts der Niederlande aus der Euro-Zone – gebannt. Dieses Ergebnis hat ebenso positive Signalwirkung auf die Wahlen in Frankreich: Dort wird die Euro-kritische Präsidentschaftskandidatin Le Pen in der Stichwahl wohl keine Mehrheit erhalten, wenn man den aktuellen Umfragen glaubt.

„In den Niederlanden hat der Deich gegen die Euro-feindlichen Sturmfluten gehalten“, kommentiert Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse, Baader Bank. Und ein ähnliches pro Europa-Ergebnis sei auch für die Präsidentschaftswahl in Frankreich zu erwarten. „Doch besteht langfristig die größte politische Gefahr für ein gemeinsames Europa darin, dass die Politiker dann versucht sein könnten, weiter ihre Hände in den Schoß zu legen und damit Europa seiner wirtschaftlichen, aber auch politischen Perspektiven berauben.“ Kurzfristig dürfte diese Gefahr die Börsen aber wohl nicht bewegen.

Die DZ Bank fände es allerdings begrüßenswert, wenn die Aktienmärkte bis zum nächsten Wahltermin konsolidieren würden. Die Kurse seien zuletzt zu stark angestiegen. Die Gewinnschätzungen kämen bei diesem Tempo nicht mehr mit, sodass sich die Bewertung der Aktienmärkte erneut ausgeweitet hätten, schreiben die Experten in ihrem Kapitalmarktausblick. „Die Chancen für eine solche Konsolidierungsbewegung stehen nicht schlecht, schließlich droht nun nach dem Ende der Berichtssaison eine nachrichtenarme Zeit“, heißt es weiter.

In der alten Woche hat die Erleichterung nach den Wahlen den Aktienmarkt um rund ein Prozent klettern lassen. Der Dax notierte am Freitagmittag bei 12.100 Punkten. Anleger hatten sich mit Blick auf die Wahl in den Niederlanden in den vergangenen Wochen mit größeren Engagements zurückgehalten. Auch die Politik der Notenbanken beschäftigte Anleger in der abgelaufenen Woche. Nach der erwarteten Zinsanhebung der amerikanischen Fed werden sich die Investoren in der neuen Woche wieder auf Wirtschaftsdaten konzentrieren.


Die Deutsche Bank im Fokus

Einige Analysten sehen bei positiven Konjunktursignalen gute Chancen, dass sich der Dax seiner Bestmarke von 12.390,75 Punkten aus dem April 2015 weiter nähern kann. „Das Umfeld für die Aktienmärkte bleibt weiterhin gut“, schreibt auch die Weberbank in ihrem Ausblick. Unter anderem sorgten die positive Wirtschaftsdynamik, steigende Unternehmensgewinne, eine weiterhin expansive europäische Notenbank sowie ein schwacher Euro mittelfristig für Auftrieb.

In der neuen Woche stehen am Dienstag die Leistungsbilanz-Daten aus den USA und am Mittwoch entsprechende Zahlen aus der Euro-Zone auf dem Plan. Am Donnerstag folgen Daten zur Kauflaune der deutschen und europäischen Verbraucher. Am Freitag werden die Auftragseingänge für langlebige US-Güter sowie die europäischen Einkaufsmanager-Indizes veröffentlicht. „Die Stimmung in der Wirtschaft im Euro-Raum nimmt inzwischen euphorische Züge an“, sagt Commerzbank-Analyst Christoph Weil. Es gebe keinen ersichtlichen Grund, warum sich der seit Dezember zu beobachtende steile Aufwärtstrend bei den Einkaufsmanagerindizes im März nicht fortsetzen sollte. „Andererseits haben sie sich inzwischen so weit von den fundamentalen Daten entfernt, dass ein weiterer Anstieg nur schwer vorstellbar ist.“

Auf geldpolitische Nachrichten müssen Börsianer aber auch in der neuen Woche nicht verzichten, da zahlreiche US-Notenbanker öffentlich auftreten. Am Donnerstag hält Fed-Chefin Janet Yellen eine Rede. Von ihren Aussagen und denen ihrer Kollegen erhoffen sich Investoren genauere Hinweise auf das Tempo und Zeitpunkt der erwarteten Zinserhöhungen. Nach der Anhebung in der alten Woche rechnen sie bis zum Jahresende noch mit zwei weiteren Schritten.

Von den Unternehmen erwarten Börsianer nur wenige Kursimpulse. Am Dienstag startet die Deutsche Bank ihre acht Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung. Das Geld hat das Institut schon sicher, weil die begleitenden Investmentbanken den Betrag voll garantieren. Entscheidend ist die Frage, ob die Frankfurter die neuen Papiere zu einem höheren als dem Mindestpreis von 11,65 Euro losschlagen können. Zum aktuellen Aktienkurs ist dies ein Abschlag von rund 35 Prozent.

Sein Debüt im europäischen Index Stoxx 600 feiert Scout24. Der Betreiber der Portale AutoScout24 und ImmobilienScout24 ist seit Herbst 2015 an der Börse gelistet und aktuell an der Börse rund 3,5 Milliarden Euro wert. Japanische Anleger können sich auf ein verlängertes Wochenende freuen. Am Montag bleibt die Börse Tokio wegen des Feiertags zum Frühlingsbeginn geschlossen.

 

 

 

Quelle:  Handelsblatt Online
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