Dax-Ausblick: Vorweihnachtliche Bescherung

Dax-Ausblick: Vorweihnachtliche Bescherung

, aktualisiert 17. Dezember 2016, 09:16 Uhr
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Die Jahresendrally läuft.

von Jessica SchwarzerQuelle:Handelsblatt Online

Die Jahresendrally läuft. Stolze 8,5 Prozent der Dax seit Anfang Dezember zugelegt. Anleger können sich in der neuen Wochen auf weitere Kursgewinne freuen. Für 2017 sind Experten aber weniger optimistisch.

Es wird wohl doch noch ein versöhnlicher Jahresausklang für Dax-Anleger. Dabei hatte es Monate lang so ausgesehen, also ob der deutsche Leitindex das Jahr mit Verlusten oder wenn überhaupt mit einer schwarzen Null abschließen würde. Mittlerweile liegt er 2016 mit 6,5 Prozent im Plus. Das ist das Ergebnis der Jahresendrally, die pünktlich zum Beginn des Dezembers Fahrt aufgenommen hat. Seit Anfang des Monats hat der Dax immerhin 8,5 Prozent zugelegt.

Allein in der abgelaufenen Woche waren es wieder 1,8 Prozent. Auch der „Hexensabbat“ am Freitag konnte dem Dax nichts anhaben. Nach einer Achterbahnfahrt am frühen Nachmittag ging der Index mit einem Plus von 0,33 Prozent bei 11.404 Punkten aus dem Handel. Zwischenzeitlich war er sogar auf 11.451 Punkte, den höchsten Stand seit mehr als 16 Monaten, geklettert.

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In den letzten Handelstagen vor Weihnachten können Anleger Experten zufolge mit weiteren Kursgewinnen rechnen. Vor allem Spekulationen auf einen Wirtschaftsboom unter dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump lassen die Kurse derzeit steigen. Deutsche Aktien profitieren dabei auch von der Schwäche des Euro, die Waren heimischer Firmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger macht. Die Gemeinschaftswährung fiel zeitweise auf ein 14-Jahres-Tief von 1,0364 Dollar.

Denn während die Europäischen Zentralbank (EZB) die Finanzmärkte weiter mit billigem Geld flutet, stehen die USA vor einer Serie von Zinserhöhungen. „In diesem Gefüge der zwei geldpolitischen Geschwindigkeiten könnte ein Euro bald weniger wert sein als ein US-Dollar“, betont Jochen Stanzl, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. Aktuell kostet die Währung gut 1,04 Dollar.

Die aktuelle Rally habe aber eine Kehrseite, warnt Otmar Lang, Chef-Volkswirt der Targobank. „Je mehr von der 'Trump-Dividende' bereits in den diesjährigen Kursen enthalten ist, desto geringer fällt die Aktienperformance in 2017 aus“, sagt er. Anlage-Experte Joachim Goldberg von der Beratungsfirma Goldberg und Goldberg hält sogar ein vorzeitiges Ende der Weihnachtsrally am Aktienmarkt für möglich. Entgegen den Gepflogenheiten werde manch ein Anleger die Gewinne nicht laufen lassen, sondern die Gelegenheit nutzen, um Kasse zu machen. "Dieses Mal scheint Sicherheit vorzugehen."


Geldpolitik sorgt weiter für Gesprächsstoff

Nach der allgemein erwarteten Zinserhöhung der US-Notenbank sorgt die Geldpolitik der Fed für reichlich Gesprächsstoff. Börsianer rätseln, ob die Fed 2017 wie angedeutet drei weitere Schritte folgen lässt. „Zinspanik ist nicht angebracht“, Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank. „Leichte Zinserhöhungen sind Beweise für eine freundliche Konjunkturstimmung. Kritische Zinserhöhungsniveaus wird die Fed verhindern, um - wie nach der radikalen Zinserhöhungsphase von 2004 bis 2006 - Stimmungseintrübungen der Wirtschaft zu verhindern, die dann erst eine noch großzügigere Geldpolitik als vorher erforderlich machten.“

Die Experten der Rabobank äußern sich skeptisch. Schließlich habe die Zentralbank im laufenden Jahr den Schlüsselsatz nur einmal statt der geplanten vier Mal angehoben. Enttäuschende Zahlen zur Kauflaune der US-Verbraucher könnten die Zweifler am Donnerstag bestärken. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft.

Am Freitag veröffentlichen die GfK-Marktforscher vergleichbare Zahlen für Deutschland. Darüber hinaus lässt der Ifo-Index am Montag Rückschlüsse auf die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen zu. Außerdem stehen am Mittwoch die Daten zum europäischen Verbrauchervertrauen auf dem Terminplan.

Bei den Unternehmen stehen erneut die Finanzwerte im Rampenlicht. Anleger hoffen auf eine rasche Sanierung der kriselnden italienischen Institute unter der neuen Regierung in Rom. Außerdem will der Staat Insidern zufolge denjenigen Geldhäusern, die nicht ausreichend Geld bei privaten Investoren auftreiben können, mit bis zu 15 Milliarden Euro unter die Arme greifen.

Am Tag vor Heiligabend schließt die Londoner Börse ihre Pforten vorzeitig. In Tokio ruht der Handel am Freitag wegen des Geburtstags des japanischen Kaisers komplett. Drei Tage vorher berät die Bank von Japan (BoJ) über ihre Geldpolitik. Da sich die Märkte in den vergangenen Wochen in ihrem Sinne entwickelt hätten, seien keine Veränderungen zu erwarten, sagte Commerzbank-Analyst Bernd Weidensteiner.

Mit Material von Reuters

Quelle:  Handelsblatt Online
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