Dax-Ausblick: Wie die Bilanzflut auf die Märkte wirkt

Dax-Ausblick: Wie die Bilanzflut auf die Märkte wirkt

, aktualisiert 30. Juli 2016, 15:00 Uhr
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Riesenwelle: Zahlreiche Quartalszahlen stehen im Terminkalender.

von Susanne SchierQuelle:Handelsblatt Online

In Deutschland steht die neue Handelswoche ganz im Zeichen der Quartalssaison. Viele Unternehmen berichten über das erste Halbjahr. Die Ergebnisse dürften gemischt ausfallen – mittelfristig nehmen die Risiken sogar zu.

FrankfurtAuf den ersten Blick scheint die Welt für Anleger wieder in Ordnung zu sein: Der erste Brexit-Schock ist abgehakt und der Dax steht aktuell sogar höher als vor der Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen. Für einige Analysten ist das aber kein Grund für Optimismus. Denn mittelfristig nehmen ihrer Ansicht nach die Risiken zu.

Die schwächere Konjunktur – die US-Wachstumszahlen am Freitag fielen etwa sehr schwach aus – und die praktisch stagnierenden Gewinnerwartungen werden den deutschen Aktienmarkt bremsen, heißt es etwa bei der Commerzbank.

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Denn eine der wenigen Wachstumsquellen für die Dax-Unternehmen war in den vergangenen Jahren das starke Wachstum der deutschen Exporte. Dieses schwäche sich nun aber ab, da der Euro seit Mitte 2015 wieder leicht aufgewertet hat. „Angesichts nun wohl eher rückläufiger nominaler Exporte Richtung USA, Großbritannien und China dürften die Dax-Gewinne in den kommenden Quartalen nur relativ moderat zulegen“, sagt Aktienexperte Andreas Hürkamp.

DZ-Bank-Analyst Christian Kahler sieht die Folgen des Brexits mittelfristig als unmittelbares Risiko für Gewinnschätzungen und Kurse an: „Im Zuge eines sehr schwachen Konjunkturwachstums weltweit, speziell aber auch in der EU, sollten im kommenden Jahr die Unternehmensgewinne bei europäischen Unternehmen kaum wachsen.“ Der momentan vorherrschende Optimismus an den Aktienmärkten wäre daher übertrieben, die Kurse entsprechend rückschlaggefährdet, meint er.

In den Ergebnissen nach dem ersten Halbjahr dürften sich die Risiken bislang nur eingeschränkt widerspiegeln. Dennoch warten die Anleger gespannt auf die Ergebnisse und Hinweise auf die weitere Entwicklung: Vor allem am Dienstag erwartet sie eine wahre Bilanzflut – unter anderem legen BMW, FMC, Fresenius, Infineon, Vonovia und Metro ihre Zahlenwerke vor.

Auch Commerzbank und Deutsche Lufthansa, die bereits Eckdaten bekannt gegeben hatten, berichtet an diesem Tag ausführlicher. Am Mittwoch folgen Axel Springer, Continental und Deutsche Post, am Donnerstag Beiersdorf, Merck, Pro Sieben Sat 1, Siemens und das komplette Zahlenwerk von Adidas. Die Allianz bildet dann das Schlusslicht am Freitag.


Die bisherigen Ergebnisse bieten Licht und Schatten

Die abgelaufene Handelswoche schloss der Dax positiv ab. Am Freitag überzeugten die Anleger vor allem die Zahlen von HeidelbergCement. Nach einem Gewinnplus im zweiten Quartal zeigte sich der Baustoffkonzern optimistisch für das Gesamtjahr. Am Tag zuvor hatte bereits Adidas mit starken Eckdaten und einer erneuten Prognoseanhebung gepunktet.

Doch alles in allem fällt das Fazit der Quartalssaison bisher eher gemischt aus. Bayer konnte zwar in der Pharmasparte punkten, steht aber im Agrargeschäft vor Herausforderungen. Bei BASF blieb der Quartalsgewinn gar insgesamt unter den Erwartungen. Und auch für Deutsche Bank und Commerzbank läuft es derzeit nicht rund.

Die Ergebnisse des Bankenstresstests wurden zudem am Freitag bekanntgegeben, allerdings erst nach Börsenschluss. Sie könnten am Montag im Nachgang für deutlichere Kursausschläge sorgen, meint Helaba-Analyst Christian Schmidt.

Ein wichtiger Termin in der nächsten Börsenwoche ist auch der Zinsentscheid der Bank of England am Donnerstag. „Die Sorgen nach dem Brexit-Votum legen sich. Jedoch zeichnen sich die negativen Folgen für die Konjunktur allmählich ab. Die Bank of England (BoE) wird daher ihren Leitzins senken, das Pfund Sterling dürfte weiter abwerten“, meint Christian Apelt von der Helaba. Eine weitere quantitative Lockerung wird von den meisten Ökonomen aber vorerst nicht erwartet.

In der neuen Woche werden die Anleger auch wieder mit Interesse in die USA blicken. „Der US-Arbeitsmarktbericht wird wohl positiv genug ausfallen, um die Fed weiter über eine Zinserhöhung nachdenken zu lassen“, meint Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Die Aktienkurse im Leitindex S&P500 sind indes zuletzt immer wieder auf neue Rekordhochs geklettert. Insbesondere die Analysten der DZ Bank mahnen daher zur Vorsicht: „Die Wall Street zeigt bereits seit mehreren Wochen eindeutige Überhitzungstendenzen und ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 18 inzwischen mehr als 20 Prozent höher bewertet als im historischen Durchschnitt“, sagt Experte Michael Pohn.

Quelle:  Handelsblatt Online
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