Dax-Bilanzen: Anleger müssen oft im Nebel stochern

Dax-Bilanzen: Anleger müssen oft im Nebel stochern

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Gewinnprognosen bei Dax-Unternehmen: Intransparenz macht es Investoren nicht leicht.

von Mark Fehr

Anleger wollen wissen, was ihre Unternehmen in der Zukunft verdienen. Leider halten viele Dax-Konzerne ihre Prognosen gern wage. Doch gibt es auch Vorbilder.

Anleger investieren in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit eines Unternehmens. Die Geschäftsberichte liefern jedoch zu einem großen Teil einen Blick in den Rückspiegel. Der Stand des Vermögens und der Schulden wird zum Ende des Geschäftsjahres berechnet, das bei der Präsentation der Ergebnisse schon Wochen und Monate zurückliegt.

Die Aufwendungen und Erträge aus der Gewinn- und Verlustrechnung beziehen sich ebenfalls auf das abgelaufene Geschäftsjahr, auch wenn darin zuweilen schon Belastungen verbucht sind, die erst in der Zukunft auf das Unternehmen zukommen.

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Daher ist für zukunftsorientierte Anleger besonders der Blick in den Lagebericht so wichtig. Denn dieser Teil des Geschäftsberichts soll auch Prognosen darüber liefern, mit welchen Ergebnissen der Vorstand in der näheren Zukunft rechnet.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz DSW untersucht daher seit 2011 gemeinsam mit der Unternehmensberatung Kirchhoff jährlich, wie genau es die 30 Großunternehmen aus dem wichtigsten deutschen Aktienindex Dax mit ihren Prognosen nehmen und wie treffsicher diese Informationen für die Anleger sind.

„Wer langfristig anlegen will, braucht langfristige Informationen“, sagt DSW-Präsident Ulrich Hocker. Allerdings legen sich immer weniger Dax-Unternehmen über den von den Rechnungslegungsstandards vorgegebenen Prognosezeitraum von nur einem Jahr hinaus fest. Nur sechs der 30 Dax-Größen taten dies in ihren aktuellen Geschäftsberichten – zwei Jahre zuvor waren es noch 14 Gesellschaften, die freiwillig einen weiteren Blick in die Zukunft wagten als vorgeschrieben.
Die Anlegerschützer von der DSW legen besonderen Wert auf quantitative Informationen, also solche mit harten Zahlen.

Besonders gut kommt in der DSW-Studie der Gesundheitskonzern Fresenius weg. Er schlüsselte in einem engen Prozentbereich detailliert auf, wie sich Umsatz, Konzerngewinn, Investitionen und Dividende 2017 entwickeln würden. Darüber hinaus brach er die Vorhersagen auch auf einzelne Geschäftsbereiche herunter und legte quantitativ formulierte Ziele für das Jahr 2020 fest.

Positiv als transparentes Unternehmen hervorgehoben werden auch die Deutsche Telekom, der Autozulieferer Continental und der Chemiekonzern Bayer.

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Niedrige Transparenz bescheinigte die DSW dagegen dem Baustoffspezialisten HeidelbergCement, dem Konsumgüterkonzern Beiersdorf und dem Autohersteller Daimler. Diese Unternehmen vermieden es, sich zahlenmäßig festzulegen und lieferten eher nebulöse Aussagen über die Entwicklung ihrer Geschäftszahlen mit schwer zu interpretierenden Formulierungen wie „einer moderaten Steigerung“, „leicht über dem Vorjahreswert“ oder „nochmals steigern“.

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