Dax-Bilanzen: Notwendige Abschreibungen vermieden

Dax-Bilanzen: Notwendige Abschreibungen vermieden

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Verzweiflung an der Börse: der Dax legte den schlechtesten Mai seiner Geschichte hin und in den Bilanzen lauern erhebliche Risiken

von Christof Schürmann

Viele Dax-Unternehmen ziehen seit Jahren Übernahmeprämien durch die Bilanz und schreiben diese kaum noch ab. Das ist riskant. Über solide Werte und schwarze Schafe.

In der Regel zahlen Unternehmen bei einem Erwerb eines Konkurrenten eine Übernahmeprämie (sogenannter Goodwill oder Firmenwert). Dieser Goodwill bemisst sich aus der Differenz zwischen gezahltem Kaufpreis und dem bewertbaren Vermögen des erworbenen Unternehmens.

Bis ins Jahr 2004 galt die Regel, diesen Goodwill regelmäßig abzuschreiben, mit einer Laufzeit über 10 bis 15 Jahre. Denn es wurde unterstellt, dass die gezahlte Prämie keinen ewigen Nutzen darstellt. Seit acht Jahren ist diese Regel abgeschafft. Stattdessen müssen Unternehmen einmal jährlich testen, ob die einst gezahlte Prämie noch gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall, müssen sie Goodwill abschreiben.

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Neben unternehmensspezifischen Indizien für einen Abschreibungsbedarf gelten Konjunktur und Börsenentwicklung als Indikatoren. Selbst in der Rezession 2009 schrieben die Dax-Unternehmen aber so gut wie nicht ab. Und der Dax liegt aktuell nur auf dem Niveau von 1998. Anlegern drohen deshalb böse Überraschungen: Plötzliche hohe Abwertungen würden Gewinne und Eigenkapital dramatisch treffen; Aktien, gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis, würden teurer.

Viele Dax-Unternehmen ziehen seit Jahren Übernahmeprämien

durch die Bilanz und schreiben diese kaum noch ab

Unternehmen  

bilanzierte

Übernahme-

prämien

(Goodwill,

in Mio. € 2011)

Goodwill

in %

des Eigen-

kapitals

per Ende

2011

Abschreibungen heutefrüher

Ø jährliche 

Abschreibung

2005–2011

(in Mio. €)

Ø 2005-2011:

Abschreibung 

relativ zum

durchschnittlich

bilanzierten Goodwill

Ø 2000-2004:

Abschreibung

relativ zum 

durchschnittlich 

bilanzierten Goodwill

Adidas158030 %0

0,0 %

7,2 %
Allianz11.72225 %94

0,8 %

8,5 %
BASF 5.96223 %92

2,0 %

9,7 %
BMW 369

1 %

0

0,0 %

kein Goodwill
Bayer9.16048 %0

0,0 %

11,7 %
Beiersdorf51

2 %

30

27,0 %

40,2 %
Commerzbank2088

8 %

1016,9 %19,0 %
Daimler736

2 %

4

0,4 %

3,9 %

Deutsche

Bank

10.97320 %175

2,1 %

4,3 %

Deutsche

Börse

2095

66 %

2

1,1 %

5,9 %

Deutsche

Post

12.074

108 %

150

1,3 %

11,1 %

Deutsche

Telekom

17.15843 %11986,1 %15,2 %
E.On14.08336 %649

4,1 %

8,0 %
Fresenius12.669

116 %

0

0,0 %

0,0 %

Fresenius

Med. Care

9187

108 %

0

0,0 %

2,9 %

Heidelberg

Cement

10.763

79 %

122

1,5 %

8,3 %
Henkel6712

77 %

8

0,2 %

12,8 %
Infineon21

1 %

3

2,7 %

16,1 %
K + S 65121 %0

0,0 %

26,8 %
Linde7868

65 %

1

0,0 %

4,0 %
Lufthansa613

8 %

437,2 %37,6 %
MAN 726

13 %

0

0,0 %

12,4 %
Merck 471645 %6

0,3 %

7,3 %
Metro4045

63 %

45

1,1 %

5,0 %

Münchener

Rück

3511

15 %

63

1,9 %

9,6 %
RWE 13.593

80 %

117

1,0 %

6,0 %
SAP8709

69 %

0

0,0 %

15,4 %
Siemens15.70649 %265

1,9 %

9,5 %
ThyssenKrupp337833 %67

1,7 %

4,2 %
Volkswagen4150

7 %

1

0,0 %

27,7 %

rote Markierung = hoher Goodwill/geringe Abschreibung

grüne Markierung = niedriger Goodwill/hohe Abschreibung

Quelle: Universität St. Gallen, Institut für Accounting, Controlling

und Auditing, Bloomberg, eigene Berechnungen  

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