BMW
Dem alten Reflex, dass bei lahmender Konjunktur Autowerte aus dem Depot fliegen, konnte sich BMW bisher besser widersetzen als Konkurrent Daimler. BMW setzt voll auf neue Techniken, treibt Kooperationen mit Peugeot, Toyota und General Motors zur Entwicklung von Elektro- und Hybridmotoren voran und entwickelt eine Autokarosse aus leichten Karbonfasern.
Wer den Ökoauto-Weg mitgehen will, sollte wissen, dass er holprig werden kann. Doch Jürgen Pieper, Autoexperte der Privatbank Metzler, hält die Münchner personell und finanziell für stark genug, um Fortschritte zu erzielen. „BMW zahlt die Pionierkosten, weniger innovative Hersteller warten ab, was herauskommt“, sagt Pieper. Ab 2013 könnte das belohnt werden, dann soll mit dem i3 ein BMW-Elektroauto im Karbonmantel starten. Missglückt das Experiment, leidet auch die Aktie.
Das im Februar startende neue 3er-Modell bringt wenig Neues, außer etwas Spritersparnis. Die BMW-Oberklasse ist mit der schlechten CO2-Bilanz nicht zeitgemäß. Käufer in Schwellenmärkten stört das aber nicht. Nur deren Regierungen sind kreativ beim Einführen von Straf- und Luxuszöllen, jede Nachricht dazu drückt den Aktienkurs. Im langjährigen Mittel ist die Marke mit Weltrang derzeit günstig zu haben, inklusive eines Wachstums in Schwellenmärkten, das noch jahrelang mögliche Rückgänge beim Verkauf in Europa ausgleichen kann.