Deutsche Post
Seit Jahren verschicken die Deutschen weniger Briefe. Das Geschäft floriert trotzdem. Zum einen verschicken Unternehmen mehr Rechnungen und Werbebriefe, zum anderen bestellen immer mehr Privatleute Waren im Internet. Einen Großteil liefert die Post aus. So stieg die Anzahl der Pakete von Geschäftskunden in den ersten neun Monaten um elf Prozent, der Paketumsatz in Deutschland legte insgesamt um acht Prozent zu. Hinter dem Erfolg der Post, die ihre Gewinnschätzung vor Zinsen und Steuern (Ebit) für 2011 im November von 2,2 bis 2,4 auf über 2,4 Milliarden Euro angehoben hat, steckt aber vor allem das internationale Logistikgeschäft unter der Marke DHL.
Schon heute bringt das Ausland 68 Prozent des Post-Umsatzes; auch für 2012 erwartet die Post ein erfolgreiches Jahr. Während die Post in den vergangenen Jahren noch hohe Summen in den Konzernumbau stecken musste, profitiert sie nun von der Konzentration auf ihr Kerngeschäft. So stieg der freie Cash-Flow in den ersten neun Monaten auf 480 Millionen Euro (plus 47 Prozent). Außerdem hortet die Post 2,8 Milliarden Euro Bargeld und kommt auf 592 Millionen Euro Nettoliquidität. Bis 2015 werde der Geldberg auf 4,5 Milliarden Euro und damit auf ein Drittel des aktuellen Börsenwerts steigen, schätzt die Commerzbank.
Jetzt denkt die Post über eine Sonderdividende nach. Schon mit den 0,65 Euro für 2010 kommen Aktionäre auf fast sechs Prozent Rendite. Mit der Ausschüttung von 40 bis 60 Prozent des Nettogewinns will die Post sie auch künftig bei Laune halten. Erfolg erhöht aber den Druck: Verdi fordert für Postler sieben Prozent mehr Lohn, die Monopolkommission will mehr Wettbewerb, da der Marktanteil der Post-Konkurrenten bei zehn Prozent stagniert.