Merck
Das Medikament Rebif (gegen multiple Sklerose) von Merck hat von der Europäischen Arzneimittelbehörde eine Empfehlung für eine erweiterte Anwendung bekommen. Aller Voraussicht nach folgt die EU-Kommission diesem Vorentscheid. Rebif, mit rund 1,7 Milliarden Euro Jahresumsatz das wichtigste Medikament von Merck, wird damit weiterhin die Stütze des Pharmageschäfts sein. Dennoch werden die nächsten Jahre nicht einfach.
Die Darmstädter müssen dringend ihr Angebot an neuen Medikamenten ausbauen. Um Kosten und Risiken überschaubar zu halten, wird Merck vermehrt mit kleinen Pharmaspezialisten zusammenarbeiten. Vielversprechend wäre eine verbesserte Version des Blockbusters Erbitux (gegen Krebs). Stärker als im Pharmageschäft hängt Merck in seinem zweiten Geschäftsbereich, der Sparte Chemie, von der allgemeinen Konjunkturentwicklung ab. Kern ist das Geschäft mit Flüssigkristallen für Displays und Bildschirme, das 2012 leicht rückläufig sein dürfte. Einen Ausgleich verspricht das stabile Geschäft des 2010 gekauften US-Laborausrüsters Millipore.
Insgesamt hat Merck eine gute Chance, nach einem schwächeren Jahr nun 2012 den Gewinn wieder deutlich zu erhöhen. Nach dem schwachen Kursverlauf der vergangenen Jahre bietet die Aktie durchaus Nachholbedarf. Für einen Pharmawert birgt das Papier aber ein hohes Risiko.