Dax deutlich im Plus: Märkte hoffen auf Einigung im Griechenland-Streit

Dax deutlich im Plus: Märkte hoffen auf Einigung im Griechenland-Streit

, aktualisiert 22. Juni 2015, 14:18 Uhr
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Hoffnung auf Einigung im Hellas-Streit lässt Kurse deutlich steigen.

von Saskia Littmann

Dank der neuen Reformvorschläge der griechischen Regierung wittern die Märkte eine Einigung im Schuldenstreit mit Athen, der Dax legte deutlich zu. Die Erwartungen an eine tatsächliche Lösung sind allerdings gering.

Hellas hat die Märkte einmal mehr im Griff. Vor dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der Euro-Staaten am Montagabend sind Börsianer offenbar optimistisch, dass es in Sachen Griechenland noch zu einer Einigung kommt. Der Dax lag am Montagvormittag um mehr als drei Prozent im Plus, andere Indizes wie der Euro-Stoxx 50 legten ebenfalls kräftig zu.

Grund für die Euphorie sind neue Reformvorschläge, die die griechische Regierung kurz vor dem Krisengipfel präsentiert hat, sie werden von den Anlegern als gute Basis für die Verhandlungen gewertet. Laut dem neuen Plan von Regierungschef Alexis Tsipras sollen innerhalb der nächsten anderthalb Jahre insgesamt fünf Milliarden Euro eingespart werden. Zentrales Element der Reformvorschläge sind unter anderem höhere Mehrwertsteuersätze. Beispielsweise sollen Hotelgäste für eine Übernachtung künftig 13 statt 6,5 Prozent Mehrwertsteuer zahlen. Auch in Restaurants oder Cafés soll der Beitrag auf 23 Prozent erhöht werden, ebenso bei Grundnahrungsmitteln wie Nudeln.

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Zudem hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Nothilfen für griechische Banken (ELA) erneut ausgeweitet. Schon in der vergangenen Woche wurden die Hilfen zweimal auf mehr als 80 Milliarden Euro erhöht. Die Notkredite sorgen dafür, dass die griechischen Banken liquide bleiben. Durch den Schuldenstreit können sich die Geldinstitute nicht über die Kapitalmärkte refinanzieren, zudem räumen viele Griechen aus Angst vor dem Grexit ihre Konten leer, den Banken gehen die Einlagen aus.

Nachhaltige Euphorie?

Für die Märkte wäre eine Einigung im Hellas-Streit wichtig, die Unsicherheit über den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone sorgte zuletzt für viele Schwankungen an den Märkten. Fraglich ist aber, wie lange die Euphorie anhalten wird. Kurzfristig gab der Dax bereits nach, als Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble verlauten ließ, man habe bisher "keine substanziellen Vorschläge" aus Athen bekommen.

"Den großen Wurf, den sich Vertreter der Euro-Gruppe und der Kapitalmärkte wünschen, wird es nicht geben", kommentieren Analysten der Essener Nationalbank den bevorstehenden Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs. Vor allem werde es kaum möglich sein, die griechischen Vorschläge so kurzfristig auf ihre Tragfähigkeit und Wirkung hin zu untersuchen, so die Experten. "Vermutlich gibt es einen typischen Euroland-Kompromiss: Durchwursteln".

Viele Beobachter rechnen mit einer Einigung in letzter Minute, ähnlich wie bei vorhergehenden Krisentreffen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Griechenland die Euro-Zone verlasse, bleibe gering, schreibt beispielsweise die US-Bank JP Morgan in einem Kommentar. Zuletzt hatten Umfragen gezeigt, dass auch die Griechen lieber in der Euro-Zone bleiben wollen und mit der Politik ihrer Regierung nicht einverstanden sind.

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Auch zahlreiche andere Banken sehen den Grexit nicht als das wahrscheinlichste Szenario. Zudem zeigen Umfragen unter Investoren immer wieder, dass ein möglicher Grexit längst nicht der einzige Faktor ist, der Börsianer derzeit umtreibt. Mehr Unsicherheit gehen von der bevorstehenden Zinswende in den USA oder der Blasenbildung an Chinas Börse aus. Analysten betonen zudem, der Grexit könnte zu deutlichen Kursverlusten führen, mittelfristig sei aber nicht mit einer Belastung für die Börse zu rechnen.

Vieles deutet also darauf hin, dass Börsianer derzeit vor allem die Aussicht auf eine Einigung begrüßen, damit endlich wieder Klarheit herrscht. Wie diese Einigung aussehen könnte, ist zweitrangig.

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