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Dax-Vorschau: Ist das kleine Kursfeuerwerk bald vorbei?

Quelle: Handelsblatt Online

Der Dax hat die Marke von 7.000 Punkten geknackt. Aber was kommt nun, ist der Aufwärtstrend intakt? Die Experten sind skeptisch; zumindest, was die Kursentwicklung in den kommenden Handelstagen betrifft.

Händler an der Frankfurter Börse. Quelle: dapd
Händler an der Frankfurter Börse. Quelle: dapd

FrankfurtZum Abschluss der Berichtssaison dürfte sich der Dax in der neuen Woche nahe der Marke von 7.000 Punkten einpendeln. Das Jahreshoch von 7.194 Zählern bleibt allerdings außer Reichweite. "Zuletzt haben sich die Kurse eigentlich gut gehalten, wir sehen auch in den nächsten Tagen keinen Grund für massiven Druck", sagt Tobias Basse, Aktienstratege der NordLB. Auf Wochensicht legte der Dax bis Freitagnachmittag um rund ein Prozent zu, das war der sechste Wochengewinn in Folge. Am Donnerstag hatte er die psychologisch wichtige 7.000-Punkte-Marke geknackt.

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In der alten Woche weilten viele Marktteilnehmer noch in den Ferien, das sorgte für extrem niedrige Umsätze. Ähnliches erwarten Analysten auch für die neue Woche. "Bis zum Labour Day am 3. September in den USA werden die Umsätze niedrig bleiben", meint Jörg Rahn von der Privatbank Marcard, Stein & Co.

Andere Börsianer machen zusätzlich die im September anstehenden Entscheidungen rund um die Schuldenkrise für die Zurückhaltung der Investoren verantwortlich. Am 12. September will das Bundesverfassungsgericht über die Rechtmäßigkeit des Rettungsschirms ESM entscheiden. "Im Vorfeld dieses Urteils fehlt es an klaren Signalen, um eine Tendenz am Aktienmarkt zu etablieren", schreiben die Analysten der Landesbank Berlin in einem Kommentar. Anfang kommenden Monats will zudem die Europäische Zentralbank (EZB) Details zu ihren in Aussicht gestellten Hilfen für kriselnde Euro-Staaten bekanntgeben. Außerdem will sich die Troika aus EU, EZB und Internationalem Währungsfonds zu den Sanierungsfortschritten Griechenlands äußern. Von dem Bericht hängt ab, ob das Land weitere Gelder bekommt.

Auch die Experten der Commerzbank sind kurzfristig eher vorsichtig. "Es gibt Signale, dass den Unternehmensgewinnen im dritten Quartal ein noch stärkerer Gegenwind von der globalen Konjunktur droht", warnt Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp. Langfristig könnten die Börsen dem NordLB-Experten Basse zufolge aber von den Unsicherheiten am Markt für Staatsanleihen profitieren. Die niedrigen Renditen für risikoarme Anleihen und das hohe Risiko bei den renditestarken Papieren der Euro-Peripheriestaaten trieben Anleger vermehrt in Aktien.


Die Junkies und die Geldspritze

Die Berichtssaison trudelt aus, nur noch einzelne kleinere Unternehmen wie Fielmann oder Sixt präsentieren ihre Quartalszahlen. Dadurch rücken politische Ereignisse wieder stärker in der Fokus. Die Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Frankreichs Präsident Francois Hollande und dem griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras am Donnerstag und Freitag könnten die Aufmerksamkeit der Börsianer auf sich ziehen.
Zum Wochenausklang stehen zudem zahlreiche Konjunkturdaten auf der Agenda. Von ihnen erhoffen sich Anleger Hinweise darauf, ob und wann neue Geldspritzen der Notenbanken zur Ankurbelung der Konjunktur zu erwarten sind. Vor diesem Hintergrund warten sie gespannt auf die Daten aus China am Donnerstag.

Am selben Tag liefern die Stimmungsindikatoren der europäischen und deutschen Einkaufsmanager Anhaltspunkte für die Aussichten der heimischen Wirtschaft. Das Barometer für die deutsche Industrie wird laut Prognosen auf 43,5 Zähler steigen, nach 43 Punkten im Juli.

Für Überraschungen könnten am Freitag die Juli-Auftragseingänge für langlebige US-Güter sorgen. Von Reuters befragte Analysten rechnen zwar im Schnitt wie im Vormonat mit einem Plus von 1,3 Prozent. Die Experten der Postbank und NordLB-Stratege Basse erwarten dagegen dank zahlreicher Bestellungen beim US-Flugzeugbauer Boeing ein deutlich höheres Plus. Eine positive Überraschung könnte dem Dax Schub verleihen.

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