Deutsche Aktien erholt : Dax macht Vortagesminus wett

Deutsche Aktien erholt : Dax macht Vortagesminus wett

Stabiliserung an der deutschen Börse: Der deutsche Leitindex Dax kletterte am Dienstag wieder über die Marke von 10.000 Punkten und knackte so wieder die psychologisch wichtige Marke.

Nach dem Börsenrutsch zum Wochenstart hat der Dax am Dienstag seine Vortagesverluste wieder wettgemacht. Der fortgesetzte Kampf Chinas gegen eine Konjunkturflaute und zahlreiche beschwichtigende Kommentare zur Weltwirtschaftslage gaben Auftrieb. Der Leitindex stieg nicht nur wieder über die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten, sondern schloss mit plus 4,97 Prozent bei 10 128,12 Punkten knapp über seinem Schlussstand vom Freitag. Der Index der mittelgroßen Werte MDax erholte sich um 3,66 Prozent auf 19.299,90 Punkte und der TecDax gewann 5,60 Prozent auf 1662,91 Punkte.

Die chinesische Zentralbank kündigte eine weitere Leitzinssenkung an. Damit soll der Wirtschaft des Landes unter die Arme gegriffen werden. Noch zu Wochenbeginn hatten Sorgen um eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft sowie die Kursturbulenzen am Aktienmarkt des Landes die Börsen weltweit auf Talfahrt geschickt: Der Dax war erstmals seit Januar unter die Marke von 10.000 Punkten gerutscht und zeitweise bis auf 9300 Punkte abgesackt.

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Stichwort: Die schwärzesten Tage für den Dax seit 1987

  • Hintergrund

    Frankfurt, 24. Aug (Reuters) - Die Furcht vor einem deutlichen Konjunktureinbruch in China hat die Aktienmärkte am Montag auf Talfahrt geschickt. Der Frankfurter Leitindex Dax rutschte erstmals seit Mitte Januar wieder unter die Marke von 10.000 Punkten, zeitweise fiel er um bis 3,6 Prozent auf 9760 Zähler.

    Eindeutige Kriterien für einen Crash gibt es nicht - außer Panik, hohe Umsätze und hohe Verluste. Beim bislang größten Börsenkrach der Nachkriegszeit am 19. Oktober 1987, als Spekulationen auf Zinserhöhungen den Dow-Jones-Index an der Wall Street um 23 Prozent einbrechen ließ, gab es den Dax noch nicht. Er wurde erst am 1. Juli 1988 erstmals berechnet.

    Im folgenden eine Übersicht über die prozentual höchsten Verluste des Dax seither:

    DIE 1990er JAHRE UND DIE ANSCHLÄGE VON 9/11

  • 16. Oktober 1989

    Der Dax fällt um rund 13 Prozent und folgt damit der Wall Street, wo Finanzierungs-Schwierigkeiten bei einem Unternehmensverkauf einen Ausverkauf auslösten.

  • 19. August 1991

    Ein später gescheiterten Putsch gegen den damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow drückt den Dax um gut neun Prozent ins Minus.

  • 20. Oktober 1997

    Im Sog der Asienkrise sackt der Dax im Handelsverlauf um bis zu 13 Prozent ab und schließt mit 3567 Punkten acht Prozent niedriger.

  • 1. Oktober 1998

    Die Angst vor einem Flächenbrand im Bankenwesen nach der Schieflage eines Hedgefonds in den USA und einer Eskalation der Krisen in Asien, Japan, Lateinamerika und Russland drücken den Dax um acht Prozent ins Minus.

  • 11. September 2001

    Nach den Terroranschlägen in den USA fällt der Dax um neun Prozent.

  • Finanzkrise 2008

    Sie hinterlässt tiefe Spuren im Dax.

  • 21. Januar 2008

    Angst vor einer Rezession in den USA drückt den Dax um sieben Prozent auf 6790 Punkte ins Minus. Bei der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers am 15. September kommt er aber glimpflich davon und verliert nur moderate 2,7 Prozent.

  • 6. Oktober 2008

    Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der Dax verliert sieben Prozent.

  • 8. Oktober 2008

    Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei -Index um über neun Prozent ab. Der Dax verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der Dax schließt mit einem Minus von sechs Prozent.

  • 10. Oktober 2008

    Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der Dax verliert ebenfalls sieben Prozent.

  • 24. Oktober 2008

    Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den Dax in der Spitze um über elf Prozent.

  • 8. August 2011

    Nachdem die USA bei der Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bestnote als Kreditnehmer verlieren, brechen die Kurse ein: Der Dax verliert rund fünf Prozent.

  • 5. September 2011

    Die Furcht der Anleger vor einer weltweiten Rezession und einer Ausweitung der Schuldenkrise in der Euro-Zone drückt den Dax um 5,3 Prozent ins Minus.

  • 1. November 2011

    Der Dax verliert rund fünf Prozent. Auslöser ist die überraschende Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland über ein Rettungspaket.

  • 29. Juni 2015

    Das Scheitern der Gespräche zur Lösung der Schuldenkrise in Griechenland und die überraschende Ansetzung einer Volksabstimmung über die Forderungen der Gläubiger drückt den Dax gleich im frühen Handel um 4,6 Prozent auf 10.964,24 Punkte.

Eine Reihe Börsianer hatte die Verluste als deutlich zu hoch eingestuft und von übertriebenen Konjunktursorgen gesprochen. Der am Dienstag veröffentlichte Ifo-Geschäftsklimaindex, der die Wirtschaftsstimmung in Deutschland widerspiegelt, fiel jedenfalls besser als erwartet aus.

Im Dax zählten die Aktien konjunktursensibler Werte und solcher mit starker Ausrichtung auf China zu den Favoriten. Sie waren am Vortag besonders abgestraft worden. Die Papiere des Chipherstellers Infineon waren Spitzenwert mit plus 9,67 Prozent, die des Autobauers BMW gewannen 6,36 Prozent. Die Aktien der Deutschen Telekom, die ebenfalls um mehr als 6 Prozent zulegten, profitierten von positiven Äußerungen eines Experten der schweizerischen Bank Credit Suisse.

Börsenabsturz Anleger zwischen Party und Katerstimmung

Was war das denn? Der breite Kursrutsch an den Börsen weltweit hat die Bezeichnung Crash verdient. Nun geht es mit Jubel wieder aufwärts. Als Etappe des Börsenzyklus passt das zumindest ins saisonale Muster.

Ein Händler beobachtet die Turbulenzen am Deutschen Aktienmarkt Quelle: AP

Die Anteilsscheine von Nordex kletterten im TecDax nach einem optimistischen Kommentar der US-Investmentbank Goldman Sachs um etwas mehr als 13 Prozent nach oben und zählten damit zu den größten Gewinnern. Die Marktteilnehmer unterschätzten das Wachstumspotenzial des Herstellers von Windkraftanlagen, hieß es in der Studie.

Weitere Artikel

Europaweit legten die Börsen ebenfalls wieder kräftig zu. Der Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 gewann 4,69 Prozent auf 3217,64 Punkte. Die Börsen in Paris und London stiegen ähnlich deutlich. In den USA rückte der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss um etwas mehr als 2 Prozent vor und die Nasdaq-Indizes um etwas mehr als 3 Prozent.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,41 Prozent am Vortag auf 0,47 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,27 Prozent auf 139,07 Punkte. Der Bund-Future sank um 1,13 Prozent auf 153,74 Punkte. Der Kurs des Euro fiel nach der Zinssenkung in China bis zum frühen Abend auf 1,1406 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1506 (Montag: 1,1497) US-Dollar festgesetzt.

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