Deutsche Bank: Aktie fällt unter zehn Euro

Deutsche Bank: Aktie fällt unter zehn Euro

, aktualisiert 30. September 2016, 09:47 Uhr
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Anleger verlieren das Vertrauen in die Deutsche Bank.

von Martin Dowideit und Henning JauernigQuelle:Handelsblatt Online

Der Kursrutsch bei der Deutschen Bank setzt sich fort. Ein Anteilsschein ist jetzt weniger als zehn Euro wert. Ein Hedgefonds-Chef hat für diesen Fall „Panik“ vorhergesagt. Tatsächlich leiden auch andere Titel.

Düsseldorf/FrankfurtDie Leidensgeschichte der Deutschen Bank scheint kein Ende zu finden. Der Kurs ist am Freitag unter die kritische Marke von zehn Euro gestürzt, ein neues Allzeit-Tief für die Aktie, die in diesem Jahr bereits 58 Prozent an Wert verloren hat. Auch andere Finanztitel leiden, die Commerzbank-Aktie lag etwa 7 Prozent im Minus. Der Dax notiert hingegen nur knapp zwei Prozent im Minus.

Ausgelöst hat den Kursrutsch, die Angst dass Geschäftspartner das Vertrauen in die Deutsche Bank verlieren könnten. Einige Hedgefonds hatten nach den Turbulenzen der vergangenen Tage Kapital abgezogen.

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Die Bank verweist auf ihr stattliches Liquiditätspolster und versucht auch sonst, die Lage zu beruhigen. Deutsche-Bank-Chef John Cryan wendete sich am Morgen in einem Schreiben an seine Mitarbeiter: „Sie können in den Medien Spekulationen darüber lesen, dass uns einige wenige Hedgefonds-Kunden verlassen haben. Das sorgt zu Unrecht für weitere Unruhe. Wir sollten das einmal im Gesamtbild betrachten. Insgesamt hat die Deutsche Bank mehr als 20 Millionen Kunden.“ Weiter schreibt er: „Arbeiten Sie weiter wie bisher. Wir sind und bleiben eine starke Deutsche Bank.“

Der Vorsitzende des Hedgefonds-Geschäfts der Deutschen Bank, Barry Basuano, sagte dem Wirtschaftssender CNBC, dass es in jeder Woche Zu- und Abflüsse im Geschäft mit Hedgefonds gebe und diese Woche sei da keine Ausnahme.

Die deutliche Mehrheit der mehr als 200 Kunden, die Derivate über die Bank handeln, hat keine Veränderung vorgenommen. „Wir sind zuversichtlich, dass die meisten [unserer Kunden] Kenntnis haben von unserer stabilen Finanzposition, dem derzeitigen makroökonomischen Umfeld, dem Rechtsstreit in den USA und den Fortschritten, die wir mit unserer Strategie machen“, so ein Bank-Sprecher.

Einige Analysten halten die Reaktion der Märkte für übertrieben und versuchen zu beruhigen: Die Experten von Goldman Sachs verweisen auf die üppigen Liquditätsreserven von 223 Milliarden Euro oder 20 Prozent der gesamten Bilanz. Die Schweizer Großbank Credit Suisse glaubt, dass die Investoren das Risiko überschätzen, dass Strafforderungen für dubiose Hypothekendeals in den USA die Bank finanziell überfordern könnten.


Analysten halten Reaktion für übertrieben

Ursprünglicher Auslöser des jüngsten Kursrutsches war die Summe von 14 Milliarden Dollar mit der das US-Justizministerium den Verhandlungspoker über einen Vergleich zu den unsauberen Immobilíengeschäften eröffnete. Die Experten von Credit Suisse gehen davon aus, dass die Bank deutlich günstiger, mit maximal vier Milliarden Dollar davonkommt. Gleichzeitig betonen Goldman Sachs und Credit Suisse aber auch, dass die Sorgen um die vergleichsweise dünne Kapitaldecke der Bank und die schwache Profitabilität nicht schnell verschwinden und die Investoren weiter verunsichern werden.

In dieser Woche war eine Diskussion über mögliche staatliche Hilfen für die Bank entbrannt. Die Bank selbst hält das für abwegig, und eine Sprecherin des Finanzministeriums dementierte, dass Bundesregierung und Aufseher bereits an einem Rettungsplan für die Bank arbeiten. „Es gibt keinen Anlass für solche Spekulationen, wie sie da angestellt werden, und die Bundesregierung beteiligt sich auch an solchen Spekulationen nicht.“

Gleich mehrere Gründe haben die Unsicherheit rund um Deutschlands größte Bank in den vergangenen Wochen wachsen lassen:

  • Etwa zehn Hedgefonds haben Positionen bei der Deutschen Bank aufgelöst.
  • Die Rückstellungen für juristische Auseinandersetzung in Höhe von 5,5 Milliarden Euro könnten nicht ausreichen.
  • Der Verkauf der Postbank ist ins Stocken geraten, ein möglicher Börsengang in weite Ferne gerückt.
  • Die Kapitaldecke erfüllt zwar alle Anforderungen, doch künftige höhere Eigenkapitalvorgaben erreicht die Bank noch nicht.
  • Ein bereits von Cryan angestoßener Konzernumbau – auch mit Stellenkürzungen – könnte im Niedrigzinsumfeld nicht ausreichen, um die Gewinnaussicht der Bank nachhaltig zu verbessern.

Mit dem fallenden Aktienkurs ziehen auch die Kosten für Absicherungen von Deutsche-Bank-Anleihen in die Höhe. Sogenannte CDS auf einjährige Papiere notierten derzeit auf dem Niveau der Finanzkrise. Das heißt, wer momentan rund 10 Millionen Dollar an Kreditrisiko absichern möchte, muss dafür eine Schutzprämie von 218.000 Dollar für ein Jahr zahlen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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