Deutsche Bank: Das Geschäft mit den Ramsch-Bond-Milliardären

Deutsche Bank: Das Geschäft mit den Ramsch-Bond-Milliardären

, aktualisiert 07. April 2017, 11:45 Uhr
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Der CEO der luxemburgischen Unternehmensgruppe Altice, Patrick Drahi.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Deutsche Bank, die weltweit Marktanteile an ihre größten Konkurrenten verliert, hält weiterhin an einer Kunden-Gruppe fest: Ramsch-Bond-Milliardäre. Und das aus gutem Grund.

Die Deutsche Bank hat seit Anfang 2016 rund 9,3 Milliarden Euro an riskanten Hochzins-Anleiheemissionen in Westeuropa für Kunden wie die Milliardäre Carl Icahn, Manuel Lao Hernandez, Mohammed Al Amoudi, Paul Coulson und Patrick Drahi betreut. Das geht aus Daten von Bloomberg hervor.

Die Transaktionen halfen der Deutschen Bank, im Ranking für die Begleitung derartiger Emissionen auf dem Kontinent auf dem ersten Platz zu landen – auch wenn sie auf anderen Märkten, die sie einst dominierte, an Boden verloren hat, und ihr Anteil an den Handelserträgen so niedrig ist wie seit der Finanzkrise nicht mehr.

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Die Deutsche Bank hatte entscheiden, sich von weniger profitablen Kunden zu trennen. In anderen Fällen nahmen Kunden Abstand von Geschäften mit dem Institut aufgrund von Unsicherheiten bezüglich des Kapitalniveaus und Rechtskosten.

Zwar war die Emissionsaktivität bei europäischen Hochzinsanleihen im vergangenen Jahr gesunken. Doch die Transaktionen zeigen, dass es sich um einen Bereich handelt, bei dem die Bank noch bereit ist, Risiken einzugehen während Vorstandschef John Cryan seinen Konzern umbaut.

„Die Deutsche Bank musste ein paar Entscheidungen treffen. Und sie hat Hochzins als ein regelmäßiges Produkt ausgewählt“, sagt Tim Hall, der bis vergangenes Jahr weltweiter Chef für Anleihe-Kapitalmärkte bei Crédit Agricole SA war. „Was man bei diesen Kunden mag, ist, dass sie akquisitorisch sind. Sie sind ständig in Bewegung und sie haben eine hohe Geschwindigkeit bei den Transaktionen. Banken lieben das.“

Icahn, 81, hatte die Deutsche Bank als alleinigen Manager für die Emission von Anleihen im Volumen von 715 Millionen Euro der Federal-Mogul Holdings LLC Ende März gewählt, zeigen die Daten. Der Automobilzulieferer aus Michigan, der fast die Hälfte vom Umsatz in Europa generiert, gehört zum 20 Milliarden Dollar schweren Imperium von Icahn.

Die Transaktionen für Icahn haben der Deutschen Bank geholfen, Goldman Sachs Group Inc. zu überholen und sich an die Spitze des Hochzins-Rankings in Westeuropa im ersten Quartal zu setzen. Der Frankfurter Konzern betreute im Konsortialgeschäft in diesem Jahr 24 Hochzins-Anleihen in der Region mit einem Volumen von rund 2,3 Milliarden Euro – verglichen mit 1,7 Milliarden Euro bei dem Konkurrenten aus New York.

Alison Moody, Sprecherin der Deutschen Bank in London, wollte auf Nachfrage vom Bloomberg keinen Kommentar abgeben. Dasselbe galt für Jim Zabriskie von Federal-Mogul.

Die Position der Deutschen Bank an der Spitze der europäischen Ramsch-Bond-Rangliste steht im Gegensatz zu Rankings in anderen Regionen.

Im Jahr 2013 war der Konzern noch der größte Konsortialführer bei europäischen Anleiheemissionen insgesamt, die Nummer zwei bei Schwellenländermärkten und die Nummer vier bei US-Hochzinsanleihen. Bis zum vergangenen Jahr fiel die Deutsche Bank bei jedem dieser Rankings aus den Top fünf heraus. Die Gesamtprovisionen der Bank aus dem Underwriting von Anleihen sanken 2016 um sechs Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar, während viele Rivalen einen Anstieg verzeichnen konnten, wie Daten von Bloomberg Intelligence belegen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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