Deutsche Börse: Carsten Kengeter soll internationale Impulse geben

Deutsche Börse: Carsten Kengeter soll internationale Impulse geben

Generationenwechsel bei der Deutschen Börse: Bei der Hauptversammlung gehört die Bühne überwiegend noch dem scheidenden Konzernchef Francioni. Doch sein Nachfolger Kengeter setzt eine erste Duftmarke.

Die Deutsche Börse erhofft sich von ihrem künftigen Chef Carsten Kengeter Auftrieb im Auslandsgeschäft. „Wir sind sicher, dass Herr Kengeter den erfolgreichen Weg dieses Unternehmens fortsetzen wird und ihn mit neuen, insbesondere internationalen Impulsen, weiter bereichern wird“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Joachim Faber bei der Hauptversammlung des Dax-Konzerns am Mittwoch in Frankfurt. Damit sei der Generationenwechsel in dem Unternehmen auf einem sehr guten Weg.

Wie man an der Börse die besten Chancen hat

  • Elektronische Retter nutzen

    Stop-Loss-Orders, bei deren Unterschreiten automatisch verkauft wird, disziplinieren und bewahren davor, permanent nach Kursen schauen zu müssen. Sinnvoll aber nur bei sehr liquiden Werten. Bei Aktien unterhalb des Dax gefährlich, weil Profis die Aktien unter das Stopp-Loss drücken und billig abfischen könnten.

  • Gewinne lieben lernen

    Stimmen die Gründe für den Kauf noch, wird eine Aktie nur ihrer Kursgewinne wegen nicht riskanter. Also halten, auch dann, wenn es zwischenzeitlich nach unten geht. Verschlechtern sich wesentliche Parameter: verkaufen.

  • Nicht der Meute folgen

    Angst und Gier treiben die Herde, so entstehen heftige Kursbewegungen, die aber auch schnell wieder drehen und deshalb gute Kauf- und Verkaufschancen bieten. US-Ökonom Robert Shiller zieht Parallelen zum Fußball: „Halte dich von der Meute fern, dann wird der Ball früher oder später zu dir kommen.“

  • Prüfen und kontrollieren

    Wer Unternehmen mit überzeugendem Geschäftsmodell hält, prüft Kennzahlen wie Kurs-Gewinn-Verhältnis, Umsatz- und Cashflow-Entwicklung über viele Jahre und vergleicht sie mit den Zahlen der Konkurrenten. Gründe, die zu einem Investment führen, schriftlich festhalten: hilft klarer zu denken und kann, wenn der Wunsch, zu verkaufen übermächtig wird, nachgelesen werden.

  • Sich an eigene Vorgaben halten

    Irren ist menschlich. Wer schon beim Aktienkauf festlegt, welches Minus er maximal akzeptiert, schützt sich vor Illusionen. Etwa der, nur noch Nachrichten wahrzunehmen, die die eigene positive Überzeugung stützen.

Kengeter (48), der lange oberster Investmentbanker der Schweizer Großbank UBS war, übernimmt die Konzernführung zum 1. Juni. Sein Vorgänger Reto Francioni (59) gibt den Posten nach fast zehn Jahren im Amt früher als geplant ab. In einer kurzen Vorstellung vor den Aktionären sagte Kengeter: „Für die Börse als Bindeglied zwischen Regulierer und Regulierten sehe ich durchaus weiteres Wachstumpotenzial.“ Zudem böten die Märkte im asiatisch-pazifischen Raum interessante Perspektiven.

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Diese Unternehmen ziehen sich von der Börse zurück

  • AGO AG Energie + Anlagen

    Die AGO AG Energie + Anlagen (WKN A12UK4) fokussiert sich auf die Geschäftsfelder Planung und Bau von Energieversorgungsanlagen für Industriekunden und Kommunen. Angekündigt hat das Unternehmen sein Delisting am 17. April 2014, am 30. Dezember 2014 wird sich die AGO AG von der Börse zurückziehen.

  • Biolitec AG

    Die Biolitec AG (WKN A1JXLS) ist einer der führenden Hersteller von Lasermedizin-Geräten. Seit dem 15. November ist das Unternehmen nicht mehr an der Börse, angekündigt hatte es das Delisting am 6. Mai 2014.

  • CD Deutsche Eigenheim

    Die Wohnungsbaugesellschaft CD Deutsche Eigenheim AG (WKN: 620833) hat auf ihrer Hauptversammlung am siebten November 2014 ihr Delisting angekündigt. Einen konkreten Termin für den Börsenrückzug gibt es jedoch noch nicht.

  • Cycos AG

    Die Cycos AG (WKN: 770020), eine Tochtergesellschaft der Unify, hat ihr Delisting Anfang Juli angekündigt. Zum 22. Januar 2015 wird das Unternehmen von der Börse verschwunden sein.

  • Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer AG

    Der Keramik-Konzern Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer AG (WKN: A1TNLL) hat sich bereits am 28. Oktober 2014 von der Börse verabschiedet.

  • DTB-Deutsche Biogas AG

    Die DTB-Deutsche Biogas AG (WKN: A1E898) erzeugt und vertreibt Strom und Wärme aus Biogasanlagen. Das Unternehmen hat sein Delisting am 1. September 2014 angekündigt und am 20. Oktober umgesetzt.

  • Elexis

    Der Anbieter von Automatisierungstechnik, Elite World S. A. (WKN: A0JK6E), ist schon 1999 an die Börse gegangen. Heute gehören fast 89 Prozent der Aktien der Bernhard-Weiss-Stiftung. Zwischen 2004 und 2011 war die Aktie sogar im SDax gelistet. Seit dem 3. Oktober ist sie nicht mehr frei handelbar.

  • Elite World S. A.

    Die Elite World S. A. (WKN: A0JK6E) hat ihr Delisting am 7. Oktober 2014 angekündigt. Einen Termin für den Rückzug von der Börse gibt es noch nicht.

  • EPG AG

    Die EPG AG (WKN: A12UK9), Spezialist für chemische Nanotechnologie, kündigte am 2. April 2014 den Rückzug von der Börse an. Noch sind die Aktien handelbar.

  • Franconofurt AG

    Die Franconofurt AG (WKN: 637262) erwirbt, verwaltet, vermietet, verkauft und renoviert Wohnimmobilien in Frankfurt und Umgebung. Obwohl das Unternehmen im Geschäftsjahr 2013 sehr erfolgreich gewesen ist und sogar Dividenden ausschüttete, hat sich die Franconofurt AG am 3. März entschieden, den Entry Standard Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse zu kündigen.

  • Greater China Precision Components Ltd.

    Greater China Precision Components Ltd. (WKN: A0MZS3) hat sich zum 30. September von der Börse verabschiedet.

  • Hahn

    Auch die Hahn-Immobilien-Beteiligungs AG (WKN: 600670), Anbieter von Immobilien für den Einzelhandel, hat seinen Börsenrückzug beschlossen, weil nur wenige Aktien gehandelt werden, der Aufwand dafür aber hoch ist. Umgesetzt wird das Delisting am 18. Februar 2015.

  • Informica Real Invest AG

    Auch die Vermögensvermittler von der Informica Real Invest AG (WKN: 526620) haben der Börse bereits den Rücken gekehrt. Fünf Monate nach der Ankündigung folgte das Delisting am 15. August.

  • Jetter

    Für Jetter (WKN: 626400), den Hersteller von Automatisierungstechnik für Feuerwehrkraftzeuge, Traktoren und Laster verlor die Börsennotierung ihren Sinn, weil das Unternehmen zu einem großen Teil in das Schweizer Unternehmen Bucher aufging. Zum ersten Mai 2014 zog sich das Unternehmen von der Börse zurück.

  • Magix

    Die Magix AG (WKN: 722078), Hersteller von Multimedia-Software, begründete den am 30. November vollzogenen Börsenabschied mit den Worten, es gehe dem Unternehmen auch ohne Eigenkapital von der Börse gut genug. Angekündigt wurde das Delisting im Mai 2014, danach fiel der Kurs.

  • Marseille-Kliniken

    Der Pflege- und Seniorenheimbetreiber Marseille-Kliniken AG (WKN: A1TNRR) nahm die Aktien nur zwei Monate nach der Ankündigung aus dem Handel, das Delisting erfolgte am 11. August 2014. Nach der Ankündigung im Juni brach der Aktienkurs um rund ein Drittel ein. Für die Aktionäre ein Tiefschlag.

  • n.runs AG

    Am 17. Februar kündigte die an der der Frankfurter Wertbörse notierte n.Runs AG (WKN: A0LEFF) ihr Delisting an. n.Runs ist über die Tochtergesellschaften in den Märkten Unified Communications und Videoconferencing als Systemhaus und Beratungsunternehmen positioniert. Am 5. Juni meldete das Unternehmen beim zuständigen Amtsgericht in Mainz Insolvenz an. Seit dem 10. September ist das Unternehmen von der Börse verschwunden.

  • Online Marketing Solutions AG

    Die Online Marketing Solutions AG (WKN: A0Z231) kündigte ihr Delisting am 18.Juli 2014 an. Am 30. September beendete das Unternehmen dann seine Notierung an der Börse.

  • Onvista

    Der Vorstand des finanzmarktorientierten Internetunternehmens Onvista (WKN: 546160) hat am 27. November 2014 beschlossen, den derzeit in Köln angesiedelten Geschäftsbetrieb nach Frankfurt am Main zu verlagern. Außerdem soll die Notierung im General Standard an der Frankfurter Börse im zweiten Quartal 2015 enden.

  • Pironet NDH AG

    Das Informationstechnologie-Unternehmen Pironet NDH AG (WKN: 691640) bietet unter anderem ITK-Outsourcing- und Cloud- Computing-Lösungen an. Am 12. September tat das Unternehmen mit Sitz in Köln seinen Börsenrückzug kund, noch sind die Papiere jedoch handelbar.

  • Plaut AG

    Die Unternehmensberatung Plaut (WKN: A0LCDP) kündigte ihr Delisting am 19. Mai 2014 an. Am 27. Februar 2015 soll dann der Börsenrückzug erfolgen.

  • Primion Technology AG

    Die Primion Technology AG (WKN: 511700) kündigte das Delisting am 17. September an. Umgesetzt wurde es bisher nicht.

  • Schlossgartenbau AG

    Die Schlossgartenbau AG (WKN: 730600) ist seit dem 12. November 2014 von der Börse verschwunden.

  • Schuler AG

    Die Schuler AG (WKN: A0V9A2) gehört zu den Weltmarktführern in der Umformtechnik. Am 4. April kündigte das Unternehmen seinen Rückzug von der Börse an.

  • Studio Babelsberg

    Auch die Filmstudios Babelsberg (WKN: A1TNM5), das größte Filmstudio Europas, zahlen mehr für ihr Listing an der Börse, als es einbringt. Deshalb wurde am 30. September das Delisting bekannt gegeben.

  • Strabag

    Der Straßenbaukonzern Strabag AG (WKN: A0Z23N) hat den regulierten Handel an der Börse Düsseldorf bereits verlassen, aber noch sind die Aktien im Freiverkehr und an der Frankfurter Börse handelbar. Die Börsenstatuten in Düsseldorf schreiben vor, das Aktien nach einem Delisting noch ein Jahr in Frankfurt handelbar bleiben müssen. Strabag sucht nun nach einer Möglichkeit, auch den Handel in Frankfurt noch vor Ablauf der Frist im September 2015 zu beenden.

  • Swarco

    Der Verkehrssystemanbieter Swarco Traffic Holding AG (WKN: 723630) hatte ebenfalls nur einen Streubesitzt von zehn Prozent - zu wenig für einen wirklich liquiden Handel. Das Jahresergebnis soll durch die Einsparungen nach dem Delistig am 3. November 2014 jährlich um 100.000 Euro höher ausfallen.

  • Travel Viva

    Der Online-Flug- und Reisevermittler Travel Viva AG (WKN: A0HNGF) hat der Deutschen Börse am 19. Mai 2014 gekündigt und die Notierung am 26. Juni 2014 beendet.

  • VSM AG

    Die VSM AG (WKN: 763700) ist auf Schleifmittellösungen für Metall- und industrielle Holzbearbeitung spezialisiert. Am 19. Mai verkündete die Vereinigte Schmirgel- und Maschinen-Fabriken Aktiengesellschaft ihr Delisting, am 31. Dezember wird sich das Unternehmen aus Hannover von der Börse zurück ziehen.

  • wallstreet: online capital

    Auch für den Fondsvermittler und Finanzportalbetreiber wallstreet:online capital AG (WKN: A0HL76) steht der Aufwand einer Börsennotierung in keinem Verhältnis mehr zu seinem Nutzen. Am 28. November 2014, drei Monate nach der Ankündigung, verschwand das Unternehmen von der Börse.

  • WürttLeben

    Die Württembergische Lebensversicherung (WKN: 840502) soll vom Kurszettel verschwinden. Der Stuttgarter Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) kündigte am 10. Dezember 2014 an, die Tochter binnen sechs Monaten von der Börse nehmen zu wollen, um Kosten zu senken.

In dieser Frage stellte sich Kengeter hinter den Kurs des scheidenden Vorstandschefs Francioni. Der Schweizer betonte erneut, der Ausbau des Geschäfts in Asien bleibe für die Deutsche Börse zentral. „Wir können mit Fug und Recht behaupten, dass wir mittlerweile nicht nur die aktivste nicht-asiatische Börsenorganisation in Asien sind, sondern auch die erfolgreichste“, sagte Francioni.

Francioni und sein Team hätten „die Deutsche Börse in den schwierigen Zeiten der Finanzkrise sicher gesteuert“, würdigte Faber. „Dennoch stand sein Führungsstil für eine ruhige Hand“. Als Francioni im November 2005 den Vorstandsvorsitz übernahm, sehnte sich der Frankfurter Marktbetreiber nach Ruhe: Ein halbes Jahr vorher hatten Hedgefonds die Übernahme der Londoner Börse LSE verhindert und dann Deutsche-Börse-Chef Werner Seifert aus dem Amt gedrängt.

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In Sachen Großfusionen blieb Francioni ähnlich glücklos: Das ehrgeizigste Projekt seiner Amtszeit - ein Zusammenschluss mit der New Yorker NYSE/Euronext zum weltgrößten Marktbetreiber - scheiterte Anfang Februar 2012 am Veto der EU-Wettbewerbshüter in Brüssel. Viele Aktionäre haben diese Schlappe nicht vergessen. Vom Vertreter der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Franz Ferdinand Badelt, gab es bei der Hauptversammlung nur verhaltenes Lob für Francioni: Der Manager habe es „zumindest geschafft, dass die Deutsche Börse in stürmischen Zeiten nicht ganz untergeht“.

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