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Deutsche Börse: DWS kritisiert Börsen-Chef Francioni scharf

Die Deutsche-Bank-Tochter DWS geht nach der gescheiterten Börsenfusion mit der Strategie der Deutschen Börse ins Gericht und fordert einen Neuanfang

Reto Francioni Quelle: dpa
Reto Francioni wird von der DWS kritisiert Quelle: dpa

Durch die Konzentration auf Übernahmen habe die Börse ihr Tagesgeschäft vernachlässigt, sei zu wenig auf Kundenwünsche eingegangen und habe Marktanteile verloren, sagte Henning Gebhardt, Leiter europäische Aktien, der WirtschaftsWoche. „Die Fusionsbemühungen haben über ein Jahr lang die Kräfte des Managements gebunden. Im letzten Jahr und auch davor gab es bei der Börse eher Stillstand, da muss wieder mehr Dynamik reinkommen“, fordert Gebhardt, der ein Fondsvermögen von mehr als zehn Milliarden Euro verantwortet.

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Platz 8: Hong Stock Exchange

Auf Rang acht rangiert die Hong Kong Stock Exchange mit einem Handelsvolumen von 1,6 Billionen Dollar. Damit ist die Hongkonger Börse die kleinste der drei chinesischen Börsen. Gemessen an der Marktkapitalisierung (24,9 Billionen Dollar) ist der Konzern die Nummer eins der Börsenbetreiber. Die Hong Kong Stock Exchange zeichnet sich durch eine gepflegte Mittagspausevon 12.30 bis 14.30 aus. Ansonsten wird wie an der New Yorker NYSE von 10 bis 16 Uhr gehandelt.

Fotos: dpa, ap, Reuters

Auf die Frage, ob Francioni der Richtige an der Spitze der Deutschen Börse sei, antwortete Gebhardt: „Hin und wieder muss es einen Neuanfang geben – in welcher Form auch immer.“ Francioni habe über die letzten Jahre mehrere Deals versucht und sei gescheitert. „Gerade an Herrn Francioni geht das Ganze nicht spurlos vorbei“, sagte Gebhardt.

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Gebhardt sieht auch Probleme im Geschäftsmodell der Börse. „Das Geschäftsmodell hat sich einfach zu wenig nach vorn entwickelt. Da hatte die Börse in den letzten Jahren zu wenig neue Ideen. Als Aktionär der Deutschen Börse kann ich nicht zufrieden sein.“ DWS bemängelt, dass die Börse zu wenig auf Kundenwünsche eingeht. „Die Börse hat in den letzten Jahren vor allem im Aktienhandel Marktanteile an andere Anbieter verloren. Da muss man in Klausur gehen und sagen: Was kann man auf eigener Basis besser machen?“

Die Deutsche Börse müsse eine klare Antwort darauf geben, wie man sich erfolgreich außerhalb der europäischen Märkte entwickeln wolle. „Die Musik spielt in Asien, da wird der Kuchen jetzt verteilt. Mich beschleicht die Ahnung, dass die Börse dort nicht immer der gewünschte Partner ist. Das Unternehmen muss auch stärker darauf hören, was seine Kunden wollen. Diese bemühen sich zu oft um Alternativen, weichen auf neue Plattformen wie Chi-x oder Bats aus. Das muss die Börse stoppen. Große Visionen dürfen nicht dazu führen, dass das Tagesgeschäft vernachlässigt wird.“

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 05.02.2012, 21:37 UhrAnonymer Benutzer: Profit

    Endlich mal einer, der Klartext redet. Die Herren Vorstände betreiben M&A-Geschäft doch am liebsten, denn dann brauchen sie sich nicht um das lästige Tagesgeschäft kümmern. Tatsache ist: Xetra wickelt nur noch 40% der DAX-Geschäfte ab, kommend von 90%! Und dann Stuttgart. Im Anleihegeschäft mit Unternehmens-Bonds haben es Frankerfurt bereits den Rang abgelaufen. Das kann jeder Privat-Mensch auspriobieren, indem er einmal einen Auftrag nach Frankfurt oder nach Stuttgart gibt. Von den Darkroom-Anbietern bei Derivaten und auch Aktien ganz zu schweigen. Und jetzt noch die Transaktionssteuer. Gute-Nacht Deutsche Börse AG. Der idiotische Deal mit New York, der zum Glück nicht geklappt hat (Der Aktienkurssprung beweist es!), wäre der endgültige K.O. für Frankfurt geworden, und Franchioni hätte sich wie weiland Seyfart aus dem Staub gemacht. Ein neuer Vorstand muß her! Und dann: Arbeiten am operativen System.

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