Deutsche Börse: Geplatzte Fusion kostet 100 Millionen Euro

Deutsche Börse: Geplatzte Fusion kostet 100 Millionen Euro

Quelle:dpa

Die Deutsche Börse steht trotz der geplatzten Fusion mit der NYSE Euronext noch ganz gut da. Allerdings weist die Führung jede Schuld an dem 100 Millionen Euro teuren Flop zurück.

Die Deutsche Börse steht trotz eines Gewinneinbruchs zum Jahresstart zu ihrer Prognose für 2012. „Das laufende Jahr hat aufgrund des anhaltenden Vertrauensdefizits der Marktteilnehmer verhalten begonnen“, sagte Vorstandschef Reto Francioni am Mittwoch auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Frankfurt. „Dies führt aber nicht dazu, dass wir unsere Wachstumsziele aus den Augen verlieren. Sie gelten unverändert.“ Im ersten Quartal machte der verhaltene Handel an den Finanzmärkten dem Unternehmen und Konkurrenten wie den US-Börsen CME und Nyse zu schaffen.

Bei den Frankfurtern ging der Betriebsgewinn (Ebit) um 19 Prozent auf 260 Millionen Euro zurück. Analysten gehen davon aus, dass der Konzern seine Jahresziele nur noch erreichen kann, wenn der Handel mit Aktien und Derivaten im Jahresverlauf deutlich anzieht. Die Börse peilt für 2012 ein Ebit von 1,2 bis 1,35 Milliarden Euro an nach 1,15 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Trotzdem sagte Konzernchef Reto Francioni: „Die Deutsche Börse AG steht heute so stark da wie wahrscheinlich noch nie zuvor in ihrer Geschichte.“

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Die Übernahmeversuche der Deutschen Börse

  • Häufiges Scheitern

    Bei ihren zahllosen Versuchen, große Wettbewerber zu übernehmen, ist die Deutsche Börse Deutsche Börse oft gescheitert. Im Visier waren bereits die Handelsplätze in Zürich, mehrfach die Londoner Börse LSE sowie Mailand. Beispiellos war der Aufstand mächtiger Großaktionäre gegen die LSE-Übernahme im Jahr 2005, die letztlich die damalige Börsenführung den Job kostete. Im Kampf um die europäische Vierländerbörse Euronext hatte 2006 die New York Stock Exchange (Nyse) die Nase vorn.

    Nach dem Kauf der US-Optionsbörse ISE 2007 - den Kritiker viel zu teuer fanden - ist die im Februar verkündete Fusion mit der Nyse Euronext zweifelsohne der größte Deal des Frankfurter Marktbetreibers. Mit dem am Freitag vorgelegten Konkurrenzangebot von Nasdaq OMX und ICE könnten die transatlantischen Pläne der Frankfurter allerdings wieder einmal durchkreuzt werden.

    Einige Stationen der Fusionsbemühungen der Deutschen Börse. (Quelle: dpa)

  • Mai 2000

    Der Plan einer Fusion mit der LSE scheitert.

  • August 2004

    Die Schweizer Börse SWX gibt Frankfurt einen Korb.

  • 9. Mai 2005

    Der Chef der Deutschen Börse, Werner Seifert, tritt als Folge des gescheiterten Übernahmekampfes um die LSE zurück.

  • 15. März 2006

    Die Deutsche Börse gibt bekannt, dass sie eine Fusion mit der Vierländerbörse Euronext beabsichtigt.

  • 2. Juni 2006

    NYSE und Euronext einigen sich auf eine Fusion.

  • 8. November 2006

    Gespräche der Deutschen Börse über ein gemeinsames Vorgehen mit der Borsa Italiana enden erfolglos.

  • 15. November 2006

    Die Deutsche Börse gibt Übernahmepläne für die Euronext auf. Euronext zieht eine Fusion mit der NYSE vor.

  • 30. April 2007

    Die Deutsche Börse kündigt die Übernahme der US-Optionsbörse ISE für umgerechnet rund zwei Milliarden Euro an.

  • Dezember 2008

    Die Deutsche Börse teilt mit, Sondierungsgespräche für eine Fusion mit Nyse Euronext seien ergebnislos beendet worden.

  • 15. Februar 2011

    Die Aufsichtsräte machen den Weg frei für den Zusammenschluss von Deutscher Börse und Nyse Euronext.

  • 1. April 2011

    Nasdaq OMX und ICE legen ein Angebot für Nyse Euronext vor, das sie selbst auf 11,3 Milliarden US-Dollar beziffern. Die Deutsche Börse bekräftigt, dass sie an ihren Fusionsplänen festhalten will.

Deutsche Börse trägt keine Schuld an geplatzter Fusion

Nach der geplatzten Fusion mit der NYSE, die im Februar am Veto der EU-Kommission scheiterte, setzt Deutsche-Börse-Chef Francioni notgedrungen wieder auf Wachstum aus eigener Kraft. Die Verantwortung am Scheitern weist er jedoch von sich. Der Zusammenschluss sei von Brüssel „aufgrund einer fehlerhaften Einschätzung der wettbewerbsrechtlichen Situation“ verhindert worden, bekräftigte der scheidende Aufsichtsratschef des Dax-Konzerns, Manfred Gentz. „Niemandem im Unternehmen ist daraus ein Vorwurf zu machen.“

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