Deutsche Börse: US-Regierung erlaubt Börsenfusion

Deutsche Börse: US-Regierung erlaubt Börsenfusion

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Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Börse AG, Reto Francioni (vorne, v.r.), der hessische Ministerpraesident Volker Bouffier (CDU) und seine Ehefrau Ursula sowie der Vorstandsvorsitzende des Börsenbetreibers NYSE Euronext, Duncan Niederauer im Handelssaal der New Yorker Börse

Im frühen Handel zählten die Aktien der Deutschen Börse zu den größten Dax-Gewinnern. Die Erlaubnis aus den USA für die Fusion von Deutscher Börse und Nyse Euronext hat die Aktien des Frankfurter Börsenbetreibers ins Plus geschoben.

Die beiden Börsenbetreiber aus Frankfurt und New York haben somit zumindest aus den USA grünes Licht für ihre geplante Mega-Fusion erhalten. Der Zusammenschluss zum weltgrößten Börsenbetreiber sei unter der Voraussetzung genehmigt worden, dass sich eine Tochter der Deutschen Börse von ihrer Beteiligung an Direct Edge trennt, teilte das amerikanische Justizministerium gestern mit.

„Dies ist ein bedeutender Meilenstein für den Zusammenschluss der beiden Börsen“, erklärte die Deutsche Börse. Sie will ihre indirekte Beteiligung an Direct Edge bis zum vollständigen Verkauf passiv weiterführen. Nach Angaben des amerikanischen Justizministeriums ist Direct Edge die viertgrößte Börse in den USA. Die Deutsche Börse hält über ihre Tochter International Security Exchange (ISE) 31,5 Prozent an dem Unternehmen. Auch nach dem Verkauf muss die Deutsche Börse nach dem Willen des Ministeriums für Direct Edge bestimmte Dienstleistungen erbringen.

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Stolperstein EU-Kommission

Deutsche Börse und Nyse können sich nun auf die Verhandlungen mit den Kartellbehörden in Europa konzentrieren. Sowohl die Europäische Union (EU) als auch das hessische Wirtschaftsministerium als Börsenaufsicht haben große Bedenken gegen das Vorhaben angemeldet. Die Fusionspartner hatten erst vor wenigen Tagen versucht, die Bedenken durch ein weiteres Angebot auszuräumen. Sie verpflichteten sich zusätzlich zu den bereits angebotenen Zugeständnissen, die veröffentlichten Standard-Gebühren für europäische Derivate-Kontrakte drei Jahre lang konstant zu halten.

Die Wettbewerbshüter der EU haben sich Insidern zufolge davon nicht beeindruckt gezeigt. Ein Treffen mit Vertretern der EU-Wettbewerbsbehörde am Mittwoch sei zwar sachlich und freundlich verlaufen, sagten zwei mit dem Treffen vertraute Personen. Hinsichtlich der Positionen zum Derivatemarkt blieben die Meinungsverschiedenheiten aber anscheinend unverändert bestehen. Im Derivatehandel an europäischen Börsen würden die Deutsche-Börse-Tochter Eurex und die zur Nyse gehörenden Londoner Derivatebörse Liffe zusammen auf einen Marktanteil von über 90 Prozent kommen. Deutsche Börse und Nyse würden sich mit ihren Argumenten nun wohl direkt am Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia oder an die gesamte EU-Kommission wenden, sagten die Informanten. Die EU will bis spätestens 9. Februar eine Entscheidung fällen. Laut Nachrichtenagentur Bloomberg erklärte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel, dass die Entscheidung der US-Behörden keinen Einfluss auf die derzeit laufende Prüfung der EU-Aufsicht habe. Das Justizministerium sei auf seinen Zuständigkeitsbereich konzentriert, vor allem also US-Aktien.

ant / rtr

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