Deutsche Börse: Wie Sie bequem an der Börse wetten können

Deutsche Börse: Wie Sie bequem an der Börse wetten können

von Andreas Toller

Der Börse fehlt eine klare Richtung, die Werte schwanken stark. In solchen Phasen kann der automatisierte Kauf oder Verkauf von Wertpapieren bei Erreichen eines Limits da hilfreich sein. Eine neue Order-Form macht das nun möglich.

An der Börse gilt wie im richtigen Leben: Risiken sollte man vermeiden, Chancen beim Schopfe packen. Das ist aber gar nicht immer so einfach. Erfahrene Anleger kennen das: Der Kurs eines Wertpapiers fällt rapide, schnell ist die Verkaufs-Order durchgegeben – und dann kann es Stunden oder Tage dauern, bis die Order ausgeführt wird. Inzwischen haben sich Verluste des Anlegers aber weiter vergrößert. Bei Aktien nutzen deshalb viele Anleger automatisierte Verkaufs-Orders mit einem Stop-Loss-Limit. Fällt dabei der Kurs der Aktie unter einen vom Anleger festgelegten Mindestwert, löst das ohne weiteres Zutun des Anlegers den Verkauf des Wertpapiers aus. Wie der Name besagt, dient diese Order-Form dazu, die Verluste möglichst gering zu halten.

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Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

  • Eigene Strategie festlegen

    Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

  • Widerstandskraft zeigen

    Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

  • Richtig mischen

    Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

  • Barrieren einbauen

    Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

  • Herdentrieb beobachten

    Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

  • Risiko rausnehmen

    Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

  • Insidern folgen

    Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

  • Geopolitische Ereignisse beachten

    Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie aktuell zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Entscheidende Wahlen wie jüngst in Russland und in diesem Jahr noch in Frankreich und den USA sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

  • Auf reale Werte setzen

    Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

  • Moden misstrauen

    Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Seit dem 26. November ist der Börsenhandel mit einer weiteren Order-Form möglich: der sogenannten „Order-on-Event“. Relevante Ereignisse an der Börse sollen automatisch Käufe oder Verkäufe auslösen. Der Clou dabei: Nicht der Kurs des zu handelnden Wertpapiers ist Auslöser der Order, sondern eine für den Börsenhandel relevante Referenzgröße entscheidet über Kauf oder Verkauf des Wertpapiers. So lassen sich Markt- oder Limit-Orders mit ausgewählten Marktereignisse verknüpfen.

Neue Möglichkeiten für Anleger

Damit ergeben sich für Anleger ganz neue Möglichkeiten. Wer mit einer Order-on-Event zum Beispiel auf einen fallenden Dax wetten will, kann etwa den Kauf eines Dax-Short-Zertifikats auslösen, sobald der Aktienindex unter eine bestimmte Marke gefallen ist. Das geht auch mit dem VDax, der die Schwankungsbreite des Börsenbarometers abbildet. Fällt der VDax und werden somit die Börsenschwankungen geringer, könnte der Anleger via Order-on-Event zum Beispiel sein Dax-Short-Zertifikat automatisch wieder verkaufen – ohne ständig Kurse abzurufen und ohne Standleitung zu seinem Broker. Sie reagieren mit Order-on-Event sofort auf gravierende Änderungen der Börsenbarometer. Besonders gut eignet sich diese Orderform für den Handel mit börsennotierten Fonds (ETF) oder Zertifikaten.

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