Deutsche Bundesanleihen: Profis setzen im Fall der Fälle auf Bunds

KommentarDeutsche Bundesanleihen: Profis setzen im Fall der Fälle auf Bunds

von Annina Reimann

Erste Investoren meiden deutsche Staatsanleihen. Doch so bald wird die Anlageblase nicht platzen. US-Staatsanleihen und Bunds sind einfach große Auffangbecken.

Die ersten Investoren ziehen sich aus Bundesanleihen zurück. Das signalisieren die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen. Sie sind gestiegen, zuletzt von 1,2 auf 1,5 Prozent. Wenn Anleihekurse wegen weniger Nachfrage fallen, klettern im Gegenzug deren Renditen. Der weltgrößte Anleiheinvestor Pimco etwa hält weniger Bunds als üblich. Der Bund als Schuldner, sagt Andrew Bosomworth, Deutschland-Chef der Allianz-Tochter, verliere durch zunehmende Risiken an Qualität.

Wie die Profis schauen Bankkunden mit Argusaugen darauf, wem sie Geld geben. Die deutsche Tochter der gerade von der Ratingagentur Fitch heruntergestuften spanischen Großbank Santander sah sich aufgrund zahlreicher Kundenanfragen gezwungen, darauf hinzuweisen, dass Santander „eine der wenigen europäischen Banken“ sei, die keine Hilfe benötige. Außerdem sei Santander hierzulande eine Bank nach deutschem Recht und der deutschen Einlagensicherung angeschlossen. Soll heißen: Im Ernstfall gilt auch hier die Merkel-Garantie für deutsche Spareinlagen.

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Keine Normalisierung, solange die Krise schwelt

Langfristig betrachtet hat Pimco recht: Der Bund droht sich mit der Euro-Rettung zu übernehmen, mehr als der zweifache Bundeshaushalt steht im Ernstfall auf dem Spiel. So gesehen hat sich bei Bundesanleihen – und bei US-Staatspapieren – die größte Blase aller Zeiten aufgebaut. Dem Risiko steht zu wenig Rendite gegenüber.

Allein: Solange die Euro-Krise schwelt, dürften sich die Bund-Renditen kaum normalisieren. Profi-Investoren würden im Falle eines Euro-Crashs nach der Griechen-Wahl oder später auf Bunds setzen. Im Ernstfall ist Cash auf der Bank für sie keine Alternative zu den Anleihen großer Volkswirtschaften. Im Zweifel, so denken viele, wird eher Kanzlerin Angela Merkel die Deutsche Bank rausboxen als umgekehrt.

Wie paradox die Spieler auf den Anleihemärkten handeln, war schon einmal im August 2011 zu beobachten: Als die Ratingagentur S&P die Bonität der USA herabstufte, fielen zwar die Aktien. Die Kurse der US-Staatsanleihen jedoch stiegen – und der abgestrafte Schuldner musste danach noch weniger Zins bieten.

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Pimco lag schon einmal gehörig falsch. Anfang 2011 verkündete das Haus, es habe sich von US-Bonds verabschiedet. Theoretisch war das zwar richtig – die USA haben ein mindestens genauso großes Schuldenproblem wie die Europäer. Investoren jedoch legen mittlerweile einfach viel zu viele Billionen an – und diese Geldflut sucht im Crash immer gleiche Wege: US-Staatsanleihen und Bunds sind genügend große Auffangbecken. So griff auch Pimco ab Sommer 2011 wieder bei US-Bonds zu.

Privatanleger, die es den Profis gleichtun wollen, sollten sehr kurze Laufzeiten wählen. Sonst drohen langfristig Kursverluste. Eine Alternative zur Bank bietet die Tagesanleihe des Bundes: Die bringt zwar nur 0,19 Prozent – nach Inflation verlieren Sparer Kaufkraft. Doch falls der Euro zerbricht, würde die neue D-Mark aufwerten. Sparer, die deutsch kaufen, vermeiden ein drohendes Währungsrisiko.

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