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Deutsche Telekom: Was Telekom-Aktionären blüht

von Christof Schürmann

Nach dem gescheiterten Verkauf der US-Sparte sind die letzten Hoffnungen auf eine Wiederauferstehung der Volksaktie zerstört: Wichtige Bilanzkennzahlen der Deutsche Telekom signalisieren Schwäche, ob die hohe Dividende dauerhaft zu halten sein wird, ist fraglich. Worauf sich Aktionäre und Anleihegläubiger einstellen sollten.

Ein Telekom-Logo wird abmontiert Quelle: REUTERS
Die Investoren trauen der T-Aktie nicht viel zu Quelle: REUTERS

Der Milliarden-Traum vom Verkauf der US-Tochter ist geplatzt. René Obermann wird am morgigen Donnerstag in der durch die vierspurige Friedrich-Ebert-Allee in Bonn zerschnittenen Telekom-Zentrale eine rasante Kehrtwende verteidigen müssen.

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Ganz im „Sinne unserer Strategie“ („Verändern, verbessern, erneuern“) und die „beste Lösung für unser Unternehmen, unsere Kunden und unsere Aktionäre“ sei der Verkauf von T-Mobile USA an den Konkurrenten AT&T, hatte der Telekom-Chef vor elf Monaten frohlockt. Doch die US-Kartellwächter untersagten das Geschäft, kurz vor Weihnachten 2011 löste Obermann die Verkaufsvereinbarung mit AT&T.

Nun müsste er verkünden, dass sich wohl doch nichts verändert, verbessert oder erneuert hat. Die Bilanzpressekonferenz der Bonner am Donnerstag böte dafür die beste Gelegenheit.

Chart: Die Aktie der Deutschen Telekom

Chart Deutsche Telekom AG Namens-Aktien O.N.

Aktie der Deutschen Telekom, Kurs in Euro

"Schwacher Ausblick"

Der Verkauf des US-Geschäfts war als Befreiungsschlag für Aktionäre und Gläubiger der Telekom geplant. Das einst für 56 Milliarden Dollar inklusive Schulden teuer erworbene US-Geschäft wollte Obermann nach mehr als einem Jahrzehnt für noch 39 Milliarden Dollar verkaufen – und damit eine teure Altlast begraben. Die Börse jubelte, die T-Aktie machte einen Satz von bis zu 16 Prozent und erreichte mit mehr als elf Euro den höchsten Kurs seit zwei Jahren.

Die Geschichte der Volksaktie Telekom

Ron Sommer, damaliger  Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, managte den Börsengang der Telekom. Die Aktie startete am 18. November 1996 im Frankfurter Börsenhandel.  Zuvor war die „T-Aktie“ nach einer omnipräsenten Werbekampagne für 28,50 DM (14,57 €) vor allem Privatanlegern angeboten worden und erreichte breite Bevölkerungsschichten – was ihr den Beinamen „Volksaktie“ einbrachte. Durch den Börsengang erlöste die Telekom umgerechnet etwa  zehn Milliarden Euro. Später folgten noch eine zweite und dritte Tranche (28. Juni 1999, Stückpreis 39,50 €, Erlös 10,88 Mrd. € und 19. Juni 2000, Stückpreis 63,50 €, Erlös 15 Mrd. €). Insgesamt sammelte die Telekom durch die Aktienemissionen also mehr als 35 Milliarden Euro von Anlegern ein.

Quelle: dpa

Doch nun heißt es zurück auf Los – mit erheblichen Konsequenzen für Anleger, die von ihrer Lieblingsaktie Telekom nicht lassen können. Und das sind nicht wenige: Nach Angaben der Münchner Tetralog Systems befindet sich das T-Papier in fast jedem fünften deutschen Privatanleger-Depot – häufiger als jede andere Aktie. Zudem sind viele private Investoren Gläubiger der Bonner: 41 Schuldtitel der Telekom, meist mit einer privatanlegerfreundlichen Stückelung von 1000 Euro herausgegeben, sind an den Börsen notiert.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 22.02.2012, 18:52 UhrAnonymer Benutzer: helago

    Ich erinnere mich noch an die Zeit, als der Staat sich aus Unternehmen zurück zu ziehen hatte (Privatisierung der Telekom, der Post und schließlich auch der Börse). Viele "Umbauten" hat seither die Telekom seit dieser zu verdauen? Geld wurde dabei massenweise "verbrannt", weil immer wieder die hochbezahlten Nieten in Nadelstreifen neue Visionen hatten. Auch Herr Obermann reiht sich nahtlos in die Reihe "Fehlbesetzungen" ein. Hauptsache es wurde privatisiert und einige Herrschaften haben sich dabei eine goldene Nase verdient.

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