Devisen: Anleger gehen auf Nummer sicher

Devisen: Anleger gehen auf Nummer sicher

, aktualisiert 04. November 2011, 16:56 Uhr
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Eine griechische Euromünze und eine Münze von 20 Drachmen.

Quelle:Handelsblatt Online

Die politische Entwicklung Griechenlands steht weiter im Fokus der Märkte. Kein Anleger weiß, wie der Papandreou-Poker ausgeht - und so gehen sie lieber auf Nummer sicher.

FrankfurtDie dicht auf dicht folgenden Schlagzeilen rund um die griechische Schuldenkrise haben die Nerven der Deviseninvestoren zum Wochenausklang noch einmal auf die Probe gestellt. Der Euro schwankte zwischen 1,3866 und 1,3712 Dollar, wobei er vor allem am Nachmittag unter Verkaufsdruck geriet. Am frühen Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1,3720 Dollar.

„Keiner weiß, wie der Poker um Griechenland ausgeht“, sagte ein Händler. „Am Wochenende kann so viel passieren, da will niemand auf dem falschen Fuß erwischt werden. Dazu kommt, dass nicht nur politische Entscheidungen unvorhersehbar geworden sind, sondern auch die Marktreaktion darauf.“

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In Athen wollte Ministerpräsident Giorgos Papandreou am Freitagabend die als weichenstellend geltende Vertrauensfrage stellen. Viele gingen davon aus, dass er unabhängig vom Ergebnis zurücktreten wird, um den Weg für eine Übergangsregierung und Neuwahlen freizumachen. Das von Papandreou angestrebte Referendum über die Sanierungspläne ist inzwischen vom Tisch. Ungewiss bleibt auch die Zukunft der Eurozone.

„Alle haben ein hohes Interesse an einer stabilen Euro-Zone ausgedrückt“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Ende des G20-Gipfels in Cannes. Bislang gebe es aber kaum Länder, die gesagt hätten, sie würden sich am Euro-Rettungsschirm EFSF in seiner neuen Form beteiligen. Nach wie vor scheint ein Austritt oder ein Ausschluss Griechenlands möglich. „Viele Marktteilnehmer würden das zwar eigentlich begrüßen, aber sie sehen die Gefahr einer Ansteckung als zu groß“, sagte ein anderer Börsianer. „Der finanzielle Schutzwall gegen andere potenzielle Opfer müsste vorher sehr hoch gebaut werden. Aber daran wird ja offenbar gearbeitet.“

Italien akzeptierte zwar eine Kontrolle seiner Reformen durch den Internationalen Währungsfonds (IWF). Die Rendite der zehnjährigen Anleihen blieb dennoch auf Höchstständen um 6,4 Prozent. Auch die Zahlungsfähigkeit Spaniens wurde weiter angezweifelt, die Rendite auf deren Zehnjährige lag um 5,6 Prozent. Bundesanleihen blieben als „sichere Hafen“ gefragt. Der Bund-Future stieg um 75 Ticks auf 137,62 Zähler. Die zugrunde liegenden deutschen Papiere rentierten mit 1,835 (spätes Vortagesgeschäft: 1,903) Prozent.

Quelle:  Handelsblatt Online
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