Devisen: Chinas neue Fonds beflügeln den Euro

Devisen: Chinas neue Fonds beflügeln den Euro

, aktualisiert 09. Dezember 2011, 15:30 Uhr
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Erst gab der Euro leicht nach, dann jedoch erholte er sich wieder.

Quelle:Handelsblatt Online

China will zwei milliardenschwere Fonds auflegen, um verstärkt in Europa und den USA zu investieren. Diese Nachricht hat am Freitag den Euro gestärkt.

FrankfurtDie Hoffnung auf frisches Geld aus China hat dem Euro am Freitag Auftrieb geben. Die Gemeinschaftswährung übersprang die psychologisch wichtige Marke von 1,34 Dollar und kostete mit 1,3413 Dollar rund einen halben US-Cent mehr als zum New Yorker Vortagesschluss. Auch das britische Pfund zog an und verteuerte sich auf 1,5722 Dollar. Im Gegenzug bröckelte der Bund-Future ab und notierte am Mittag 73 Ticks tiefer bei 136,09 Punkten.

Nach Aussagen mehrerer mit der Angelegenheit vertrauter Personen will China zwei neue Fonds im Gesamtvolumen von 300 Milliarden Dollar auflegen, um verstärkt in Europa und den USA zu investieren. Man müsse aber abwarten, ob sich hinter den geplanten, insgesamt 300 Milliarden Dollar schweren Fonds etwas fundamental neues verberge, sagte ein Frankfurter Aktienhändler. „Vielleicht schichten die Chinesen ihr Geld auch einfach nur um. Der Markt nimmt das aber erst einmal positiv auf.“

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Auf ein geteiltes Echo stießen die Beschlüsse des EU-Gipfels zur Bekämpfung der Schuldenkrise. „Die gute Nachricht: Man hat sich frühzeitig geeinigt“, sagte Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank am Freitag. „Die schlechte Nachricht: Es gibt keine positiven Überraschungen.“ Die Renditen der zehnjährigen Anleihen europäischer Krisen-Staaten wie Italien oder Spanien zogen an. Diejenigen der zweijährigen italienischen gingen dagegen auf 6,385 Prozent zurück. Händlern zufolge verhinderten Stützungskäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) hier einen weiteren Anstieg.

Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann sah in der Ausweitung derartiger Aktionen die einzige Möglichkeit für eine schnelle Entlastung der in Schieflage geratenen Staaten. „Schuldenbremsen sind langfristig gut, helfen Italien und Spanien in der aktuellen Situation aber nicht. Das Risiko eines Absturzes des Euros ist durch den Gipfel nicht geringer geworden“, fügte er hinzu.

Verhalten positiv beurteilte Helaba-Analyst Ralf Umlauf die Ergebnisse des EU-Spitzentreffens. „Mittelfristig dürften die Beschlüsse die Stabilität der Staatsfinanzen und das Vertrauen in die Staatsanleihen wiederherstellen. Ab Mitte 2012 könnte das Umdenken einsetzen.“ Es bleibe aber abzuwarten, ob die Anleihe-Renditen bald wieder zurückgehen. 

Quelle:  Handelsblatt Online
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