Devisen: Euro sackt nach Bund-Auktion ab

Devisen: Euro sackt nach Bund-Auktion ab

, aktualisiert 23. November 2011, 16:58 Uhr
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Euromünze: Die Schuldenkrise setzt die Währung unter Druck.

Quelle:Handelsblatt Online

Nach einer enttäuschend gelaufenen Auktion zehnjähriger Bundesanleihen und weiterem Druck der Ratingagentur Fitch auf Frankreich fiel der Euro auf den niedrigsten Stand seit sechs Wochen.

FrankfurtDie Furcht vor weiteren Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise auf die Schwergewichte Deutschland und Frankreich hat den Euro am Mittwoch auf den niedrigsten Stand seit sechs Wochen gedrückt. Anlegern bereitete vor allem eine Auktion deutscher Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit Kopfzerbrechen, die auf eine der geringsten Nachfragen seit Einführung des Euro stieß. Die Ratingagentur Fitch warnte zudem Frankreich davor, dass das Land seine Top-Bonität „AAA“ verlieren könnte, wenn die Schuldenkrise die Wirtschaftsleistung immer mehr beeinträchtige.

Der Euro gab um mehr als einen US-Cent auf 1,3371 Dollar nach, dem tiefsten Stand seit dem 10. Oktober. Händlern zufolge dürfte ein technischer Widerstand bei 1,3350 Dollar den Kurs der Gemeinschaftswährung aber vorerst stützen. Auch Euro-Käufe einer großen US-Bank auf dem Niveau des Tagestiefs sorgten nach Aussage von Börsianern dafür, dass der Kurs nicht weiter abrutschte.

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Zur japanischen Währung fiel der Euro auf 103,32 Yen. Im Gegenzug stieg der Dollar-Index, der zu einem Korb anderer Währungen ermittelt wird, mit 78,89 Punkten auf den höchsten Stand seit sechs Wochen.

Gesprächsthema Nummer Eins unter Börsianern war die Veräußerung der Bundesanleihen. „Wir reden über eine enttäuschende Auktion deutscher Papiere, nicht über die irgendeinen Landes am Rande der Eurozone“, sagte Währungsstrategin Ankita Dudani von RBS Global Banking. „Damit wird Öl ins Feuer gegossen und der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) erhöht, etwas (gegen die Krise) zu tun.“

Andere Börsianer sahen die Entwicklung gelassener: „Ich sehe keine Gefahr, dass bei den Bunds jetzt eine Blase zu platzen droht“, sagte Kathrin Clasen, Fixed Income Analystin bei der HSH Nordbank. Das Risiko sei lediglich, dass Deutschland noch stärker gefordert werde. „Wenn zum Beispiel die EZB ihre Anleihekäufe deutlich ausweitet, dann ist Deutschland über den Kapitalschlüssel daran auch beteiligt. Und falls die EZB dann rekapitalisiert werden muss, ist das genauso.“ Der Status als „sicherer Hafen“ der Bundespapiere könne dann infrage gestellt werden. Nach Ansicht von Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank kann Deutschland nicht stark bleiben, wenn alles darum herum am Markt angegriffen wird.


Rendite für Bundesanleihen höher als für US-Staatsanleihen

Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen stieg erstmals seit Oktober über die von US-Staatsanleihen. Der Bund-Future büßte bis zu 100 Zähler auf 136,25 Punkte ein.

Neben der Warnung von Fitch vor einem Entzug des „AAA“-Ratings setzte den französischen Anleihen auch Spekulationen auf eine Neuverteilung der Lasten zur Rettung der angeschlagenen Bank Dexia zu. „Wenn Frankreich einen größeren Teil übernimmt, droht eine Herabstufung der Bonität“, sagte ein Börsianer.

Frankreich und Belgien hatten Dexia im Oktober mit Hilfe von Staatsgarantien in Höhe von 90 Milliarden Euro vor einer Pleite bewahrt sowie die Zerschlagung und Verstaatlichung des Kreditinstitutes vereinbart. Die seit einiger Zeit steigenden Renditen der französischen Staatsanleihen zogen am Mittwoch erneut an und notierten bei 3,688 Prozent.

Quelle:  Handelsblatt Online
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