Die Anlagetipps der Woche: Anlagetipps der Woche

Die Anlagetipps der Woche: Anlagetipps der Woche

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Junge Maispflanzen - ein Kernkompetenz das Saatgutherstellers KWS Saat.

von Frank Doll, Anton Riedl und Heike Schwerdtfeger

Mit KWS-Saat setzen Anleger auf Kartoffeln, mit der PSA auf einen Autofabrikant mit Staatsbeteiligung und mit einem Fonds auf umweltverträgliche Unternehmen. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

Aktientipp: KWS Saat - Stark auf dem Acker auch ohne Glyphosat

In der Agrarbranche gärt es. Unsichere Geschäfte in den Schwellenländern und niedrige Preise für Agrargüter zwingen viele Unternehmen zu Fusionen. Die amerikanische Monsanto könnte sich für den Pflanzenschutz von Bayer interessieren. Der Staatskonzern ChemChina übernimmt die Schweizer Syngenta und bezahlt dafür das 3,3-Fache des Jahresumsatzes. Würde jemand so viel für den deutschen Saatgutspezialisten KWS auf den Tisch legen, müsste dessen Aktie um 80 Prozent steigen.

Eine Übernahme von KWS ist derzeit allerdings wenig wahrscheinlich, weil der Großteil der Aktien in festen Händen liegt: 56 Prozent bei den Familienaktionären Büchting, Giesecke und Oetker, weitere 15 Prozent bei der Tessner Beteiligungsgesellschaft aus Goslar. Andererseits, weil nur 29 Prozent der Anteile im Streubesitz sind, können Käufer schnell die Kurse treiben.

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Zudem bietet KWS einen besonderen Vorteil: Im Gegensatz zu den großen Konkurrenten ist KWS kein Agrarchemiker, der auch Pestizide im Programm hat wie das umstrittene Glyphosat. KWS konzentriert sich auf Züchtung und Vertrieb von Saatgut für die in der westlichen Landwirtschaft wichtigsten Nahrungs- und Energiepflanzen Mais, Weizen, Roggen, Zuckerrüben oder Raps.

Nach dem Verkauf der verlustreichen Sparte Pflanzkartoffeln kann KWS die Entwicklung der vielversprechenden Saatkartoffel forcieren. Gemeinsam mit dem anziehenden Kerngeschäft dürfte das im Finanzjahr 2016/17 zu einem Gewinnplus von zehn Prozent führen.

Aktientipp: Imperial Brands - Ein lohnender Zug von der Insel

Weil Rauchen in immer mehr Ländern geächtet wird, hat die britische Imperial Tobacco ihren Namen geändert und heißt nun Imperial Brands. Dennoch, mit einer Jahresproduktion von gut 280 Milliarden Zigaretten (etwa der Marken Gauloises, Davidoff, Winston oder West) bleibt das Geschäft um Tabak für Imperial der Kern des Unternehmens. Und das lohnt sich – auch für Aktionäre.

Sechs Billionen Zigaretten werden weltweit jedes Jahr geraucht, eine Milliarde Menschen greifen regelmäßig zur Kippe. Auch wenn der Markt in den Industrieländern langsam schrumpft – in Deutschland etwa um zwei bis drei Prozent jedes Jahr; die absolute Zahl der Raucher, so sagt die Gesundheitsorganisation WHO, nimmt weltweit weiter zu.

Mit zehn Prozent Umsatzplus im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (bis 30. September 2016) legte Imperial zuletzt deutlich zu. Grund ist neben stabilen Umsätzen in Europa vor allem der florierende Absatz in Nordamerika. Jetzt zahlt sich aus, dass die Briten mehrere Zigarettenmarken von Reynolds American übernommen haben, die sie mit ihrem bisherigen Amerikageschäft zusammenpacken und damit die Rechnung eines ganzen Jahres aufpeppen: Nach dem zuletzt rückläufigen 2015er-Umsatz (6,25 Milliarden Pfund Sterling netto, 1 Pfund gleich 1,26 Euro) könnten es 2016 mehr als sieben Milliarden Pfund werden. Die Einsparbemühungen sind im Plan, allein in diesem Jahr sollen die Kosten um mehr als 50 Millionen Pfund sinken. Die Hochrechnungen, dass der Nettogewinn je Aktie 2016 um mehr als zehn Prozent auf knapp 240 Pence je Aktie steigt, sind damit realistisch. Sehr wahrscheinlich ist auch ein weiterer Anstieg der Dividende von 141 Pence je Aktie auf 155 Pence. Und diese Dividende gibt es von der Insel ohne Abzug, erst hierzulande wird darauf Abgeltungsteuer fällig.

Aktie: Admiral Group - Kostengünstige Kontinuität aus Wales

Henry Engelhardt gehört heute zu den 500 reichsten Bürgern der USA. Das Privatvermögen des 58-Jährigen wird taxiert auf etwa 1,21 Milliarden Dollar. Den Grundstein seines Vermögens legte der Sohn eines Fleischhändlers aus Chicago in Wales. Dort gründete er in der Hauptstadt Cardiff 1993 den Kfz-Direktversicherer Admiral und startete das erste Vergleichsportal für Versicherungen auf der britischen Insel. Eine kluge Entscheidung: Die Gehälter in Wales waren um einiges niedriger als in der Londoner City, und das Modell Direktversicherung stand vor dem Siegeszug.

Mit im Boot bei Admiral saß von Anfang an die Münchener Rück. Der weltgrößte Rückversicherer ist noch mit 10,14 Prozent am Aktienkapital beteiligt und nach Engelhardt (14,4 Prozent) der zweitgrößte Aktionär.

2015 sorgten inzwischen 4,43 Millionen Kunden für einen Erlösanstieg um acht Prozent auf 2,12 Milliarden Pfund Sterling. Davon kamen 80 Prozent aus dem heimischen und elf Prozent aus der internationalen Kfz-Sparte. Den Rest steuerten Vergleichsportale und Nischenversicherer bei. Der Vorsteuergewinn der Gruppe verbesserte sich um sechs Prozent auf 377 Millionen Pfund, pro Aktie verdient wurden 107,3 Pence.

Admiral arbeitet mit einer geringeren Kostenquote als der Rest der Branche – 16 Prozent gegenüber 32 Prozent im Branchendurchschnitt. Die aufsichtsrechtliche Sollgröße für das Eigenkapital beträgt 420 Millionen Pfund. Admiral kommt auf 860 Millionen Pfund. Bis zu 200 Millionen Pfund überschüssiger Eigenmittel sollen binnen drei Jahren an die Aktionäre zurückfließen. Seit dem Börsengang 2004 hat Admiral insgesamt 2,1 Milliarden Pfund an die Aktionäre ausgeschüttet – rund 40 Prozent des aktuellen Marktwertes. Aufs Jahr gerechnet, bietet die Versicherungsaktie rund fünf Prozent Rendite.

Im Mai übergibt Engelhardt das Steuer an seinen bisherigen Stellvertreter und Mitgründer David Stevens. Stevens hält 3,44 Prozent des Aktienkapitals. Für Kontinuität sollte gesorgt sein.

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