Directors Dealings: Wenn Vorstände Aktien kaltschnäuzig abstoßen

Directors Dealings: Wenn Vorstände Aktien kaltschnäuzig abstoßen

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Axel Heitmann

von Annina Reimann

Manager handeln mit Aktien der Konzerne, für die sie arbeiten. Was Anleger aus Käufen und Verkäufen der Unternehmensinsider lernen können.

Weiß er mehr als andere? Anleger waren mächtig verunsichert, als Lanxess-Chef Axel Heitmann Aktien für zehn Millionen Euro losschlug – obwohl er gerade einen neuen Fünfjahresvertrag als Chef des Chemieunternehmens bekommen hatte. Er habe einen Kredit zurückgezahlt, ließ er verlauten, das „Handelsblatt“ berichtete von einem Immobilienkauf. „Bleibt Heitmann Vorstand und behält er nur fünf Prozent seiner Aktien, war das ungeschickt“, sagt der Geschäftsführer des Research-Hauses 2iQ, Robert Hable, der Aktiengeschäfte von Vorständen und Aufsichtsräten (Directors Dealings) verfolgt. 

Für Anleger gilt: „Käufe sind relevanter als Verkäufe, denn wer kauft, will Geld verdienen, wer verkauft, hat unterschiedliche Gründe“, sagt Olaf Stotz, Finanz-Professor in Frankfurt. Vorstände bekommen Optionen und bauen zu viel Vermögen in Aktien ihrer Firma auf. So entstehen Klumpenrisiken.

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Manager streuen dann auf andere Anlagen, so wie Linde-Boss Wolfgang Reitzle, der seit 2003 Aktien für rund 56 Millionen Euro verkaufte (und für 18 Millionen gekauft hatte). Oft stehen persönliche Gründe im Vordergrund: Scheidung, Immobilienkauf, Tilgung eines Kredits oder auch Jobwechsel. Ex-Lanxess-Finanzvorstand Matthias Zachert etwa verkaufte Aktien, nachdem sein Wechsel zu Merck offiziell wurde. Hinweis auf unmittelbar bevorstehende existenzielle Probleme geben Verkäufe selten.

Wer als Vorstand vor der Pleite Aktien abstößt, macht sich strafbar. „Lange vor Insolvenzen wird oft signifikant verkauft, kurz vor der Insolvenz eher nicht mehr“, sagt Hable – dann ist es zu auffällig. So kaltschnäuzig wie Ex-Lehman Boss Richard Fuld, der gut neun Monate vor der Pleite Aktien abstieß, sind nur wenige. Am meisten Aussagekraft haben Käufe der Finanzchefs von kleinen Unternehmen: „Je näher der Insider am Tagesgeschäft ist, desto besser“, sagt Hable.

Oft kaufen Insider, wenn die Kurse stark fallen, zuletzt griffen etwa Lufthansa-Chef Christoph Franz und E.On-Chef Johannes Teyssen zu. Mit dem Kauf sei oft eine Trendumkehr verbunden, hat Bank-Professor Richard Stehle von der Humboldt-Uni Berlin beobachtet, und sein Frankfurter Kollege Stotz folgert: „Wer Directors Dealings folgt, kann mehr verdienen und Verluste vermeiden.“

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