Discountzertifikate: Kursrisiken verringern

Discountzertifikate: Kursrisiken verringern

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Discount dämpft. Kursverlauf der ThyssenKrupp-Aktie mit Thyssen-Discount im Vergleich. Für eine Großansicht auf das Bild klicken.

von Anton Riedl

Discountzertifikate fangen leichte Kursschwankungen auf, aber bei Kurseinbrüchen bieten sie keinen Schutz. Dafür bekommen Anleger das Zertifikat allerdings auch günstiger als die Aktie.

Nach den Erfahrungen der Finanzkrise 2008 bis 2009 setzt Hubert Thaler für den Zertifikateanteil in seinen Kundendepots nur noch Discounts ein. „Die Kursschwankungen an den Märkten sind hoch, das macht Discounts derzeit attraktiv“, erklärt der Vermögensverwalter aus Starnberg. Discounts begrenzen zwar die Gewinnchancen durch einen Cap, dafür aber sind die Kursrisiken geringer als die einer Aktie.

Die Dämpfung entsteht durch die spezielle Kombination, die in jedem Discountzertifikat steckt. Basis ist zunächst der Kursverlauf der entsprechenden Aktie. Dazu wird auf diese Aktie eine Call-Option verkauft. Ein Call ist ein Wahlrecht, eine Aktie zu vorher festgelegten Bedingungen – Zeitpunkt, Preis – zu erwerben. Der Erlös aus dem Verkauf des Calls senkt den Preis des Discounts. Einfach gesprochen: Discounts sind Aktienkurs minus Option.

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Aktien in der Hinterhand

Wie sich diese Kombi bei Kursturbulenzen bewährt, zeigt ein Beispiel bezogen auf ThyssenKrupp (siehe Chart). Die Aktie notierte Anfang Mai bei 31 Euro. Wer vorsichtig war und ein Discountzertifikat mit Basis bei 30 Euro kaufte, bezahlte nur 28 Euro. Die drei Euro Rabatt waren der Erlös für die verkaufte Option (ebenfalls 30er-Basis und Laufzeit Mitte Dezember). Bis Ende Juni kletterte die Thyssen-Aktie auf 36 Euro, 16 Prozent Kursplus. Im Discount tat sich fast nichts. Der Grund: Die Kaufoption legte im Aktienanstieg mächtig zu und kletterte fast bis auf sieben Euro: 36 Euro im Aktienkurs minus sieben Euro Option ergeben 29 Euro für den Discount – nur plus drei Prozent.

Der defensive Charakter bremst im Aufschwung, schützt aber im Rückschlag. Im Juli verlor die Aktie 20 Prozent. Die Kaufoption schrumpfte auf zwei Euro – und deshalb hielt sich das Zertifikat stabil. Bei moderaten Kursrückgängen wie im Juli funktioniert die Puffer-Funktion des Discounts.

Im August-Crash allerdings sah die Rechnung anders aus. Die Aktie verlor vom 25. Juli bis 10. August 33 Prozent. Die Option sank von 3,50 Euro auf 50 Cent. Der Crash der Option federte den Rückschlag im Discount ab, mit 25 Prozent verlor das Zertifikat etwas weniger als die Aktie. Doch das war nur ein Teilerfolg. Erstens kann bei so hohen Verlusten von einem effektiven Puffer keine Rede mehr sein; zweitens ist die Option jetzt nur noch 50 Cent wert. Damit besteht kein Restpuffer mehr. Jeder weitere Rückgang der Aktie schlägt ungefiltert auf das Zertifikat durch. „Für größere Rückgänge sind Discounts nicht geeignet“, lautet das Fazit des Münchner Vermögensverwalters Michael Reuss.

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