
Die meisten Dax-Konzerne können ihren anstehenden Hauptversammlungen entspannt entgegen blicken. Denn zumindest was die Dividenden angeht, dürften die meisten Aktionäre auf den Treffen der Anteilseigner kein Grund zur Klage haben. Schließlich wollen deutsche Konzerne für das Geschäftsjahr 2012 eine Rekordsumme ausschütten.
Schätzungen der Commerzbank ergeben, dass allein die 30 Dax-Konzerne insgesamt 28,3 Milliarden Euro an Dividenden ausschütten wollen. Das wäre neuer Rekord. Selbst im erfolgreichen Vorkrisenjahr 2007 wanderten "nur" 28,1 Milliarden Euro in die Taschen der Anleger. Auch Prognosen der von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Analysten sehen ähnlich hohe Ausschüttungen.
Was die Dax-Konzerne für das Geschäftsjahr 2012 ausschütten wollen
Adidas
Preis (in €): 71,5
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 1,25
Rendite (in %): 1,75
Stand: 20.02.2013
Allianz
Preis (in €): 103,3
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 4,50
Rendite (in %): 4,36
Bayer
Preis (in €): 69,3
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 1,70
Rendite (in %): 2,45
BASF
Preis (in €): 71,5
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 2,70
Rendite (in %): 3,78
Beiersdorf
Preis (in €): 64,3
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 0,80
Rendite (in %): 1,24
BMW
Preis (in €): 71,4
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 2,50
Rendite (in %): 3,50
Commerzbank
Preis (in €): 1,5
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 0,00 (*bereits bekannt gegeben)
Rendite (in %): 0,00
Continental
Preis (in €): 88,5
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 2,00
Rendite (in %): 2,26
Daimler
Preis (in €): 44,5
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 2,20 (*bereits bekannt gegeben)
Rendite (in %): 4,95
Deutsche Bank
Preis (in €): 36,1
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 0,75 (*bereits bekannt gegeben)
Rendite (in %): 2,08
Deutsche Boerse
Preis (in €): 46,9
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 2,10 (*bereits bekannt gegeben)
Rendite (in %): 4,47
Deutsche Post
Preis (in €): 16,9
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 0,75
Rendite (in %): 4,43
Deutsche Telekom
Preis (in €): 8,3
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 0,70 (*bereits bekannt gegeben)
Rendite (in %): 8,47
E.ON
Preis (in €): 13,3
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 1,10 (*bereits bekannt gegeben)
Rendite (in %): 8,30
FMC
Preis (in €): 52,2
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 0,70
Rendite (in %): 8,30
Fresenius
Preis (in €): 89,7
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 1,10
Rendite (in %): 1,23
HeidelbergCement
Preis (in €): 49,5
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 0,40
Rendite (in %): 0,81
Henkel
Preis (in €): 65,9
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 0,90
Rendite (in %): 1,37
Infineon
Preis (in €): 6,3
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 0,12 (*bereits bekannt gegeben)
Rendite (in %): 1,92
K + S
Preis (in €): 33,9
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 1,35
Rendite (in %): 3,99
Lanxess
Preis (in €): 66,5
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 1,00
Rendite (in %): 1,50
Linde
Preis (in €): 132,2
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 2,70
Rendite (in %): 2,04
Lufthansa
Preis (in €): 15,7
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 0,00 (*bereits bekannt gegeben)
Rendite (in %): 0,00
Merck
Preis (in €): 103,4
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 1,80
Rendite (in %): 1,74
Munich Re
Preis (in €): 133,8
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 7,00 (*bereits bekannt gegeben)
Rendite (in %): 5,23
RWE
Preis (in €): 28,3
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 2,00
Rendite (in %): 7,08
SAP
Preis (in €): 59,4
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 0,85
Rendite (in %): 1,43
Siemens
Preis (in €): 78,2
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 3,00 (*bereits bekannt gegeben)
Rendite (in %): 3,84
ThyssenKrupp
Preis (in €): 17,5
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 0,00 (*bereits bekannt gegeben)
Rendite (in %): 0,00
Volkswagen Pref
Preis (in €): 176,7
Dividende Geschäftsjahr 2012 (in €): 5,05
Rendite (in %): 2,86
Grund sind vor allem die hohen Kassenbestände, die die Unternehmen im Laufe der letzten Monate angesammelt haben. Die anhaltenden Sorgen um die Konjunktur, vor allem in der Euro-Zone, ließ die Konzerne auf Investitionen verzichten. Dennoch liefen die Geschäfte nicht schlecht, immer mehr Geld kam in die Kassen. Viele Unternehmen nehmen das zum Anlass, die Dividenden zu erhöhen. Eine Alternative wären Aktienrückkäufe. Auch davon würden Anleger profitieren, denn die dadurch sinkende Zahl an Aktien lässt in der Regel die Kurse steigen. Sollten Anleger also schnell einsteigen und Aktien kaufen, um noch etwas vom großen Ausschüttungs-Kuchen abzubekommen?
Prinzipiell sind solche kurzfristigen Käufe möglich, da die Dividende grundsätzlich an jeden gezahlt wird, der am Tag der Hauptversammlung im Besitz der jeweiligen Aktie war. Am nächsten Tag landet das Geld auf dem Konto des Anlegers. Das klingt zwar verlockend, dennoch sollten Anleger nicht allzu kurzfristig investieren. Denn der Markt preist die angekündigte Ausschüttung normalerweise mit ein. Das heißt, vor der Hauptversammlung steigen die Kurse und die Papiere werden entsprechend teuer. Gleichzeitig gehen die Kurse nach der Dividendenzahlung in der Regel in den Keller. Der Anleger kann zwar die Ausschüttung einstreichen, muss aber zumindest kurzfristig mit Kursverlusten rechnen. Wer hohe Preise vermeiden will, kauft einfach ein paar Wochen vorher.
Nicht von den absoluten Zahlen blenden lassen
Wer sein Depot anhand der Dividende besetzen will, sollte sich von nackten Zahlen nicht blenden lassen. Denn was zählt ist die Dividendenrendite und nicht die absolute Zahlung. Die Rendite beschreibt das Verhältnis von Ausschüttung und dem jeweiligen Aktienkurs, sie gibt also die Verzinsung des eingesetzten Kapitals an. Sinkt der Kurs oder steigt die Ausschüttung, kassieren Anleger eine höhere Rendite. Ein aktuelles Beispiel: Absolut betrachtet ist die angekündigte Dividende von Stromriese E.On mit 1,10 Euro nicht außergewöhnlich hoch. Der Rückversicherer Munich Re will satte sieben Euro pro Aktie zahlen. Allerdings dreht sich das Bild, wenn die Dividendenrendite ins Spiel kommt. Während E.On-Aktionäre eine Dividendenrendite von satten 8,3 Prozent einstreichen können, sind es beim Rückversicherer 5,2 Prozent.
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