Dividenden: Trotz üppiger Dividenden werden Aktien verschmäht

Dividenden: Trotz üppiger Dividenden werden Aktien verschmäht

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Die Dax-Konzerne schütten insgesamt fast 30 Milliarden Euro aus.

Aktionäre können sich auch in diesem Jahr über hohe Ausschüttungen freuen, nicht nur im Dax, sondern auch bei Nebenwerten. Welche Aktien Top-Dividenden bieten, warum Anleger trotzdem skeptisch bleiben.

Das gute Geschäftsjahr 2015 der Konzerne macht sich nun auch positiv bei den Anlegern bemerkbar. "Die Zahlungen fallen sehr üppig aus", sagt Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Anlegerschutzvereinigung DSW, bei der Vorstellung der diesjährigen Dividendenstudie. Besonders erfreulich sei dabei, dass die Nebenwerte-Indizes MDax, SDax und TecDax neue Rekorde aufgestellt hätten.

Der Trend zu Gewinnausschüttungen bei kleinen Gesellschaften, so Tüngler, setze sich weiter fort. Absolut betrachtet haben die Ausschüttungen damit die Grenze von 40 Milliarden Euro überschritten. Ein Großteil davon entfällt allerdings auf den Dax, die 30 größten deutschen Konzerne zahlten insgesamt Dividenden in Höhe von knapp 30 Milliarden Euro an ihre Aktionäre. Der DSW erwartet, dass die Summe insgesamt leicht unter den 30,1 Milliarden Euro des Vorjahres liegen wird. Entscheidend dafür wird sein, ob VW seine Dividende wie angekündigt deutlich kürzt. Auch wenn die skandal-gebeutelten Wolfsburger ausfallen sollten, wird im Dax eine hohe Summe ausgeschüttet. Deutsche Anleger profitieren davon allerdings kaum.

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Zu den besten Dividendenzahlern im Dax gehört weiterhin Daimler. Die Stuttgarter haben ihre Ausschüttungen gegenüber dem Vorjahr um über 32 Prozent gesteigert und schütten insgesamt rund 3,4 Milliarden Euro an Dividenden an ihre Anleger aus. Damit liegt Daimler vor der Allianz. Der Versicherer schüttet insgesamt rund 3,3 Milliarden Euro aus und überzeugt vor allem mit einer hohen Dividendenrendite von über sieben Prozent.

Die Top 5 Dividendenzahler im Dax

  • Dividendensumme

    Dax

    2016: 29,8 Mrd. Euro
    2015: 30,1 Mrd. Euro

    Quelle: DividendenAdel Deutschland Studie 2016

  • Daimler

    Summe: 3 477 Mio. Euro

    YoY: +32,7 Prozent

    Dividendenrenditen:

    2016: 3,25
    2015: 2,45

  • Allianz

    Summe: 3 336 Mio. Euro

    YoY: +6,6 Prozent

    Dividendenrendite:

    2016: 7,30
    2015: 6,85

  • Siemens

    Summe: 3 084 Mio. Euro

    YoY: +6,1 Prozent

    Dividendenrendite:

    2016: 3,50
    2015: 3,30

  • BASF

    Summe: 2 664 Mio. Euro

    YoY: +3,6 Prozent

    Dividendenrendite:

    2016: 2,90
    2015: 2,80

  • Deutsche Telekom

    Summe: 2 534 Mio. Euro

    YoY: +10,0 Prozent

    Dividendenrendite:

    2016: 0,55
    2015: 0,50

Das stärkste Dividenden-Plus im Dax beschert der Baustoffkonzern HeidelbergCement seinen Anteilseignern (plus 73 Prozent). Mit dem Energieversorger E.On zahlt nur ein Dax-Konzern seinen Anteilseignern eine Dividende, obwohl in der Bilanz Verluste angehäuft wurden.

Der grundsätzliche Anstieg der Dividenden dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Kassen vieler Unternehmen prall gefüllt sind. Nach Berechnungen des Beratungsunternehmens EY verfügten allein die Dax-Konzerne Ende 2015 zusammengerechnet über 64,3 Milliarden Euro an Cash-Reserven. 24 von 29 Konzernen in der höchsten deutschen Börsenliga erhöhen die Ausschüttung.

Die Top 5 Dividendenzahler im MDax

  • Dividendensumme

    MDax

    2016: 7,3 Mrd. Euro
    2015: 6,4 Mrd. Euro


    Quelle: DividendenAdel Deutschland Studie 2016

  • Airbus

    Summe: 1 021 Mio. Euro

    Dividendenrendite:

    2016: 1,30
    2015: 1,20
    %YoY: +8,3 Prozent

  • Hannover Rück

    Summe: 573 Mio. Euro

    Dividendenrendite:

    2016: 4,75
    2015: 4,25
    %YoY: +11,8 Prozent

  • Evonik

    Summe: 536 Mio. Euro

    Dividendenrendite:

    2016: 1,15
    2015: 1,00
    %YoY: +15,0 Prozent

  • Steinhoff

    Summe: 462 Mio. Euro

    Dividendenrendite:

    2016: 0,12 (Schätzung)
    2015: 0,11
    %YoY: +9,8 Prozent

  • RTL Group

    Summe: 395 Mio. Euro

    Dividendenrendite:

    2016: 2,55
    2015: 3,83
    %YoY: -33,3 Prozent

Leider ließen viele deutsche Anleger den Dividendenregen an sich vorbei ziehen, so Tüngler. Rund 64 Prozent der Dax-Gesellschaften sind in den Händen von ausländischen Investoren. "Augenscheinlich haben die deutschen Anleger kein Vertrauen in unsere Wirtschaft", sagt DSW-Geschäftsführer Tüngler. Anders sei es nicht zu erklären, dass die Deutschen das Thema Aktie trotz der niedrigen Zinsen weiterhin nahezu ignorieren.

Zwar wagen sich die eher börsenscheuen Deutschen angesichts von Niedrigzinsen wieder etwas stärker an den Aktienmarkt. Knapp 9,01 Millionen Menschen besaßen nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts im vergangenen Jahr Aktien oder Anteile an Aktienfonds - das ist der höchste Stand seit 2012 mit knapp 9,5 Millionen Aktionären. Das meiste Geld steckt laut Bundesbank aber nach wie vor in kurzfristige Bankeinlagen sowie Versicherungen und Pensionseinrichtungen.

Für die Untersuchung hat der DSW zusammen mit der Research Plattform DividendenAdel und deren Forschungspartner FOM Hochschule sämtliche börsennotierten deutschen Unternehmen und ihre Ausschüttungen untersucht. Dazu gehören auch die Konzerne im Freiverkehrssegment aller inländischen Börsen.


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