Druckerkolonne der Notenbanken: Nur Gold wird übrig bleiben

10. Februar 2013
von Martin Mack und Herwig Weise

Glaubt man den Vorhersagen, winken mit Aktieninvestments wegen der scheinbar beendeten Euro-Krise geradezu risikolose Gewinne. Ein gefährlicher, geradezu fataler Trugschluss. Ein Gastbeitrag.

Das Börsenjahr 2013 startete an den Aktienmärkten so, wie das alte endete: mit teils beachtlichen Gewinnen! Glaubt man den aktuellen Kommentaren der meisten Auguren, die angesichts der Nullzinspolitik und der unbegrenzten Liquiditätsschöpfung der Notenbanken jetzt die Alternativlosigkeit der Aktienanlage beschwören, so scheinen die Börsen 2013 auch wegen der offiziell für beendet erklärten Euro-Krise geradezu risikolose Gewinne zu garantieren. Mittlerweile ist dementsprechend der Optimismus nicht nur unter den institutionellen Investoren in Amerika extrem ausgeprägt, sondern auch Titelseiten - wie der Dax-10.000-Punkte-Aufmacher des „Handelsblatt“ am 18. Januar  - signalisieren, dass der Optimismus inzwischen immer stärker Richtung Euphorie tendiert, was sich in früheren Börsenzyklen oft als Marktwendepunkt entpuppte.

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Natürlich kann niemand die Entwicklung in den nächsten Monaten oder Jahren vorhersehen, doch die enormen Risiken und Nebenwirkungen der aktuellen Krisenpolitik einfach auszublenden, könnte sich für die an die Allmacht der Notenbanken glaubende Masse von Anlagenotstandsinvestoren schnell als kostspieliger Irrtum erweisen. Schließlich wurde seit Krisenbeginn 2007 nicht ein einziges von den der Krise zugrunde liegenden Problemen gelöst, dafür aber das größte und zugleich folgenreichste geldpolitische Experiment in der Geschichte der Menschheit gestartet.

Rettung Planwirtschaft der Notenbanken

Die Einkommensgrundlage der Bevölkerung erodiert, die optimistischen Wirtschaftsprognosen sind Fehl am Platze. Die Lage ist brenzlig: Die Krise könnte 2013 ein neues Feuer entfachen. Ein Gastbeitrag.

Rettung: Planwirtschaft der Notenbanken

Allein die Tatsache, dass die Eurozone inzwischen wieder in die Rezession zurückgefallen ist, und auch die US-Wirtschaft im vierten Quartal 2012 leicht schrumpfte, signalisiert, dass die massiven geldpolitischen Interventionen der Notenbanken kaum noch positive realwirtschaftliche Effekte erzeugen. Und das alles in einem Umfeld, in dem die Industriestaaten trotz aller Spar-Rhetorik ihre Verschuldung im Eiltempo weiter aufblähen!

Der - trotz Marktintervention der US-Notenbank Fed - kräftige Renditeanstieg der zehnjährigen US-Staatsanleihender seit Juli 2012 von 1,4 Prozent auf zuletzt knapp zwei Prozent könnte bereits auf erste Probleme der verfolgten Politik der „finanziellen Repression“ hindeuten, deren (unwahrscheinlicher) Erfolg ja davon abhängt, dass die Investoren bereit sind, langfristig ein real negativ verzinstes Ausfallrisiko zu akzeptieren. Noch besteht das Vertrauen der Investoren in die Allmacht von Staaten und Notenbanken und deren unbegrenzte Verschuldungsfähigkeit, aber dieses kann, wie die Solvenzkrise in Europa gezeigt hat, eben auch von heute auf morgen verschwinden.

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Kommentare | 23Alle Kommentare
  • 10.02.2013, 11:53 UhrNurRealesistBares

    Ich schließe eine Gegenwette bzw. Zusatzwette ab - Silber wird deutlich besser performen als Gold und ebenfalls überleben! Der Gurnd beim Geldbeutel der kleinen Leute. Die Masse wird sich am Ende eher auf die billigeren Produkte stürzen. Zudem war Silber in Asien lange Zeit ein Geldstandard und liegt auch heute noch sehr hoch im Ansehen v.a. als Inflationsschutz. Gold wird zwar auch interessant sein, jedoch eher für die großen Vermögensabsicherungen:-)in Gold we trust!

  • 10.02.2013, 13:40 Uhrraentnaer

    Wie praktisch, dass die USA die Schuldengrenze "vorübergehend",
    wie seinerzeit auch die Goldkonvertibilität des Dollars, ausgesetzt hat. Somit hat man Raum gschaffen für die Dollars, die gedruckt werden müssen um der japanischen Herausforderung zu trotzen. Wie sonst, soll man noch amerikanische Autos verkaufen?
    Über die Qualität? Japanische Produkte sind nun mal nachhaltiger.
    Da helfen politisch erzwungene Rückrufaktionen auch nicht lange.
    Wenn die deutsche Autoindutrie, nach der übrigen europäischen, auch um Hilfe jammert, ist auch hier das Drucken alternativlos.
    Der Goldbulle verschnauft, geht auch mal in den Urlaub, geschlachtet wird er b.a.w. nicht.

  • 10.02.2013, 13:45 Uhrraentnaer

    Das sehe ich zunächst auch so. Doch bitte vergessen Sie die Volatilität des Silbers nicht: Es muss gehandelt werden. Darin stecken noch mehr Spekulanten als im Gold. Am Ende bleibt Gold.
    Was nutzt Ihnen Silber dass nach dem garantierten Platzen der Blase
    90% Prozent verloren hat, Gold dagegen nur die Hälfte?

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