Edelmetalle: Mattes Gold

, aktualisiert 27. Oktober 2016, 17:25 Uhr
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Die Nachfrage nach dem wertvollen Rohstoff ist zuletzt gesunken.

von Ingo NaratQuelle:Handelsblatt Online

Gold ist billiger geworden. Anleger kaufen weniger Barren und Münzen. Auch die Deutschen sind zurückhaltender. Doch der Preis könnte bald wieder steigen – erste Anzeichen dafür gibt es bereits.

FrankfurtDie Optimisten sind erst einmal enttäuscht. Seit Juli ist der Goldpreis zeitweise um bis zu 120 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) gefallen. Das ist ein Abschlag von acht Prozent. Momentan kostet das Edelmetall rund 1 270 Dollar je Feinunze.

Einen Grund für den Absacker lieferte am Donnerstag die Metallanalysefirma GFMS. Laut deren Daten ist die weltweite Nachfrage nach Gold im dritten Quartal um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gefallen. Die Privatanleger fragten nur noch netto 211 Tonnen an Barren und Münzen nach. „Das ist der niedrigste Wert seit dem ersten Quartal 2009“, errechnet GFMS-Experte Ross Strachan in London. Der deutsche Anteil daran liege bei lediglich 11,5 Tonnen. Es sei das geringste Interesse seit dem zweiten Quartal 2008.

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Der GFMS-Experte begründet den Rückgang mit Verkäufen nach dem starken Preissprung des ersten Halbjahres von über einem Viertel. Hinzu kamen in der jüngeren Zeit die verstärkten Diskussionen über weitere US-Zinserhöhungen. Zinserhöhungen würden Anleihen attraktiver machen. Festverzinsliche sind eine konkurrierende Anlage zu zinslosen Edelmetall-Investments. Im Zuge der Zinsspekulationen stieg auch der Dollar, was Gold als Alternativwährung ebenfalls belastete.

Die langfristigen Optimisten sehen in der Preisumkehr nach oben zur Jahresende den Start der zweiten Phase einer langfristigen Hausse. Von Beginn des Jahrtausends bis zum Jahr 2011, als der Goldwert sein zyklisches Hoch erreichte, hatte sich der Preis bis auf über 1.900 Dollar fast verachtfacht. Danach war er gefallen, weil sich spekulative Anleger aus dem Metall zurückgezogen und teilweise den boomenden Aktien zugewandt hatten.

Stark gekoppelt war der Preis in der Vergangenheit an die Nachfrage nach Gold-Indexfonds. Diese Produkte sind wie ein Wertpapier leicht zu ordern und hinterlegen das Metall. Die Nachfrage nach diesen Fonds war im ersten Halbjahr stark gestiegen, was zum Preissprung in diesem Zeitraum beitrug. Das Interesse sank jedoch in den vergangenen drei Monaten spürbar. Es war nur halb so groß wie im ersten Quartal.

Allein am Mittwoch verzeichnete der weltgrößte Gold-Indexfonds, SPDR Gold Trust, einen Abfluss von 14 Tonnen. „Das war der zweite kräftige Tagesabfluss innerhalb von vier Handelstagen“, erklärten die Rohstoffanalysten der Commerzbank. An einen Einbruch von Dauer glaubt GFMS-Mann Strachan jedoch nicht. Bereits im Oktober erkennt er wieder eine steigende Gold-Nachfrage bei den Verbrauchern, vor allem aus dem Mittleren Osten, China, Indien und auch Deutschland. Für das kommende Jahr erwartet die Analysefirma einen durchschnittlichen Feinunzenpreis von 1.420 Dollar.

Quelle:  Handelsblatt Online
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