Elsässers Auslese: Ein Family Office zahlt sich aus

kolumneElsässers Auslese: Ein Family Office zahlt sich aus

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Deutschen Börse in Frankfurt am Main (Hessen)

Kolumne von Markus Elsässer

Die See für Anleger wird rauer, sichere Anlagemodelle und substanzielle Zinseinnahmen gehören der Vergangenheit an. Mit Family Offices kann das Vermögen aber wachsen – wenn es die richtigen sind. Eine Kolumne.

Die Banken ziehen sich immer mehr aus dem klassischen Beratungsgeschäft zurück. Die Börse ist schwankungsanfällig und reagiert selbst auf die kleinste Nachricht mit großen Ausschlägen.

Um eine permanente Auseinandersetzung mit dem Faktor „Risiko“ kommt man nicht mehr herum. Viele Anleger ziehen sich verängstigt in ihr Kämmerlein zurück. Andere geben ganz auf und verabschieden sich vom Finanzmarkt. Sie kaufen in ihrer Not eine Immobilie nach der anderen. Kapitalanleger sind gut beraten, über einen alternativen Weg nachzudenken: Die Interessen der Familienmitglieder in einem eigenen „Family Office“ zu bündeln.

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Für mich ist es das Modell der Zukunft - auch für kleinere Vermögen. Aber es braucht die richtige Kombination aus Kapital und Talent. Und da liegt die Herausforderung. Einem jungen Berufstätigen sollte man die Frage stellen: Was ist wertvoller: 20 Millionen Euro auf dem Konto oder Talent? Schwer zu beantworten? Ich glaube nicht. Jedes für sich allein ist limitiert und von vornherein begrenzt oder sogar gefährdet. Beides zusammen, das macht den Unterschied. Was aber bedeutet das in der Konsequenz?

Zur Person

  • Markus Elsässer - Value Investor

    Nach einer Industriekarriere ist Elsässer seit 1998 selbständiger Value Investor und gründete vor dreizehn Jahren den Value Fonds "ME Fonds - Special Values“ (www.aqualutum.de). Elsässer wuchs in London, Hongkong und Paris auf. Nach Banklehre und Wirtschaftsstudium in Köln arbeitete er in einer Wirtschaftsprüfungs-Sozietät, als Finanzdirektor bei Dow Chemical Deutschland, in Sydney für Benckiser und in Singapur für die Storck Gruppe. Darüber hinaus arbeitete er einige Jahre eng mit dem New Yorker Investor Guy Wyser-Pratte zusammen, mit dem er unter anderem 2001 gegen den Rüstungskonzern Rheinmetall zu Felde zog. Im Jahr 2012 gründete er mit dem Profifußballer Simon Rolfes das Sport-Management Unternehmen  Rolfes & Elsässer - The Career Company.


1. Psychologie und Persönlichkeit

Fangen wir mit der psychologischen Ausgangsbasis bei den Kapitalbesitzern an. Ohne Frage hat ein großes Vermögen Gewicht. Es eröffnet einem den Zugang zu guten Adressen, Konditionen und Möglichkeiten in der Welt der Finanzen. Demgegenüber ist die Zersplitterung eines Vermögens von Nachteil. Das Abrutschen des Geldanlegers in den Amateurstatus ist programmiert. Windigen Beratern und schlechten Anlagevorschlägen sind Tür und Tor geöffnet. Leider stelle ich aber immer wieder fest, dass der „Freiheitsdrang“ bei den Geldanlegern durchschlägt. Gerade beim Übergang von einer Generation auf die nachfolgende atmen Familienmitglieder erleichtert auf, wenn sie endlich - jeder für sich - ihrer Wege gehen können. Auch unter Geschwistern oder Cousins gibt es wenig Bereitschaft, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und offen über die Finanzen zu sprechen.

Ego-Probleme, mangelndes Selbstbewusstsein, schlechte Gefühle aus Zeiten der Bevormundung machen sich hier in fataler Weise bemerkbar. Bei dem einen ist es der Spieltrieb, der sich ausleben möchte. Kapital als Spielwiese in einem sonst eher langweiligen Leben. Kritische Betrachter sind da nicht erwünscht. Bei dem anderen ist es die Möglichkeit, das Gefühl von Macht und Einfluss gegenüber seinem Berater oder Banker auszukosten. Endlich hat man jemanden an der Telefonleitung, dem man ordentlich „den Marsch blasen kann“. Wie dem auch sei, letzten Endes siegt in all diesen Fällen die Psyche über die Vernunft. Die nüchterne Einsicht bleibt auf der Strecke. Wer sein Kapital dauerhaft mehren möchte, muss sein Ego der Sache wegen hinten anstellen. Wer dazu nicht bereit ist, spielt mit dem Feuer.

2. Talent und Kompetenz

Ist der Schritt zur Zusammenarbeit von Familienmitgliedern denn getan, kommen wir zum zweiten Punkt: dem Verhältnis von Kapital zu Talent. Denn der Dynamo zur konstanten Wertentwicklung eines Vermögens wird erst richtig mit Fachwissen, Können und Erfahrung angeworfen. Da ist das Beste gerade gut genug und das kostet nun einmal Geld. Weit verbreitet ist die innere Haltung: Wir sind ja schon reich, das geht ja auch mehr oder minder von alleine, das schaffen wir schon selbst mit ein paar „Hilfsbremsern“, es sind ja eh alles gleich schlecht und so weiter. Man wiegt sich in Sicherheit angesichts großer Kapitalsummen auf den Depotauszügen.

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