Engelmanns Eigenhandel: Bundesanleihen bleiben eine sichere Bank

kolumneEngelmanns Eigenhandel: Bundesanleihen bleiben eine sichere Bank

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Das Praktikum bei der Sparkasse weckte Oliver Engelmanns Interesse an der Börse.

Kolumne von Oliver Engelmann

Oliver Engelmann outet sich als Kind der Bond-Hausse, verneigt sich vor dem erfahrenen Kolumnisten-Kollegen Manfred Gburek – und widerspricht ihm: Bundesanleihen sind bis auf weiteres ein sicherer Hafen, ihr Crash ist keinesfalls programmiert. Die Zinswende wurde schon viel zu oft vergeblich ausgerufen und Bundesanleihe-Renditen unter einem Prozent sind durchaus möglich.

"Herr Engelmann, gehen Sie doch bitte schnell zur Versicherungsvertretung in der Speestrasse und holen dort die Tabellen mit dem Zinsfuß ab. Beeilen Sie sich, es ist dringend!" Diesen vermeintlich äußerst wichtigen Arbeitsauftrag meines Direktors wie eine Monstranz vor mich hertragend stürmte ich an einem Sommertag des Jahres 1986 unter dem "Palim Palim" der Türglocke in die kleine Versicherungsvertretung an meinem damaligen Wohnort. Doch die Luft entwich schnell aus der vor Stolz geschwellten Brust! Denn wiewohl ich selbst von der Größe und Bedeutung meiner Mission, die ich als Praktikant im Auftrag der örtlichen Sparkasse zu erledigen hatte, geradezu berauscht war, schienen die beiden Versicherungsvertreter eher gelangweilt. "Den Zinsfuß sollen Sie holen?", fragten sie mich und erklärten dann, der sei noch nicht fertig, ich möge später noch mal wiederkommen. Dass ich mit leeren Händen zur Sparkasse zurückkehrte, missfiel deren Direktor ungeheuer, was zur Folge hatte, dass ich den gefühlten Kilometer zum Büro der Versicherung umgehend noch einmal zurücklegen durfte, um dort "mit dem notwendigen Nachdruck" auf die Herausgabe des Zinsfußes zu bestehen. Während ich anschließend ein mehrere Kilogramm schweres Paket, das rund um mit Aufschriften wie "Geheim", "Inhalt: Zinsfuß" und "Nur vom Direktor der Sparkasse persönlich zu öffnen" versehen war, zurück zur Bank schleppte, triumphierte ich innerlich und beglückwünschte mich bereits zu meinem ungeheuren Durchsetzungsvermögen. Die Freude hielt allerdings nur, bis ich - wieder in der Filiale angekommen - auf Geheiß des Chefs jenes geheimnisvolle Paket öffnete, um die Zinsfußtabellen zu entnehmen: In dem Paket befanden sich nämlich nur einige Backsteine und der Inhalt eines Mülleimers samt Zigarettenkippen und Bananenschalen.

„Reich an der Börse“

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So mancher Banker dürfte am Beginn seiner Laufbahn schon Opfer solcher Späße geworden sein. Ob Zinsfuß, Saldenzange oder Devisenschieber: Es gibt praktisch nichts, was man nicht irgendwo abholen könnte. Und auch wenn ich mich damals anfänglich über jenen Streich meiner Kollegen geärgert habe: Rückblickend betrachtet bin ich recht froh, den Zinsfuß persönlich abgeholt zu haben - ein solches Erlebnis vergisst man nie. Überhaupt ist mir das damalige Praktikum bei der Sparkasse in bester Erinnerung geblieben, weckte es doch mein Interesse an der Börse. In der Folge erstand ich auch das erste Buch über das Geschehen an den Kapitalmärkten, das ich jemals gelesen habe: "Reich an der Börse - 100 Wege zum Erfolg". Verfasst wurde dieses 1986 erschienene Werk von Manfred Gburek, der wohl allen regelmäßigen Lesern von WirtschaftsWoche Online bekannt sein dürfte. Für mich war sein Buch damals eine Art Offenbarung, lieferte es mir doch den theoretischen Hintergrund zu so manchem, das ich zuvor während meines Praktikums kennengelernt hatte.

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Andere Meinung

Manfred Gburek, der in diesem Jahr seinen siebzigsten Geburtstag feiert, hat sich Zeit seines Lebens mit der Börse beschäftigt. Und selbst in einem Alter, in dem manch anderer sich ausschließlich der Rosenzucht im eigenen Schrebergarten widmet oder auf großer Butterfahrt Heizdecken dutzendweise erwirbt, kurzum sich aus dem Beruflichen komplett zurückgezogen hat, setzt Herr Gburek seine Marktbeobachtungen und Analysen fort und lässt uns an seinen Schlussfolgerungen teilhaben.

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