Engelmanns Eigenhandel: Mein Leben als Kontraindikator

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Wie gefährlich ist die Aktien-Euphorie? Wo bleibt die Zinswende? Wo werden Euro und Gold zum Ende des neuen Jahres stehen? Der Kolumnist Oliver Engelmann als Kontraindikator.

Kolumne von Oliver Engelmann

Unser Kolumnist zweifelt: an dem weiteren Kurspotenzial für den Dax, an der abermals von vielen Seiten ausgerufenen Zinswende - und an seiner persönlichen Chance, sein Gewicht dauerhaft zu reduzieren.

Als ich nach den Weihnachtsfeiertagen in mein kleines Kaufmannskontor zurückkehrte, da wusste ich schnell, was die Stunde geschlagen hatte. Eine Kollegin aus dem Middle Office kam an meinen Platz, legte stumm ein Buch auf meinen Tisch und verschwand genauso grußlos, wie sie gekommen war. Der Schinken, den die Dame auf diese subtile Weise zur Lektüre empfohlen hatte, stammte aus der Feder eines französischen Mediziners und lüftete auf mehreren hundert Seiten das Geheimnis, das zu lüften vor ihm schon so viele andere Werke versprochen und nicht gehalten hatten: den Weg zur Traum-Figur! Seither ernähre ich mich ausschließlich von proteinhaltigen Lebensmitteln - angesichts meines derzeitigen Fleischkonsums steht zu befürchten, dass Rinder und Hühner in Deutschland schon bald zu den gefährdeten Arten gezählt werden müssen. Selbst das bei anderen Diäten erlaubte Gemüse als Beilage ist ersatzlos gestrichen; auch Obst ist verboten. Von Schokolade und anderen Leckereien, die das Leben doch erst lebenswert machen, darf man gar nicht zu träumen wagen, will man nach dem Konzept des französischen Schlankheitsgurus die Pfunde purzeln sehen. Meine Kollegen schließen bereits Wetten darauf ab, dass ich am Ende des Jahres mehr wiegen werde als jetzt! Jojo ließe doch in der Regel herzlich grüßen. Und betrachtet man die Entwicklung der vergangenen Jahre, dann dürfte das eine vergleichsweise "sichere" Wette sein.

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Gefährliche Aktien-Euphorie

Viel schwieriger hingegen gestaltet sich die Vorhersage, wo die Renditen von Bundesanleihen, der Deutsche Aktienindex (DAX), Euro und Gold zum Ende des neuen Jahres stehen werden. Die Analystenzunft zeigt sich in ihren Prognosen zwar in gewohnter Eintracht - immer getreu dem Motto, wonach möglichst wenig vom Konsens abzuweichen der sicherste Weg ist, nicht unangenehm aufzufallen. Doch hat die Mehrheit am Markt auch immer Recht?

10 Tipps für Börseneinsteiger

  • Volles Risiko oder lieber Nummer sicher - Typ-Analyse

    Bevor ein potentieller Anleger zum ersten Mal Aktien kauft, sollte er sich Gedanken darüber machen, welches Ziel er mit der Geldanlage verfolgt und für welchen Anlegertyp er sich hält. Wenn mit den Aktien später die Altersvorsorge aufgestockt oder das Studium der Kinder finanziert werden soll, muss an der Börse eine andere Taktik angewendet werden, als wenn es um kurzfristige Gewinne geht. Die grundlegende Frage ist: Sind Sie auf den Betrag angewiesen und investieren deshalb lieber mit möglichst geringem Risiko oder können Sie eventuelle Verluste verschmerzen und renditestärkere aber auch riskantere Papiere kaufen?

  • Gier ist nicht immer gut

    Wer die Frage nach der eigenen Risikoneigung mit "no risk, no fun!" beantwortet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er zwar sehr viel gewinnen, aber auch sehr viel verlieren kann. Für den Anfang schadet es nicht, auf eine langfristige Strategie zu setzen und die Entwicklungen an den Märkten zu beobachten. Kleine Zockereien für den Nervenkitzel sind dann im Verlustfall besser zu verschmerzen. Nach dem Geckoschen Leitsatz "Greed is good" sollten Börsenneulinge nicht handeln.

  • Nur kaufen, was man versteht

    Was eine Aktie ist und wie sie funktioniert, dürfte jedem klar sein. Wer sein Depot auch mit Anleihen und Zertifikaten füllen möchte, sollte nur in Produkte investieren, die er auch versteht. Wer nur auf die Renditeversprechen hört und Produkte kauft, deren Vor- und Nachteile, beziehungsweise Funktionsweisen er nicht begreift, fällt über kurz oder lang auf die Nase.

  • Bankgebühren beachten

    Bevor Sie ein Depot eröffnen, vergleichen Sie die Gebühren der Banken. Je höher die Gebühren sind, desto geringer fällt die Rendite nachher aus. Direktbanken haben im Regelfall günstige Konditionen und bieten kostenlose Depots an.

  • Auf die Mischung achten

    Anleger sollten ihr Geld - und damit auch ihr Risiko - zumindest am Anfang möglichst breit streuen. Verteilen Sie Ihr Geld auf verschiedene Märkte wie Rohstoffe und Energie, sowie auf Aktien, Fonds und Anleihen.

  • Mischung bei Fonds und Zertifikaten

    Wer seinem Portfolio Fonds oder Zertifikaten beimischt, sollte auch innerhalb dieser Anlageklassen auf eine gute Mischung achten. Fondsanbieter und deren Produkte lassen sich online schnell vergleichen. Wer nicht nur in ein oder zwei Gesellschaften investiert, ist auf der sicheren Seite.

  • Regelmäßige Überprüfung

    Besonders wichtig ist, dass Sie sich Zeit nehmen für Ihre Geldanlage und Ihr Depot regelmäßig überprüfen: Welche Anlageinstrumente haben sich wie entwickelt? Ist es Zeit, das Depot umzuschichten, oder läuft alles in meinem Sinne?

  • Qualität hinterfragen

    Bei der Überprüfung des Depots sollte man sich immer mal wieder fragen: Würde ich diese Aktie oder diesen Fonds heute noch kaufen? Lautet die Antwort ja, behalten Sie das Produkt. Sind Sie von der Qualität nicht mehr überzeugt, wird es Zeit zum Verkauf.

  • Verluste begrenzen

    Entwickelt sich eine Aktie oder ein sonstiges Produkt nicht so, wie geplant, sollten Sie nicht zögern, es zu verkaufen. Sogenannte Stopp-Loss-Orders, also Untergrenzen, bei denen verkauft werden soll, können hilfreich sein. Das bietet sich insbesondere dann an, wenn man den Kurs nicht permanent selbst im Auge behalten kann oder will.

  • Einen kühlen Kopf bewahren

    Grundsätzlich gilt: Verlieren Sie nicht die Nerven. An der Börse gibt es Kursschwankungen, Aktienkurse können unerwartet einbrechen. Das sollte aber kein Grund sein, den Kopf zu verlieren. Panische und unüberlegte Deals kosten meist mehr Geld als die Abwärtstrends.

Wer das glaubt, könnte in diesem Jahr böse überrascht werden. Vor allem bei Aktien. Denn die Euphorie, die sich mittlerweile am Aktienmarkt aufgebaut hat und die auch von schlechten Wirtschaftsdaten aus der Euro-Zone kaum gebremst wird, erreicht viele Kleinanleger erst auf einem Marktniveau, das man mit Blick auf die Geschichte des DAX als eher "hoch" bezeichnen muss. Ist es unter Chance/ Risiko Gesichtspunkten wirklich empfehlenswert, (deutsche) Aktien zu kaufen? Beißen nicht wie immer den letzten (Käufer) die Hunde?

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