Engelmanns Eigenhandel: Schuld und Schulden in der Euro-Krise

kolumneEngelmanns Eigenhandel: Schuld und Schulden in der Euro-Krise

Kolumne von Oliver Engelmann

Lange Wege auf diversen Airports verschaffen unserem Kolumnisten Zeit zum Nachdenken. Er erkennt: Die Krise der europäischen Staatsfinanzen und der mit ihr verbundene Rückgang des Wohlstandes in Europa sind in letzter Konsequenz Folgen der Globalisierung. Asien holt sich sein Stück vom Kuchen. Für Griechenland bleibt dann nur noch Hoffnungslosigkeit ­, und der Bundesfinanzminister freut sich, dass er, weil deutsche Anleihen als Fluchtgeld heiß begehrt sind, kaum noch Zinsen zahlen muss.    

Ob "Frankfurt Rhein-Main", "Franz Josef Strauss" oder "London Heathrow" - eines haben die meisten Flughäfen gemeinsam: lange Wege. Die muss der Passagier zurücklegen, will er "Über den Wolken" die grenzenlose Freiheit spüren, die schon Reinhard Mey dereinst besang. Gefühlt einige Kilometer muss man manchmal marschieren, bevor man in den Sitz seines Fliegers fallen und sich mit dem Erfrischungstuch, das einem die freundliche Stewardess reicht, den Schweiß von der Stirn wischen kann. Pauschaltouristen, die Bier trinkend mit geschultertem Ghetto-Blaster den Ferien im sonnigen Süden entgegenfiebern, mag das ebenso wenig ausmachen wie kleinen Kindern, für die der Besuch eines Flughafens sowieso mehr einem Abenteuerurlaub gleicht. Doch der Geschäftsreisende stöhnt allein bei dem Gedanken, eine Flugreise und damit zuvor einen Halbmarathon antreten zu müssen. Gummipunkte auf der Frequent Flyer Karte und ein trockenes Stück Kuchen, das in der "Business Class" zum Kaffee gereicht wird, sind da nur ein kleiner Trost.

Glitzerwelt des Konsums

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Hinzu kommt, dass mehr und mehr Flughäfen Shopping Centern gleichen. Geschäft reiht sich an Geschäft, eine Edelboutique neben der anderen - man könnte sich durchaus auf der Goethestrasse, der Maximilianstrasse oder Old Bond Street wähnen. Der bunten Glitzerwelt des Konsums entkommt niemand. Zwar kenne ich kaum einen Menschen, der sich ausgerechnet an einem Flughafen eine teure Uhr, einen neuen Anzug oder einen Computer kauft; auch dürfte jeder, der den Taler wert sein will und deshalb den Pfennig ehrt, die völlig überteuerten Lebensmittel meiden, die an Flughäfen angeboten werden. So mancher Imbiss müsste in der Apothekenrundschau schon als gesundheitsgefährdend eingestuft werden, denn wer für ein Sandwich und eine kleine Flasche Wasser acht Euro berappen muss, der riskiert, dass ihm schon der erste Bissen im Halse stecken bleibt.

Unfähige griechische Elite

Doch die langen Wege an vielen Flughäfen haben auch ihr Gutes: Sie geben einem Zeit zum Philosophieren. Wer der Versuchung widerstanden hat, einfach eines der zahlreichen Klappräder zu kapern, mit denen die Flughafenangestellten die großen Distanzen zurücklegen, dessen Gedanken können angesichts der internationalen Atmosphäre durchaus weltumspannenden Charakter annehmen. Auch in Bezug auf die Frage nach der Zukunft Europas. Die scheint dieser Tage gefährdeter denn je. Schlechte Meldungen, wohin man schaut - allen voran über die Unfähigkeit der politischen Eliten Griechenlands, sich zusammenzuraufen und eine Regierung zu bilden. Nachdem sich sowohl der Vorsitzende der konservativen Nea Demokratia, Andonis Samaras, als auch der Führer der linken Allianz Syriza, Alexis Tsipras, und der Chef der sozialdemokratischen Pasok, Evangelos Venizelo, vergeblich um die Bildung einer Regierung bemüht haben und auch die Idee des griechischen Staatspräsidenten, Karolos Papoulias, eine Expertenregierung nach italienischem Vorbild einzusetzen, sich als nicht mehrheitsfähig erwiesen hat, stehen nun Neuwahlen an - Ergebnis: offen.

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