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Erfolgreiche Geldmarkt-Auktion: Investoren haben Griechenland noch nicht abgeschrieben

von Ralf Drescher Quelle: Handelsblatt Online

Einen Tag nach dem Misstrauensvotum der Ratingagenturen hat sich Athen neues Kapital am Geldmarkt besorgt - und zu erträglichen Zinsen mehr als erwartet eingenommen. Doch mehr als ein kleiner Lichtblick ist das nicht.

Griechenlands Finanzminister George Papaconstantinou kann sich über einen Mini-Vertrauensbeweis freuen. Quelle: handelsblatt.com
Griechenlands Finanzminister George Papaconstantinou kann sich über einen Mini-Vertrauensbeweis freuen. Quelle: handelsblatt.com

Das Land verkaufte Schuldpapiere mit sechsmonatiger Laufzeit und nahm insgesamt 1,625 Milliarden Euro ein. In Athen wurde das Ergebnis mit großer Erleichterung aufgenommen. "Die Auktion hat unsere Erwartungen übertroffen", schrieb der Chef der griechischen Schuldenverwaltung, Petros Christodoulou, in einer E-Mail. Der Zins lag mit 4,88 Prozent nur geringfügig höher als bei der vergangenen Auktion vor Monatsfrist. Zudem konnte Griechenland mehr erlösen als erwartet. Ursprünglich wollte das Land Geldmarktpapiere im Wert von 1,25 Milliarden Euro am Markt platzieren. Auch die starke Überzeichnung der Emission - die Nachfrage übertraf das Angebot um das 3,5-fache - kann als Vertrauensbeweis des Marktes gewertet werden. Nach Informationen Christodoulous kauften ausländische Investoren 34 Prozent der Geldmarktpapiere.

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Standard & Poor?s hatte die Bonitätsnote für Griechenland am Montag von "BB-" auf "B" zurückgenommen und den Schritt mit der wachsenden Wahrscheinlichkeit für eine Umschuldung der griechischen Verbindlichkeiten begründet. Mit der Note "B" liegt Griechenland jetzt nur noch zwei Stufen über der Grenze, ab der S&P Anleihen als "extrem spekulativ" bewertet. Und der Rating-Ausblick ist weiter negativ.

Auch die zweite große Ratingagentur Moody?s kündigte eine Überprüfung ihres Ratings an, der Konkurrent Fitch steht Medienberichten zufolge ebenfalls kurz vor einer Herabstufung Griechenlands.

Das Störfeuer durch die Ratingagenturen am Tag vor der Geldmarktauktion hatte Befürchtungen geschürt, dass Griechenland bei den Investoren auf geringes Interesse stoßen oder deutlich höhere Zinskosten werde zahlen müssen. Bei der vorangegangenen Auktion sechsmonatiger Papiere musste Griechenland Investoren 4,8 Prozent Zinsen zahlen. Am Sekundärmarkt lagen die Renditen für Sechsmonatspapiere zuletzt sogar bei 5,5 Prozent.

Gerüchte über ein neues Hilfspaket für Griechenland sorgten allerdings rechtzeitig für neues Vertrauen. Die Nachrichtenagentur Dow Jones berichtete am Morgen, im Juni werde ein zusätzliches Kreditpaket im Volumen von 60 Milliarden Euro beschlossen. Die griechische Zeitung Kathimerini schrieb, der IWF bereite einen Kredit über 80 bis 100 Milliarden Euro vor, das auch zusätzliche Mittel beinhalte, um Griechenlands Finanzbedarf bis 2013 zu decken. Allein in diesem Jahr fehlen Griechenland Expertenschätzungen zufolge sieben Milliarden Euro zur Deckung des Staatshaushalts.

Nach Informationen aus EU-Kreisen ist dagegen noch unklar, wie hoch der Bedarf an zusätzlichen Finanzhilfen ist. Die Experten von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds prüften derzeit in Griechenland routinegemäßdie Lage des Landes, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag einen EU-Diplomaten in Brüssel. Jegliche Zahlen, die über die Höhe neuer Hilfen kursiere, sei falsch. "Es gibt keine formellen Verhandlungen", ergänzte er.

Allein die Hoffnung auf neues Geld, die Griechenland vor einer Umschuldung bewahren könnte, reichte aber aus, um griechische Anleihen zu stützen. Die Rendite zweijähriger Staatsbonds fiel um 68 Basispunkte auf 24,92 Prozent. Der Renditeabstand zwischen zehnjährigen Staatsanleihen und Bundesanleihen mit gleicher Laufzeit verringerte sich um 0,5 auf 12,15 Prozentpunkte.

Damit sind die Zinsen aber nach wie vor auf einem Niveau, das Griechenland eine Finanzierung über den Kapitalmarkt nahezu unmöglich macht. Auch die Prämien der Kreditausfallversicherungen (CDS), die am Montag auf 1.370 Punkte geklettert waren, signalisieren, dass Investoren einer Umschuldung nach wie vor eine hohe Wahrscheinlichkeit einräumen. Auf dem aktuellen Niveau müssen Investoren, die sich gegen den Ausfall eines Kredits im Volumen von zehn Millionen Euro absichern wollen, 1,37 Millionen Euro Versicherungsprämie zahlen.

Politiker aus Griechenland und anderen Euro-Staaten versuchen seit Wochen den Markt zu überzeugen, dass eine Unschuldung nicht kommen wird. Auf einem Krisentreffen der Euro-Finanzminister am vergangenen Wochenende sei diese kein Thema gewesen, hieß es zu Wochenbeginn unisono aus Teilnehmerkreisen.

Auch Vertreter der Europäischen Zentralbank sprechen sich vehement gegen eine Umschuldung aus. Am Morgen betonte das deutsche EZB-Ratsmitglied Jürgen Stark, eine Restrukturierung der Schulden sei für Griechenland keine Lösung. Sein italienischer EZB-Kollege Lorenzo Bini Smaghi bezeichnete die Idee, dass eine geregelte Umschuldung funktionieren könne, als "Märchen". Ein solcher Schritt werde "die griechischen Banken in die Knie zwingen", sagte Bini Smaghi in einem Interview mit der italienischen Zeitung "La Stampa". Überlegungen zu diesem Thema hätten Griechenland Zeit verloren und die Bemühungen zur Restrukturierung der Wirtschaft und Verringerungen der Schulden verlangsamt.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 11.05.2011, 01:16 Uhrmathias

    investoren???????????????????????????????????????????

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