Erfolgreicher Börsengang: „Es sieht gut aus“

Erfolgreicher Börsengang: „Es sieht gut aus“

Der Börsengang von Twitter scheint zu einem Erfolg werden: Die Aktie startete bei 26 Dollar und liegt jetzt bei über 45 Dollar.

Der Börsenstart von Twitter scheint im Gegensatz zu Facebook weitgehend reibungslos verlaufen zu sein. „Es sieht gut aus“, sagte der Chef der New York Stock Exchange, Duncan Niederauer, am Donnerstag dem Fernsehsender Bloomberg TV. Der Börsengang habe zwar eine große mediale Aufmerksamkeit erzeugt. Doch: „Wir machen das die ganze Zeit.“
Es dauerte allerdings bis um kurz vor 11 Uhr, bis Käufer und Verkäufer zusammengebracht waren und der erste Kurs feststand. Der Handel der anderen Werte an der Wall Street lief da schon seit fast anderthalb Stunden. „Ich denke nicht, dass das so ungewöhnlich ist“, sagte Niederauer. „Es geht darum, es richtig zu machen.“
Der Ausgabepreis für die 70 Millionen angebotenen Aktien hatte bei je 26 Dollar gelegen. Zudem gab es eine Mehrzuteilungsoption über 10,5 Millionen Aktien. Die Nachfrage von Investoren war so hoch, dass die Anteilsscheine 30-fach überzeichnet waren, wie mit dem Börsengang vertraute Personen sagten. Twitter wird durch den Gang aufs Parkett bis zu 2,1 Milliarden Dollar einnehmen. Der Handelsstart wurde nach dem von Pannen begleiteten Debüt von Facebook vor anderthalb Jahren besonders aufmerksam verfolgt. Die Facebook-Aktie hatte mehr als ein Jahr benötigt, um sich von dem Kurseinbruch nach der Handelsaufnahme zu erholen. Die Börsenglocke läuteten zum Auftakt nicht die anwesenden Twitter-Gründer, sondern Nutzer wie die neunjährige Vivienne Harr und Hollywood-Schauspieler Patrick Stewart.

Zum Börsengang konnte Twitter die Investoren noch überzeugen, dass die Wachstumsaussichten gut sind und mit dem Anziehen der Werbeerlöse auch die Gewinne folgen werden. Aber es gibt keine Garantie, dass diese Rechnung aufgeht. Und wie lange hält die Geduld der Börsianer, wenn erst einmal Quartal für Quartal rote Zahlen in der Bilanz auftauchen sollten? Schließlich wird Twitter jetzt nicht mehr wie in den ersten Jahren im Verborgenen agieren können. Twitter steht von nun an im Rampenlicht der Börse.

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Zum Vergleich: Facebook ist rund 120 Milliarden Dollar schwer. Kurz nach dem Börsengang im Mai vergangenen Jahres sah das aber noch ganz anders aus: Technische Pannen zum Handelsstart und die Sorge mit Blick auf schwache Werbeeinnahmen auf Smartphones hatten den Facebook-Kurs zwischenzeitlich um die Hälfte fallen lassen. Mittlerweile liegt er um 29 Prozent über dem Preis zum Börsenstart.

Twitter hat gut 230 Millionen aktive Nutzer, die täglich etwa 500 Millionen Tweets absetzen. Das Unternehmen macht sein Geld vor allem mit Werbebotschaften im Nachrichtenstrom dieser Nutzer. In den ersten neun Monaten des Jahres hatte sich der Umsatz dadurch auf 422 Millionen Dollar verdoppelt.

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