Erfolgreiches Börsendebüt: Japans Post kann ein Viertel zugewinnen

Erfolgreiches Börsendebüt: Japans Post kann ein Viertel zugewinnen

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Erfolgreicher Börsenstart: Die Papiere der Japan Post Holdings schlossen am Mittwoch mit 1760 Yen - das ist ein Zugewinn von rund 26 Prozent.

Die japanische Post und ihre beiden Finanztöchter haben am ersten Handelstag in Tokio kräftig zugelegt. Doch die Unternehmen stehen vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen.

Beim größten Börsengang in Japan seit drei Jahrzehnten sind die Post und ihre Finanztöchter erfolgreich gestartet. Die Papiere der Japan Post Holdings schlossen am Mittwoch mit 1760 Yen - das ist ein Zugewinn von rund 26 Prozent im Vergleich zum Ausgabepreis von 1400 Yen. Die Aktien der Finanztochter Japan Post Bank stiegen um 15 Prozent auf 1671 Yen.

Besonders starkes Interesse zog die Japan Post Insurance auf sich: Die Papiere der Versicherungstochter schossen am ersten Börsentag um rund 56 Prozent auf 3430 Yen. Damit kommen die drei Unternehmen zusammen auf einen Marktwert von rund 17,5 Billionen Yen (131 Milliarden Euro).

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Der Börsengang ist die letzte Stufe in der vor zehn Jahren von der Regierung initiierten Privatisierung der Post. Der Unternehmensriese ist mit mehr als 200.000 Beschäftigten in 24.000 Ämtern einer der größten Arbeitgeber. Der Bankenarm der Post verfügt zudem über höhere Einlagen als jedes andere Finanzinstitut. Es war die größte Notierung in Japan seit den beiden jeweils mehr als 2 Billionen Yen schweren Börsengängen des Telekomriesen Nippon Telegraph and Telephone (NTT) 1987 und des Mobilfunkkonzerns NTT Docomo 1998.

Ökonomen zu den Staatsanleihenkäufen der EZB

  • Hans-Werner Sinn, ifo Institut

    "Die EZB sollte keine Staatspapiere kaufen, denn dann würde sie die Zinsen der Wackelstaaten weiter drücken und sie anregen, sich noch mehr zu verschulden. Der Kauf wird von Artikel 123 des EU-Vertrages zu Recht verboten, weil er einer verbotenen Monetisierung der Staatsschulden gleichkommt. Man sollte auch bedenken, dass selbst die US-Notenbank Fed keine Staatspapiere von Gliedstaaten kauft. Kalifornien, Illinois oder Minnesota stehen am Rande der Pleite, und doch hilft die Fed ihnen nicht mit Krediten. Es ist schlichtweg unakzeptabel, dass die EZB meilenweit über die Fed hinausgeht, obwohl Europa den gemeinsamen Bundesstaat noch gar nicht gegründet hat. Die EZB-Politik treibt die Staaten Europas in Gläubiger-Schuldner-Verhältnisse und wird längerfristig nichts als Streit und Spannungen erzeugen."

  • Marcel Fratzscher, DIW

    "Die EZB verfehlt ihr Mandat der Preisstabilität und ist dabei, ihr wichtigstes Gut zu verlieren: ihre Glaubwürdigkeit. In letzter Instanz ist der Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB ein notwendiges Übel, um ihrem Mandat gerecht zu werden. Je zögerlicher die EZB handelt, desto weniger effektiv ihre Geldpolitik und desto höher die Risiken."

  • Michael Heise, Allianz Group

    "Ich sehe derzeit keine Deflationsgefahren, die Staatsanleihekäufe rechtfertigen könnten. Ohne die notwendigen Anpassungsprozesse in den Peripherieländern und dem ökonomisch vorteilhaften Ölpreisrückgang läge die aktuelle Inflationsrate in etwa um einen Prozentpunkt höher, als es derzeit der Fall ist. Die Jagd nach Rendite und die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten würden weiter erhöht, der Anreiz, fürs Alter langfristig zu sparen, würde weiter vermindert."

  • Holger Schmieding, Chefvolkswirt Berenberg Bank

    "Seit Anfang 2009 ist der Zuwachs der Geldmenge M3 mit durchschnittlich 1,7 Prozent weit hinter dem Referenzwert von 4,5 Prozent zurückgeblieben, den einst EZB und Bundesbank für sinnvoll hielten. Entsprechend schwächelt die Konjunktur, während der Preisauftrieb auch ohne Öl gefährlich nah an die Deflation herankommt. In dieser Lage muss die EZB mit einer Offenmarktpolitik gegenhalten, also mit dem Kauf von Anleihen auf dem offenen Markt, der auch Staatsanleihen umfassen sollte."

  • Volker Wieland, Sachverständigenrat

    "Es ist nicht notwendig, nun auch noch mit breit angelegten Staatsanleihekäufen auf den Ölpreisverfall zu reagieren. Die EZB sollte nicht nur auf Deflationsrisiken schauen, sondern auch berücksichtigen, dass sie als Käufer von Staatsanleihen den Regierungen zusätzlichen Anreiz gäbe, notwendige Strukturreformen aufzuschieben."

Der erfolgreiche Börsenstart kann nach Meinung von Analysten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Post vor großen Herausforderungen steht. Die Wachstumsaussichten im Inland sind angesichts der rapiden Überalterung der Bevölkerung nicht sehr rosig. So legten denn auch die Papiere der Holding, die das Post-Geschäft umfasst, weniger deutlich zu als die der Versicherungstochter.

Ohne Internationalisierung werde man nicht in der Lage sein, auf der globalen Ebene zu überleben, sagte der Präsident der Japan Post Holdings, Taizo Nishimuro. Daher will das Unternehmen verstärkt ins Ausland expandieren, um im Frachtgeschäft mitzumischen. So kaufte die Japan Post vor wenigen Monaten die australische Logistikfirma Toll.

Privatisierung der Post Japan steht vor größtem Börsengang seit Jahrzehnten

Japans hoch verschuldeter Staat kann mit einem Geldsegen rechnen: Durch die Privatisierung der Post winken umgerechnet mehr als zehn Milliarden Euro. Doch Kritiker sehen den Börsengang skeptisch.

Die Japan Post Holdings sowie ihre beiden Bank- und Versicherungstöchter werden am 4. November an der Tokioter Börse notiert. Quelle: REUTERS

Die Regierung erhofft sich nach dem erfolgreichen Börsengang, dass die Kleinanleger im Lande künftig vermehrt ihr Geld in Aktien anlegen. Derzeit sind elf Prozent der drei notierten Unternehmen am Markt. Die Regierung nahm damit rund 1,4 Billionen Yen ein. Durch den Verkauf weiterer Tranchen will die Regierung in den kommenden Jahren insgesamt rund vier Billionen Yen einnehmen, um den Wiederaufbau der 2011 von einem Tsunami verwüsteten Gebiete im Lande zu finanzieren.

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