Ermüdungserscheinungen: Zinsbremse Syrien, Kriegsopfer Dax

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KommentarErmüdungserscheinungen: Zinsbremse Syrien, Kriegsopfer Dax

von Frank Doll

Die Aktienhausse zeigt Ermüdungserscheinungen. Anleger sollten jetzt ihre Aktien verkaufen. In den nächsten Monaten dürfte es günstige Rückkaufmöglichleiten geben.

An Wall Street gilt es inzwischen als ausgemacht, dass die US-Notenbank Fed nach dem Treffen ihres für geldpolitische Entscheidungen zuständigen Offenmarktausschusses am 17. und 18. September ihre Anleihekäufe zurückfährt. Noch steckt die Fed monatlich 45 Milliarden Dollar in US-Staatsanleihen und 40 Milliarden in Hypothekenpapiere. Ökonomen rechnen damit, dass der monatliche Geldregen in einem ersten Schritt auf 70 Milliarden Dollar reduziert wird und bis Ende Juni 2014 ganz versiegt.

Seit Fed-Chef Ben Bernanke im Mai erstmals eine Reduzierung der Käufe in Erwägung gezogen hatte, sind die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen von 1,61 in der Spitze auf 2,93 Prozent nach oben geschnellt. Der Sprung sorgte vor allem in Schwellenländern, deren Finanzierung stark vom Ausland abhängt, für scharfe Währungsabwertungen und Zinsanstiege. Doch auch in den USA sind die Konsequenzen zu spüren.

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US-Notenbank Der Fed droht ein Teufelskreis

Der Renditeanstieg wird zur Gefahr für die US-Notenbank. Die von ihr erzeugten Anlageblasen drohen zu platzen. Die BIZ, eine Art Zentralbank der Notenbanken, warnt, ähnlich drastisch wie vor Ausbruch der Finanzkrise.

US-amerikanische Geldscheine sind vor einer USA-Fahne zu sehen Quelle: dpa

Der spürbare Rückgang der Neubauverkäufe im Juli ist Folge der deutlich gestiegenen langfristigen Hypothekenzinsen. Auch der US-Regierung dürfte der Renditeanstieg nicht in den Kram passen. Sie muss in den nächsten drei Jahren die Hälfte ihrer Schulden refinanzieren. Nach dem Abtritt von Bernanke im Januar 2014 wird dessen Nachfolger oder Nachfolgerin deshalb eher mehr statt weniger Geld drucken. Bis dahin aber wird Washington eine andere Renditebremse aktivieren. Krieg, oder die Drohung damit! Das hat in der Vergangenheit immer reflexartig für eine Fluchtbewegung in den Dollar und in US-Staatsanleihen gesorgt. So gesehen übernimmt Syrien in den nächsten Monaten die Funktion einer Zinsbremse. Das Kriegsopfer aber werden die Aktienmärkte bringen müssen.

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Die globale Aktienhausse ist zwar noch intakt, aber sie zeigt Ermüdungserscheinungen. Die Hausse dauert immerhin schon 54 Monate. Das klassifiziert die laufende Aufwärtsbewegung als einen alten Bullenmarkt. Im Durchschnitt dauerte ein Bullenmarkt zum Beispiel am US-Aktienmarkt über die letzten 60 Jahre nur 43 Monate. Spitzenexemplare kamen auf eine Laufzeit von 56 bis 60 Monaten. Anleger sollten jetzt ihre Aktien verkaufen. In den nächsten Monaten dürfte es an den internationalen Aktienmärkten günstige Rückkaufmöglichleiten geben.

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