Erstmals seit fast zwei Jahren : Dax überspringt 12.000er Marke

Erstmals seit fast zwei Jahren : Dax überspringt 12.000er Marke

, aktualisiert 22. Februar 2017, 11:10 Uhr
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Die große Anzeige in der Börse in Frankfurt am Main (Hessen) zeigt die Dax-Kurve.

Der Dax ist erstmals seit April 2015 über die Marke von 12.000 Punkten gestiegen. Antrieb verliehen die Hoffnung auf eine weiterhin gute Wirtschaftsentwicklung der USA sowie positive Konjunktursignale in Europa.

Die deutlichen Vortagesgewinne am deutschen Aktienmarkt haben die Kauflaune der Anleger zur Wochenmitte weiter gesteigert. Kurz nach Handelsstart überwand der Dax die vielbeachtete Marke von 12.000 Punkten und notierte zuletzt 0,33 Prozent höher bei 12.007,11 Zählern. Letztmals hatte sich der deutsche Leitindex im April 2015 über dieser imaginären Linie bewegt. Sollte sich der Dax nachhaltig über 12 000 Punkten halten können, „besteht eine gute Chance für eine Fortsetzung der Rally zunächst bis zum Allzeithoch bei 12.390 Punkten“, kommentierte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader.

Der MDax, der die Aktien mittelgroßer Unternehmen repräsentiert, stieg zur Wochenmitte 0,04 Prozent auf 23 646,40 Punkte. Kurz nach Eröffnung hatte er mit 23 695 Zählern ein weiteres Rekordhoch erreicht. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann zuletzt 0,70 Prozent auf 1932,98 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 0,15 Prozent auf 3344,48 Punkte vor.

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Auf der Konjunkturseite richteten sich die Blicke am Mittwoch zunächst auf den Ifo-Geschäftsklimaindex. Obwohl sich die Stimmung in den deutschen Unternehmen im Februar überraschend verbessert hat, sorgte dies kaum für Bewegung am Aktienmarkt. Im Tagesverlauf stehen noch die Verbraucherpreise aus der Eurozone sowie neue US-Immobiliendaten auf der Agenda. Am Abend folgt dann noch das Protokoll zur Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed.

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Die Aktien von Thyssenkrupp reagierten mit einem Plus von zuletzt mehr als 5 Prozent auf die Nachricht vom Verkauf des verlustreichen brasilianischen Stahlwerks CSA für 1,5 Milliarden Euro. In der Spitze waren sie am Morgen um 6,4 Prozent Prozent auf 24,645 Euro und damit auf den höchsten Stand seit mehr als anderthalb Jahren nach oben geschnellt. Der lang erwartete Abschluss dieses Deals sei eine Erleichterung und bringe Sicherheit, auch wenn der Verkaufspreis niedriger als erwartet ausgefallen sei, sagte ein Börsianer am Morgen.

Die Papiere von Fresenius stiegen um 1 Prozent. Der Medizinkonzern steigerte 2016 Gewinn und Umsatz. Besonders gut lief es bei der ebenfalls im Dax notierten Dialyse-Tochter FMC. Deren Aktien verteuerten sich um 2,6 Prozent. Im laufenden Jahr will Fresenius weiter zulegen. Ein Händler bezeichnete die Kennziffern am Morgen als gemischt, den Ausblick aber besser als erwartet.

Bayer-Aktien fielen um rund 2 Prozent und waren damit schwächster Dax-Wert. Allerdings hatten sie sich zuletzt deutlich erholt und seit ihrem Zwischentief Anfang Dezember rund ein Viertel an Wert gewonnen. Der Pharma- und Chemiekonzern steigerte Umsatz und Gewinn im abgelaufenen Jahr geringer als von Analysten erwartet. Vor der geplanten Rekordübernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto blicken die Leverkusener jedoch zuversichtlich ins neue Jahr.

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Die RWE-Anleger wurden vom Dividendenvorschlag für 2016 zunächst ebenfalls negativ überrascht. Die Stammaktionäre des angeschlagenen Versorgers erhalten erneut keine Ausschüttung. Je Vorzugsaktie sollen wie im Vorjahr 13 Cent je Aktie gezahlt werden. Dies liegt aber deutlich unter der durchschnittlichen Analystenprognose von rund 30 Cent. Die RWE-Titel verloren deshalb vorbörslich mehr als 3 Prozent. Im regulären Handel wurden die Aktien zuletzt hingegen 0,3 Prozent fester gehandelt, was Händler auf den guten Ausblick für 2017 zurückführten.

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